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02.08.1996

Interview/Corba ist ein Komponenten-Framework

CW: Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Componentware Consor- tium (CWC)?

Bruce Cottman: Unser Ziel ist nicht ein neuer Standard, sondern der Erfahrungsaustausch zwischen Herstellern und Anwenderunternehmen, die bereits die Komponententechnik ausprobieren. Allerdings geben wir unsere Empfehlungen als Spezifikationen über die Object Management Group (OMG) weiter.

CW: Definieren Sie bitte den Begriff Komponenten.

Bruce Cottman: Das sind unabhängige Software-Einheiten, die sich auf beliebigen Plattformen installieren lassen und dort lauffähig sind.

CW: Was ist der Unterschied zu herkömmlichen Softwaremodulen?

Bruce Cottman: Sollte SAP zum Beispiel über Softwaremodule verfügen, die unabhängig voneinander und eventuell im Zusammenhang mit Produkten anderer Hersteller einsetzbar wären, so sprächen wir von Komponenten. Derzeit muß man allerdings noch sehr viel Integrationsarbeit leisten, vor allem, wenn man SAP-Module mit Modulen anderer Softwarefirmen verbinden will.

Brian Cottman: Komponenten lassen sich immer, überall, mit jeder Datenbank und allen Sprachen nutzen. Der Anwender muß sich weder um die Plattform oder um eine Middleware noch um ein Objektmodell oder ein Objekt-Framework kümmern. Die Informationen darüber, wie der Zugriff aussieht, sollte die Komponente selbst bereitstellen.

CW: In welchem Verhältnis steht Komponentensoftware zur Objektorientierung?

Brian Cottman: Komponenten und objektorientierte Software basieren auf denselben Prinzipien. Allerdings haben Komponenten etwas mit der Verteilung von Software zu tun, die Objektorientierung mit Entwicklungsmethoden und Technik.

Bruce Cottman: Die meisten Regeln für den Bau von Komponenten stammen aus objektorientierten Entwicklungsmethoden. Doch Komponenten sind im Gegensatz zu Objekten explizit für die verteilte Verarbeitung konstruiert.

CW: Das heißt, Komponenten bedürfen einer Broker-Technik?

Brian Cottman: Broker und Komponenten stehen tatsächlich zueinander in Beziehung, doch die Techniken bedingen sich nicht gegenseitig.

Bruce Cottman: Wir sehen die Common Object Request Broker Architecture (Corba) als ein Framework, das Eigenschaften zur Verfügung stellt, die man braucht, um Komponenten zu bauen.

CW: Wie schneidet die Microsoft-Technik Component Object Model (COM) hier ab?

Bruce Cottman: Die Architekturen konkurrieren nicht miteinander. Während Corba unternehmensweite Lösungen ermöglicht, bewegt sich die Microsoft-Technik auf dem Workgroup- und Desktop-Level. Außerdem löst sie Präsentationsaufgaben - wie übrigens auch die Internet-Innovationen.

CW: Das müssen Sie genauer erklären. Welche Rolle spielt das Internet ?

Bruce Cottman: Das Internet wird die Entwicklung der Komponententechnologie erheblich beschleunigen. So lassen sich beispielsweise Applikationskomponenten aus betriebswirtschaftlichen Anwendungen oder Produktionsabläufen mit Hilfe von Java-Applets um ansprechende Oberflächen ergänzen. Andererseits ist es bislang noch unmöglich, mit Internet-Techniken große integrierte und verteilte DV-Systeme zu bauen. Da muß beispielsweise mit den bloßen TCP/IP-Sockets programmiert werden, und die Sicherheitsfunktionen beschränken sich auf ein rudimentäres Security Hypertext Transfer Protocol (SHTTP). Corba dagegen bietet Sicherheits- und Replikationsservices, die komfortabel für die Integration von System und Objekten sorgen.

CW: Wann wird Komponentensoftware den Softwaremarkt bestimmen?

Bruce Cottman: Das passiert doch bereits - auf dem Desktop. Wer benutzt heute nicht Word oder Excel?

CW: Warum ist Microsoft nicht in Ihrem Konsortium?

Bruce Cottman: Das CWC beschäftigt sich mit Problemen, die in den Unternehmen zu lösen sind. Dazu gehört auch die Frage, wie Legacy- Systeme in Komponenten verwandelt werden können, so daß sie nicht brach liegen. Microsoft geht nicht in Unternehmen und schaut, wie es dabei helfen kann, oder.