Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.03.1999 - 

Interview

Interview "Den Konkurrenzprodukten fehlt die Intelligenz"

Anläßlich der Vorstellung neuer Produkte sprach EMC-Chef Michael Ruettgers mit CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter

CW: Sie sind einer der erfolgreichsten IT-Manager, deshalb zuerst eine persönliche Frage: Hat Hewlett-Packard schon angerufen und Ihnen den Chefsessel angeboten?

Ruettgers: (lacht) Nein, aber ich war ja auch nicht zu Hause.

CW: Sie wollen die EMC-Aktien splitten. Benötigen Sie mehr Kapital?

Ruettgers: Nein, unser Finanzpolster übersteigt die Summe von zwei Milliarden Dollar. Wir wollen die Aktien billiger und damit attraktiver für die privaten Anleger machen. Die Entscheidung muß allerdings noch von der Aktionärsversammlung abgesegnet werden.

CW: Wie beurteilen Sie derzeit die diversen Bemühungen um eine Standardisierung für das Storage Area Network? Sie haben ja mit der Fibre Alliance eine eigene Industrie-Initiative gestartet.

Ruettgers: Nun, da laufen verschiedene Dinge ab. Beispielsweise ist Sun stark im Java-Umfeld und gruppiert Produkte wie Jini darum herum. Wir glauben, daß im Speicherbereich EMC die Vorreiterrolle spielt. Tatsache ist, daß viele der wichtigsten Hersteller von SAN-Komponenten Mitglieder der Fibre Alliance sind.

CW: Aber unterlaufen Sie damit nicht die Standardisierungsbemühungen der Storage Network Industry Association (Snia), die ja ebenfalls an einem Standard für den Fibre Channel bastelt?

Ruettgers: Wir arbeiten daran, heute die Standards festzulegen, so daß wir jetzt fertige und kompatible Produkte anbieten können. Es geht darum, die Probleme der Anwender so früh wie möglich zu lösen. Wir glauben, daß die Fibre Alliance der schnellere Weg dazu ist.

CW: Besteht da nicht die Gefahr, daß zwei verschiedene FC- Spezifikationen den Markt verunsichern?

Ruettgers: Wir versuchen mit Snia zu kooperieren, unsere Leute reden jeden Tag mit denen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß es bei solchen Gremien furchtbar lange dauert, bis etwas passiert.

CW: Wie beeinflußt Sie die Kooperation zwischen Legato, 3Com, MTI, Storagetek und Box Hill?

Ruettgers: Diese Gruppe versucht natürlich, sich ein Stück aus dem Speicher- und Netzmarkt herauszuschneiden. Aber keiner der Teilnehmer kann die grundlegende Arbeit für die Interoperabilität zwischen Mainframes, Unix- und NT-Rechnern leisten. Wir glauben, daß sie sich auf Lösungen für Teilbereiche beschränken werden.

CW: Andererseits propagiert diese Gruppe, daß ihre Mitglieder offene Standards einhalten...

Ruettgers: ... einige der Softwarehersteller aus dieser Gruppe sind auch Mitglieder in der Fibre Alliance. Wir versichern unseren Kunden, daß wir Schnittstellen für jeden bereitstellen, der Verwaltungsprogramme für Symmetrix-Systeme entwickelt.

CW: Den Symmetrix-Speichern wird vorgeworfen, daß sie zwar innerhalb des eigenen Systems funktionieren, aber sich nicht zur Anbindung an die Produkte anderer Hersteller eignen. Beispielsweise läßt sich ein Symmetrix-Speicher nicht mit einem "Iceberg" von Storagetek koppeln.

Ruettgers: Dafür fehlt die Software.

CW: Mit anderen Worten, wenn ich mich für EMC entscheide, dann bin ich in dieser Welt gefangen.

Ruettgers: Sie können immer noch den Iceberg an den Mainframe hängen und isoliert betreiben.

CW: Aber dann sind Sie doch das, was man einen Hersteller von proprietären Systemen nennt.

Ruettgers: Ich liebe dieses Wort nicht. Nur weil man Marktführer ist, ist man doch nicht automatisch proprietär. Wir sind offen zu den Kunden und deren Möglichkeiten, die Systeme zu verwalten. Es gibt für uns keinen Sinn, jede Art von Speichersystem, das auf den Markt kommt, zu unterstützen. Wenn ich den Iceberg unterstütze, muß ich dann auch Box Hill oder MTI verwalten können?

CW: Sie erwähnten in der Pressekonferenz, daß Sie vergangenes Jahr ziemlich viel Software verkauft haben. Wer nutzt solche Produkte? Kunden von Sun oder HP?

Ruettgers: Die Systeme dieser Hersteller haben nicht die notwendige Intelligenz. Unsere Symmetrix-Speicher haben die gleiche Prozessorleistung wie ein Cray-Rechner vor drei Jahren. Die meisten Konkurrenzsysteme wurden für die Speicherung von Daten einer Abteilung gebaut. Diese verteilte Datenhaltung kommt die Kundschaft aber ganz schön teuer. Wir investieren mehr Geld in Forschung, als die meisten dieser Hersteller umsetzen.