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26.07.1996

Interview/Der deutsche Markt stellt eine Ausnahme dar

CW: Intel ist einer der wenigen Halbleiterhersteller, der noch steigende Umsätze und Gewinne melden kann. Können Sie die Ergebnisse auf die einzelnen Produktsparten herunterbrechen?

de Frenes: Bezogen auf unsere Produktsegmente veröffentlichen wir keine Einzelergebnisse. Wir sind aber mit den Resultaten aller Sparten sehr zufrieden. Im Vergleich zu den anderen Halbleiterherstellern haben wir sicher den großen Vorteil, nicht im DRAM-Geschäft tätig zu sein - dem Sektor, der aufgrund der aufgebauten Überkapazitäten im letzten halben Jahr den stärksten Preisverfall erlitten hat.

CW: Wie hat Intel in Deutschland abgeschnitten?

de Frenes: Der deutsche Markt ist eine Ausnahme. Er entwickelt sich wesentlich schwächer als die anderen europäischen Märkte. Seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres halten sich in Deutschland aufgrund der schwachen Wirtschaftslage Firmen- und Privatkunden stark zurück.

CW: Spürt Intel das auch?

de Frenes: Das gilt in Deutschland auch für uns. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnten wir unsere weltweiten Umsätze gegenüber dem zweiten Halbjahr 1995 um 24 Prozent erhöhen. Ich sehe nicht, daß sich der PC-Markt in Deutschland in diesem Maße weiterentwickelt, sondern sich in der zweiten Hälfte bei einem Plus von rund neun Prozent bewegen wird.

CW: Mit Escom ist ein potenter Player vom deutschen Markt verschwunden. Wie wirkt sich das auf Ihre Umsätze aus?

de Frenes: Ich verliere einen großen Kunden. Da stellt sich natürlich die Frage, wer dieses Geschäft ersetzt. Dieses Volumen verschwindet nicht, es wird sich auf andere verteilen, und zwar nicht nur auf deutsche, auch die multinationalen Player werden davon etwas abbekommen. Escom war wie Vobis ein Vorreiter, wenn es darum ging, neue Technologien schnell auf den Markt zu bringen. Wenn das Escom-Angebot fehlt, geht Sichtbarkeit verloren, die zum Beispiel durch die vielen Werbebroschüren zustande kam, damit fehlen Kaufanreize. Aber ich vermute, daß andere Hersteller dieses Loch relativ schnell stopfen.

CW: In der Intel-Meldung sprechen Sie von einem "schweren Quartal für die PC-Hersteller". Wird das nächste einfacher?

de Frenes: Viele Anbieter hatten aufgrund des vierten Quartals 1995 gewisse Lagerbestände, die erst einmal abgetragen werden mußten. Ohne diese Altlasten werden die nächsten Monate möglicherweise weniger mühsam.

CW: Wie entwickeln sich die nicht prozessorrelevanten Geschäftsbereiche bei Intel?

de Frenes: Durchweg positiv. Beispielsweise verzeichnen wir gute Erfolge im Flash-Speicher-Segment, vor allem weil wir inzwischen auch in genügend hohen Stückzahlen liefern können.

CW: Wie steht es mit Motherboards?

de Frenes: Motherboards liefern wir nach wie vor mit dem Ziel, neue Technologie so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Dabei geht es nicht darum, die ganze Welt mit Intel-Motherboards zu beglücken. Wir wollen dem Anwender neue Architekturmerkmale und Lösungen bieten, damit den Markt ausweiten und die Produktivität der Nutzer erhöhen.

CW: Machen Sie durch diese Aktivitäten ihren Kunden nicht Konkurrenz?

de Frenes: Da werden wir die Welt nicht aufhalten. Die Integration schreitet weiter voran. Früher wurden einzelne Transistoren und Widerstände auf einer Platine verlötet, heute arbeiten die Anbieter mit hochintegrierten Chips.

CW: Aber da stellt sich doch die Frage, welchen Mehrwert ein PC- Hersteller für seine Kunden noch schaffen kann.

de Frenes: Das hat sich ganz klar verschoben. Früher war die PC- Fertigung eine High-Tech-Produktion. Heute konzentrieren sich die Hersteller auf komplette Software- und Hardwarelösungen, die auf die Bedürfnisse des Anwenders zugeschnitten sind. Das Ganze wird mit einer entsprechenden Vertriebs- und Supportstruktur unterstützt.

CW: Stichwort Netzwerk-Computer...

De Frenes: Wir glauben nicht an das Konzept. Der private Anwender möchte seine Computerpower genauso wie seine Software zu Hause verfügbar haben. Aufgrund der Übertragungsgeschwindigkeiten im Netz wäre ein "NC" nur sehr beschränkt einsetzbar. Der Corporate- Markt hat selbst bewiesen, daß er solche Geräte nicht will. So werden Diskless Workstations nur selten genutzt.