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10.06.2010

INTERVIEW/EADS-Tochter EFW plant 2010 positives Ergebnis

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

BERLIN (Dow Jones)--Die EADS EFW (Elbe Flugzeugwerke) GmbH, Dresden, will im laufenden Jahr trotz der anhaltenden Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise einen Gewinn erwirtschaften. "Wir tun alles dafür, um den Kopf über Wasser zu halten", sagte Geschäftsführer Andreas Sperl Dow Jones Newswires während der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA in Berlin.

Im abgelaufenen Jahr stand unter dem Strich noch eine schwarze Zahl, wenngleich diese auch schon krisenbedingt kleiner als 2008 ausgefallen war. EADS EFW rüstet Airbus-Passagierflugzeuge in Frachter um und entwickelt und fertigt Flugzeugkomponenten aus Kohle- und Glasfaser.

Der Umsatz lag 2009 mit 170 Mio EUR ebenfalls unter Vorjahr. Im laufenden Jahr rechnet Sperl mit einem weiteren Rückgang. "Entschieden ist das aber noch nicht", sagte er. Es würde noch an der Realisierung einiger Aufträge gearbeitet, die sich möglicherweise noch auf 2010 auswirken werden.

Im nächsten Jahr, spätestens aber im übernächsten, soll dann wieder das frühere Umsatzniveau zwischen 230 Mio und 250 Mio EUR erreicht werden. Umsätze in dieser Höhe hatte die Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS zuletzt vor der Krise erzielt.

Damals allerdings waren die Kapazitäten Sperl zufolge auch noch voll ausgelastet. Gegenwärtig gebe es in der Sparte Frachterumrüstung krisenbedingt noch Kurzarbeit für einige Beschäftigte. Betroffen davon sind im Durchschnitt 290 der insgesamt 600 Arbeitsplätze in diesem Bereich. Die zunächst bis 30. Juni befristete Maßnahme will der Geschäftsführer bis zum Endes des Jahres ausdehnen und führt entsprechende Verhandlungen.

Weitere 400 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in seinem zweiten Geschäftsfeld, der Entwicklung und Produktion von Leichtbaukomponenten. Die restlichen 100 sind in anderen Zentralfunktionen und der Verwaltung tätig.

Das Nebeneinander der beiden Sparten sichert der ehemals reinen Flugzeugwerft in Krisenzeiten das Überleben. "Alleine sind beide Bereiche zu klein, um bestehen zu können", sagte Sperl. Gerade in der jüngsten Krise habe sich die Risikostreuung bewährt.

Auch künftig soll diese strategische Aufstellung beibehalten werden. Da die Luftfahrt ein zyklisches Geschäft ist und auch bleiben wird, hält Sperl es für angeraten, zwei in etwa gleich starke Standbeine zu haben.

Die zweite Sparte Komponentenentwicklung- und fertigung hat ihren Umsatz in den vergangenen zwei Jahren im Vergleich zur Frachterumrüstung ausgebaut und auf ein Verhältnis von 70% zu 30% verändert. 2007 erreichte der Flugzeugumbau noch einen Umsatzanteil von 60%.

Für die Frachtersparte sieht Sperl aber jetzt die schlimmsten Zeiten überstanden. Er rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit neuen Aufträgen. Zum einen geht es um die Umrüstung von Airbus A320-Maschinen, die 2012 starten soll. Zum anderen sind Umbauten von A330-Fliegern ab 2013/14 geplant.

Im Leichtbaubereich sind die Aussichten rosiger. Bisher produziert EFW ausschließlich für Airbus Bodenplatten, Cockpittüren und die Innenverkleidungen der Frachträume in Flugzeugen. "Wir können uns vorstellen, diese Palette zu erweitern", sagte Sperl. Denkbar sei die Produktion von Ruheräumen für das Kabinenpersonal auf Langstreckenflügen. Außerdem erwägt die EADS-Tochter die Belieferung anderer Flugzeughersteller wie Boeing oder Embraer.

Damit nicht genug. Der Geschäftsführer ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für seine Produkte. Der erste Erfolg sei 2009 mit dem Zuschlag für die Entwicklung und Fertigung von Fußbodenplatten für Straßenbahnen von Bombardier gelungen, sagte er. Gegenwärtig laufe hier eine intensive Testphase. Möglich hält Sperl zudem den Einsatz der Bodenplatten in Bussen, Schiffen oder sogar Aufzügen.

Aber auch ohne diese Chancen ist der Geschäftsbereich für die nächsten Jahre ausgelastet. "Entsprechend des Auftragsbestands von Airbus haben auch wir für mehr als drei Jahre Arbeit in diesem Segment", sagte Sperl. Dabei übernimmt EFW nicht nur die Fertigung der Produkte, sondern entwickelt diese auch nach den Vorstellungen des Flugzeugbauers. "Wir sind exklusiver Bodenplatten-Lieferant für die A380 und die A350", sagte Sperl. Hier würden ausschließlich moderne Werkstoffe wie Kohlefasern und Glasfasern eingesetzt.

Webseite: www.efw.eads.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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