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12.06.2008

INTERVIEW: Eaton sucht nach Moeller-Übernahme weitere Kaufziele

Von Andreas Heitker DOW JONES NEWSWIRES

Von Andreas Heitker DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Der US-Industriekonzern Eaton Corp hat mit der Integration der Bonner Moeller-Gruppe begonnen, will sich aber schon in absehbarer Zeit nach weiteren Akquisitionsmöglichkeiten umsehen. "Europa und Asien sind immer noch unterrepräsentierte Regionen bei Eaton", sagte Chairman und CEO Alexander M. Cutler in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Daher werde Eaton weiter organisch wachsen - aber auch über Zukäufe.

Cutler verwies darauf, dass sich der Konzern nun zunächst auf die Integration von Moeller sowie der in Taiwan ansässigen Phoenixtec konzentrieren werde. Durch diese beiden neuen Töchter habe Eaton immerhin 14.000 neue Mitarbeiter in den vergangenen drei Monaten hinzubekommen. "Aber ich glaube, dass wir gegen Jahresende wieder im Akquisitionsmarkt zurück sind", so der CEO. Eaton sei noch nicht am Ende der finanziellen Möglichkeiten angelangt. Und gegen Jahresende gebe es dann auch wieder mehr Managementkapazitäten.

Die in Cleveland ansässige Eaton Corp hatte im vergangenen Dezember die Übernahme von Moeller und Phoenixtec angekündigt. Für diese Zukäufe hat der in den Bereichen Elektronik und Automobilzulieferung tätige Mischkonzern insgesamt rund 2,5 Mrd USD ausgegeben. Den Zukauf der Moeller-Gruppe mit ihren 9.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von gut 1 Mrd EUR hatte Eaton im April abgeschlossen.

Derzeit beginnen nach Angaben von Chairman und CEO Cutler Teams, die aus Eaton- und Moeller-Mitarbeiter bestehen, mit den Integrationsarbeiten. Eaton wolle dabei aber behutsam vorgehen, weshalb dieser Prozess endgültig wohl erst "in einigen Jahren" abgeschlossen sei, sagte er. Die Moeller-Geschäfte müssten so eng wie möglich in die bisherige Elektronik-Sparte von Eaton eingebracht werden.

Beide Seiten ergänzten sich hervorragend, betonte Cutler. Eaton habe bisher schon eine starke Position in Nordamerika gehabt, Moeller dagegen in West- wie auch in Osteuropa. Gerade Deutschland sei mit seinen zahlreichen technologisch führenden Unternehmen ein wichtiger Markt für Eaton. Bisher habe der Konzern bereits im Automobil- und Truck-Bereich einen guten Namen in Deutschland gehabt. Dies werde jetzt über die Moeller-Akquisition auch im Elektronik-Bereich der Fall sein.

Eaton ist unter anderem ein Anbieter von hydraulischen und LKW-Antriebssystemen, Kfz-Motorbelüftungen, Antriebslösungen und spezialisierten Steuersystemen. Zu den Kunden gehören nach Angaben von Cutler alle großen deutschen Automobil- und Nutzfahrzeughersteller - von Daimler, über Volkswagen, MAN, Audi bis zu BMW.

Nach dem Zukauf von Moeller und Phoenixtec ist allerdings die Elektronik-Sparte mittlerweile zum größten Geschäftsbereich bei Eaton geworden. Ein Verkauf der Sparten "Automotive" oder "Truck", mit denen der 1911 gegründete Konzern groß geworden ist, kommt für Cutler dennoch nicht in Frage. Eaton wolle ein diversifizierter Industriekonzern bleiben, sagte er in dem Interview. Die Strategie sei, eine richtige Balance zu erreichen - geografisch, im Mix der Geschäftsbereiche und bezüglich der Konjunkturzyklen.

Eaton hatte 2007 einen Umsatz von 13,0 Mrd USD erzielt. Für 2008 strebt Cutler ein Wachstum von 25% an. Allein 17 Prozentpunkte Umsatzplus sollen aus den jüngsten Akquisitionen stammen. Bis 2010 will der neue Moeller-Eigentümer einen Umsatz von 18 Mrd USD erreichen, wie Cutler bekräftigte. 2008 soll das Ergebnis je Aktie nach einem starken ersten Quartal um 17% steigen, wie der CEO sagte. Moeller und Phoenixtec würden ab 2009 ein zusätzliches Ergebnis von 0,25 USD je Aktie bringen.

Webseite: http://www.eaton.com

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com

DJG/hei/smh

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