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22.09.2010

INTERVIEW/Heimische Anwender streuen neuer SAP-Spitze Rosen

Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

NÜRNBERG/FRANKFURT (Dow Jones)-Der Wechsel an der Spitze des Softwarekonzerns SAP sorgt bei heimischen Nutzern der Unternehmenssoftware für gute Laune. "Was sich grundsätzlich geändert hat, ist der Umgang mit den Kunden", sagt Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der einflussreichen deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG, im Gespräch mit Dow Jones Newswires. "Da herrscht nun ein ganz anderer Ton."

SAP hatte sich im Februar dieses Jahres von seinem damaligen Vorstandssprecher Léo Apotheker getrennt. Der Schritt kam insofern überraschend, als dass der Manager noch nicht allzu lange alleiniger CEO von SAP gewesen war. Bis Ende Mai 2009 hatte Apotheker für etwas mehr als ein Jahr zusammen mit Henning Kagermann als Co-CEO den Konzern geleitet.

Allerdings war Apotheker in seiner Zeit an der Spitze alles andere als unumstritten. Ein großes Thema war dabei die 2008 erfolgte Ankündigung von SAP, alle Kunden auf ein teureres Wartungsmodell mit dem Namen Enterprise Support migrieren zu wollen.

Das Vorhaben scheiterte letztlich auch am Widerstand der deutschen Kunden. Wenige Wochen vor Apothekers Abgang kündigte SAP an, weltweit wieder eine Wahlmöglichkeit anzubieten, bei der man zwischen einer Standardwartung und dem - mit mehr Leistungen ausgestatteten - Enterprise-Support-Vertrag entscheiden kann.

Seit dem Weggang von Apotheker hat SAP wieder eine Doppelspitze, die von Vertriebsvorstand Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, der im Vorstand für die Produktentwicklung verantwortlich ist, gebildet wird. Snabe unterstrich am Dienstag auf dem DSAG-Jahreskongress in Nürnberg die Wichtigkeit des partnerschaftlichen Umgangs zwischen SAP und der Anwendergruppe.

Dieser war unter Apotheker offenbar eingetrübt. Mit Blick auf das Thema Enterprise Support habe es im gesamten Jahr 2009 keinen direkten Kontakt zwischen dem damaligen Vorstandssprecher und der DSAG gegeben, sagte Liebstückel. Über die Ernennung von Snabe sei er "sehr erfreut".

Die 1997 als Verein gegründete DSAG sieht sich als unabhängige Interessenvertretung der SAP-Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den Mitgliedern gehören beispielsweise alle 30 im DAX gelisteten Konzerne. Liebstückel, der früher selbst bei SAP beschäftigt war, ist seit November 2007 Vorstandsvorsitzender der DSAG.

Der Plan von SAP, verstärkt auch kleinere Firmen für seine Software begeistern zu wollen, dürfte die Anwendergruppe vor positive Herausforderungen stellen. "Bislang haben wir hauptsächlich große bzw größere Unternehmen im Verein," sagt Liebstückel. "Kleine Unternehmen sind ein ganz anderes Klientel, das für uns nun aber zum Thema wird."

Um diese Firmen in die DSAG einzugliedern, würde sich nach Einschätzung von Liebstückel etwa der verstärkte Einsatz von Videokonferenzen und regionalen Arbeitsgruppen anbieten. SAP hat nach langen Verzögerungen im Sommer eine Mietsoftware für den Mittelstand mit dem Namen "Business ByDesign" in sechs Ländern in den Markt gebracht und setzt große Hoffnungen auf das Produkt.

Webseite: www.sap.com -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107; philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/jhe

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