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29.10.2008

INTERVIEW/IG Metall will Welle von Warnstreiks in Gang setzen

Von Roman Kessler und Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutschen Metall- und Elektroindustrie steht im Tarifstreit eine einwöchige Serie von Warnstreiks bevor. Die IG Metall plant konzentrierte Streiks ab Freitag bei allen großen Automobilherstellern und Maschinenbauunternehmen, wie Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall Frankfurt, am Mittwoch zu Dow Jones Newswires sagte.

Am Donnerstag wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft erneut treffen, um über einen Tarifabschluss für Baden-Württemberg zu verhandeln. Eine Einigung in der Pilotregion des deutschen Automobilbaus könnte der maßgebende Abschluss für die gesamte Metallbranche werden. Diese beschäftigt in Deutschland 3,6 Millionen bzw. 9% aller Arbeitnehmer.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kündigte unterdessen an, in der bevorstehenden Verhandlungsrunde voraussichtlich ein Angebot vorzulegen. Dieses werde wahrscheinlich um einiges niedriger sein, als die Gewerkschaftsforderung nach einer Lohnsteigerung um 8%.

Eine Einigung bereits am Donnerstag ist demnach unwahrscheinlich. Die IG Metall werde nicht vor dem 10. November entscheiden, ob eine Verhandlungslösung in Sicht ist oder die Streiks ausgeweitet werden müssten, sagte Schild. Zu diesem Verhandlungszeitpunkt "haben konzentrierte Warnstreiks ja auch ihren Sinn. Wir wollen ein Klima für eine schnelle Lösung schaffen", sagte Schild. "Es wird massive Warnstreiks geben, die alle großen Namen betreffen", kündigte er an. Die Empörung in den Betrieben und die Streikbereitschaft seien groß, fügte Schild hinzu.

Die Arbeitgeber bezeichneten die Streiks als unnötig. Angesichts des nicht vorhergesehenen Abschwungs und der Finanzkrise "brauchen wir keinen Krawall, sondern ein vernünftiges Verhandlungsklima", hieß es in Reaktion auf die Gewerkschaftspläne.

Schild lehnt es ab, Lohnverhandlungen an den Schockwellen der Wirtschaft auszurichten. "Wir brauchen einen mittelfristigen Weg", sagte er. Schild gesteht zwar zu, dass die Auftragsbücher der Hersteller dünner geworden sind, sieht aber dennoch Spielraum für Lohnsteigerungen. "Die Eigenkapitalquoten in der Autobranche sind traumhaft", so der Gewerkschaftsfunktionär. Ein kräftiges Lohnplus sei zudem gut für die Inlandsnachfrage.

Webseite: http://www.igmetall.de -Von Roman Kessler und Martin Rapp; Dow Jones Newswires, +49 (0) 69 29725 300; konjunktur.de@dowjones.com DJG/DJN/mmr/hab

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