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21.05.2010

INTERVIEW/Infineon kann deutlich von stärkerem Dollar profitieren

Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Halbleiterhersteller Infineon profitiert deutlich vom steigenden Dollarkurs. "Es bringt uns im Segmentergebnis derzeit 1,0 bis 1,5 Mio EUR pro Quartal, wenn der Dollar um einen Cent zum Euro steigt", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Bauer im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Dieser Effekt werde aber durch mehr Wertschöpfung in Asien abnehmen, fügte Bauer hinzu. Der Neubiberger DAX-Konzern erwirtschafte derzeit 60% seines Umsatzes in Dollar, im Geschäft mit Mobilfunkchips seien es gar mehr als 80%. "Unsere Wertschöpfung in Dollar steigt zwar an, aber nicht so rasch, dass wir nicht doch von einem starken Dollar profitieren würden", sagte Bauer.

Spekulationen um einen möglichen Verkauf der Sparte für Mobilfunkchips an den Wettbewerber Intel wollte Bauer keine neue Nahrung geben. "Ich sehe da keine Gefahr in diese Richtung", sagte er. Infineon habe "derzeit nichts, was wir dringend verkaufen müssen". Er sehe zwar, "dass viele unserer Geschäfte interessant sind für Wettbewerber, genau wie umgekehrt, aber daraus entsteht ja keine Übernahme", erläuterte er. Bauer erwartet für sein Unternehmen in diesem und im kommenden Jahr weitere Marktanteilsgewinne bei den Mobilfunkchips. "Dieses Segment schafft Wert für Infineon", sagte Bauer, der Infineon als Nummer drei im Markt für Handychips sieht.

Auch den Gesamtkonzern sieht der Vorstandsvorsitzende nicht von einer Übernahme bedroht. Akquisitionen und Zusammenschlüsse bei Unternehmen der Größe Infineons seien in der Vergangenheit selten gewesen und würden es wahrscheinlich auch in der Zukunft bleiben. "Wir haben die kritische Masse in unseren Zielmärkten, um im Weltmarkt mit allen auf Augenhöhe zu konkurrieren", sagte Bauer.

Zuletzt profitierte die Infineon Technologies AG von einem deutlichen Aufschwung des Marktes, in den ersten beiden Quartalen hat sie ihre Prognose bereits zwei Mal angehoben. "Dieser Aufschwung wird unserer Meinung nach länger anhalten, auch über das Jahr 2011 hinaus", erklärte Bauer. Allerdings dürfe es dabei nicht zu größeren Störungen im Welt-Finanzmarkt kommen, fügte er hinzu. Er sei der Ansicht, "anders als manche Analysten, dass wir keinen Halbleiterzyklus sehen, sondern einen Aufschwung, der sich aus einer unterdrückten Bedarfssituation ergeben hat, durch die Finanzkrise", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Mit einer abermaligen Anhebung des Ausblicks rechnet Bauer nicht, schließlich sehe man "inzwischen recht klar, was den verbleibenden Teil unseres Geschäftsjahres anbetrifft". Zudem seien weitere große Wachstumsraten schon allein deshalb nicht zu erwarten, weil dafür die Produktionskapazität fehlt. Und Infineon betreibe "keinen endlosen Kapazitätsaufbau, auf dessen Kapazitäten wir dann sitzen bleiben", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Den Umsatz für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 (30. September) sehen die Neubiberger im hohen 30-Prozentbereich über dem Vorjahreswert von rund 3 Mrd EUR. Für die Segmentergebnismarge erwartet der Konzern im Gesamtjahr mehr als 10%. Infineon legt seiner Prognose einen Wechselkurs des Dollar gegenüber dem Euro von 1,40 zugrunde.

Webseite: www.infineon.com - Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/apr/kla Dow Jones Newswires

May 20, 2010 23:00 ET (03:00 GMT)