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09.08.2010

INTERVIEW/Kabel BW will nicht bei Tele Columbus oder Primacom einsteigen

Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)-Der Kabelnetzbetreiber Kabel BW hat kein Interesse am Einstieg bei den beiden finanziell angeschlagenen Wettbewerbern Tele Columbus und Primacom. "Wir sind kein Kandidat für einen Einstieg oder eine Übernahme bei Tele Columbus oder Primacom, denn daraus würden wir keine Skaleneffekte oder Effekte in der Netzeffizienz erzielen", sagte Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kabel BW, am Montag im Interview mit Dow Jones Newswires. Kabel BW müsste die dadurch gewonnen Kunden außerhalb des Heimatmarktes Baden-Württemberg erst technisch anbinden. "Das wäre sehr teuer. Wir bleiben hier in Baden-Württemberg", erklärte Rösch.

Einen Teil des Tele-Columbus-Netzes mit 43.000 Kunden hat der Konzern bereits übernommen, erst vor wenigen Tagen wurde der Verkauf abgeschlossen, nachdem zuvor das Bundeskartellamt zugestimmt hatte. Zum Kaufpreis äußerten sich beide Unternehmen nicht. Das TV-Signal hatten die rund 43.000 Kabelkunden zwar bereits von Kabel BW erhalten, nun versorgt sie der Konzern mit Sitz in Heidelberg allerdings auch mit Breitband-Internet und Telefon.

Das Wachstum des Kabelnetzbetreibers will Geschäftsführer Rösch künftig durch den Ausbau des Geschäfts mit schnellen Internetzugängen und Telefonie vorantreiben. Jeder vierte der 2,3 Mio TV-Bestandskunden telefoniert und surft bereits im Internet mit Kabel BW. Rösch strebt bis 2015 eine Verdopplung der Quote auf 50% an. "Viel mehr als 50% sollten wir uns bis 2015 nicht vornehmen", sagte er.

Kabel BW konnte im ersten Halbjahr bereits stark vom Umsatzwachstum bei Telefonie und schnellem Internet profitieren. Um rund ein Drittel wuchs hier in den ersten sechs Monaten die Zahl der Kunden auf 590.000 von 444.000 im Vorjahreszeitraum.

Den Umsatz hat der Kabelnetzbetreiber im ersten Halbjahr um 14% auf 269 (Vorjahr: 236) Mio EUR gesteigert. Dieses Tempo will Rösch beibehalten. "Im Moment sehen wir keinen Grund für ein langsameres Wachstum beim Umsatz", erklärte er. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs im ersten Halbjahr um 22% auf 149 (122) Mio EUR. Eine Abschwächung im zweiten Halbjahr sei auch beim Ergebnis nicht in Sicht. "Wir wollen das Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz überproportional steigern", erklärte Rösch.

Kabel BW war im Jahr 2006 für rund 1,3 Mrd EUR vom schwedischen Private-Equity-Investor EQT übernommen worden, der das Unternehmen nun seit mehr als vier Jahren hält. "Unseren Mitarbeitern ist klar, dass es mit einem Finanzinvestor als Eigentümer irgendwann zu einer Transaktion kommen kann", sagte Rösch. Er wollte sich aber nicht näher dazu äußern, ob diese Transaktion aus einem Börsengang oder einem Verkauf des Kabelnetzbetreibers bestehen könnte.

Webseite: www.kabelbw.de - Von Matthias Karpstein und Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/kla

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