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25.08.2000 - 

Die Zukunft des PCs/Können alternative Netzgeräte den PC gefährden?

Interview mit Stephan Gillich, Program Manager Media, Intel Deutschland

CW: Herr Gillich, Intel hat soeben die Dot.Station, ein Bildschirmtelefon mit Internet-Zugang, präsentiert. Welche Rolle spielen Non-PC-Internet-Devices bei Intel?

Gillich: Unser Buzword ist das eHome. Wir gehen davon aus, dass das Internet das Haus durchdringt, wie es der Strom vor 100 Jahren tat. Es wird eine Reihe verschiedener Endgeräte geben, die das Internet nutzen. Deren Einsatzzweck hängt von der entsprechenden Lebenssituation ab. Der PC wird eines dieser Geräte sein, Telefone, Fernseher, Settop-Boxen oder PDAs sind Alternativen.

CW: Wozu benötigt man zu Hause verschiedene Zugangsgeräte?

Gillich: Der PC als "Eier legende Wollmilchsau" ist für einfache Anwendungen gar nicht nötig. Zum Abrufen eines Börsenkurses genügt allemal ein Handy. Erst wenn mehr Informationen recherchiert werden sollen, kommt das Mobiltelefon an seine Grenzen.

CW: Sie begeben sich mit der Dot.Station in einen Markt, in dem es den Anbietern von Settop-Boxen nicht gelungen ist, Kasse zu machen. Worin sehen Sie deren Schwäche?

Gillich: Ihnen fehlen die adäquaten Inhalte, und die Darstellung am Fernseher ist nicht optimal. Da ist die Frustration programmiert. Es kann nicht gelingen, einfach ein neues Endgerät einzuführen, das auf die Inhalte zugreift, die für den PC optimiert wurden, aber nicht über dessen Leistungsfähigkeit verfügt. Für uns stellt sich das Zukunftsbusiness als integrierte Leistungskette dar. Das beginnt mit Systemen, die Inhalte plattformgerecht aufbereiten, und endet mit dem Client.

CW: Ist das der Grund, warum Sie die Dot.Station nur über ISPs verkaufen?

Gillich: Das ist das Modell, mit dem wir uns den größten Erfolg ausrechnen. Erst im Paket mit einem ansprechenden Service wird die Dot.Station erfolgreich.

CW: Zielt das Angebot auf neue Anwendergruppen oder auf erfahrene User?

Gillich: Beides. Erfahrene User könnten die Dot.Station als Zweitgerät nutzen. Sie können dann zum Beispiel E-Mails bearbeiten, ohne langwierige Boot-Vorgänge abzuwarten. Für Internet-Neulinge kann das Gerät ein Interface anbieten, das einfacher ist als der PC.

CW: Wie muss man sich das vorstellen?

Gillich: Anbieter wie zum Beispiel Dr. Oetker könnten Stationstasten mit einem bestimmten Service belegen, etwa wöchentlich aktualisierten Kochrezepten. Andere Stationstasten führen zu Standarddiensten wie etwa der Telefonauskunft. Dem User genügt ein Knopfdruck, und schon ist er beim Dienst seiner Wahl.

CW: Internet light sozusagen?

Gillich: Nein, Internet direkt. Grundsätzlich kann der Benutzer mit der Dot.Station nach wie vor auch beliebig surfen.

CW:Will die Hausfrau in der Küche überhaupt ins Netz?

Gillich: Wenn es ihr einen Nutzen bringt, sicher.

CW:Interaktives Fernsehen scheint aber nicht zu funktionieren.

Gillich: Möglicherweise bleibt der Fernseher auf Dauer das Medium zum passiven Konsum von bewegten Bildern. Das Internet wird dem Benutzer dann vielleicht einfach eine größere Vielfalt an Sendungen anbieten. Die Konvergenz findet nicht in den Endgeräten statt, sondern in den Anwendungen. Das bislang geschlossene System Fernsehen wird offen.

CW:Das Internet führt also nicht dazu, dass der PC an den Rand gedrängt wird?

Gillich: Nein, im Gegenteil, den PC wird es auch 2020 noch geben. Das Internet ist ein aktives Medium, und es ist ein Publikationsmedium. Sobald es darum geht, Daten auch zu verarbeiten, kommt der PC ins Spiel.

CW:Der PC ist aber für Normalverbraucher zu kompliziert. Ist im Markt noch Platz für den "Einfach-PC"?

Gillich: Auf jeden Fall. Im Rahmen der Ease-of-Use-Initiative arbeiten wir an entsprechenden Standards.

CW:Dann müssen aber die Home-Geräte miteinander vernetzt sein.

Gillich: Miteinander und mit dem Internet. "Inhome" sind in Europa zwei Lösungen denkbar, entweder wireless oder über den bereits etablierten Dect-Standard.

CW:Dann würde sich die Dot.Station oder mein PDA bei der Basisstation meines Gigaset-Telefons anmelden?

Gillich: Zum Beispiel.