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26.01.1996

Interview/"Ob wir verkaufen, haengt vom Preis ab"

CW: Sie haben den Chefsessel geraeumt, 60 Mitarbeiter entlassen und zugestimmt, dass Gupta nicht mehr Ihren Namen traegt, sondern in Centura umgetauft wird. Sind Sie tatsaechlich freiwillig zurueckgetreten?

Gutpa: Aber ja. Zu den Einstellungsbedingungen fuer Sam Inman gehoerte, dass er mich als Chief Operating Officer (COO) in einer Uebergangszeit nach und nach von der taeglichen Arbeit entlastet. Ausserdem musste er sich bereit erklaeren, spaeter einmal die gesamte Belastung eines Chief Executive Officers (CEO) auf sich zu nehmen. Jetzt war es soweit.

CW: Warum ziehen Sie sich zurueck?

Gutpa: Ich habe die Firma elf Jahre lang geleitet, und das war eine fantastische Zeit. In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde es jedoch immer schwieriger, mein Familienleben mit der Arbeit in Einklang zu bringen. Deshalb habe ich mir jemanden gesucht, der das Zeug zum Chef einer Firma hat, die groesser ist als unsere, und die Geduld, sich einzuarbeiten. Kurz, wir haben mit Sam Inman einen Nachfolger fuer mich aufgebaut, und er hat sich bewaehrt. Er hat die US-Mannschaft verkleinert und zusammengeschweisst. Ausserdem hat er es auf sich genommen, die Einnahmen zu erhoehen und die Kosten zu senken, damit wir wieder profitabel werden.

CW: Hat Sie die Geschwindigkeit der Entwicklung ueberrascht?

Gupta: Es ging schnell, ich hatte mit einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren gerechnet. Ich habe zu Sam gesagt: "Dieses Unternehmen ist voller vielversprechender Visionen, was es braucht, ist Profit. Das ist deine Aufgabe."

CW: Es heisst, Sie wurden zum Ruecktritt gedraengt...

Gupta: Das ist absolut falsch. Situationen wie unsere haben in der Regel zwei Ursachen. Entweder hat sich das Kraefteverhaeltnis im Board veraendert, oder der Gruender hat die Nase voll und wirft den Krempel hin. Nichts davon trifft zu. Wie gesagt, wir haben den Uebergang langfristig geplant. Ausserdem laesst es mein Firmenanteil von 20 Prozent gar nicht zu, dass ich mich ganz zurueckziehe.

CW: Werden Sie Ihren Anteil in dieser Hoehe behalten?

Gupta: Ich habe ihn schon bisher nach und nach reduziert. Das werde ich wohl auch weiterhin tun. Trotzdem halte ich nach wie vor einen grossen, wenn nicht den groessten Anteil an Gupta. Ausserdem werde ich als Chairman und Board-Mitglied meinen Einfluss geltend machen.

CW: Hat Ihr Rueckzug mit den finanziellen Problemen der Firma zu tun?

Gupta: Ich habe schon gesagt, dass es private Gruende waren, die mich zu diesem Schritt veranlasst haben. Ausserdem haben wir 20 Millionen Dollar in der Kasse. Das reicht fuer die anstehende Umstrukturierung.

CW: Gupta soll in Centura umbenannt werden. Naehrt das nicht Spekulationen, man wolle Sie und Ihren Namen loswerden?

Gupta: Ich kann nur wiederholen, dass wir lediglich Beschluesse umsetzen, die wir vor zehn Monaten getroffen haben. Zu einer Zeit, als Client-Sever-Technik noch etwas Besonderes war, mussten wir dafuer sorgen, dass der Name Gupta als Synonym dafuer galt. Nun sind die Centura-Tools unser Alleinstellungsmerkmal, darum wollen wir wie sie heissen.

CW: Der Werbeaufwand fuer diese Werkzeuge erinnert an den Flop von 1994, als Sie 15 Millionen Dollar ausgaben, ohne den angepeilten Massenmarkt zu erreichen...

Gupta: Die Situation ist heute anders. Ich sehe es so: Wir werden unseren Umsatz verdoppeln, weil unsere Firma und unser Produkt denselben Namen haben - wenn auch vielleicht nicht ueber Nacht.

CW: Macht die jetzige Situation Ihr Unternehmen nicht zum optimalen Uebernahmekandidaten?

Gupta: Am ehesten in dem Sinn, dass wir attraktiver werden, weil wir auf dem Weg sind, wieder Profite zu machen.

CW: Bislang haben Sie sich immer gegen Uebernahmen gewehrt. Werden Sie auch diesmal einen Verkauf verhindern?

Gupta: Es kommt auf den Preis an. Ein ernsthaftes Angebot sollte man sich durchaus ansehen. Ich habe nie etwas anderes gesagt. Diese Haltung ist fuer mich als Mitglied des Board of Directors und Aktionaer nicht nur eine Pflicht, sie dient auch meinem eigenen Interesse. Das heisst aber nicht, dass wir dabei sind, einen Kaeufer zu suchen. Es gibt von uns aus keinerlei Aktivitaeten in dieser Richtung.

Mit Umang Gupta, dem Gruender des gleichnamigen Datenbank- und ToolUnternehmens, sprach Don Tennant von der CW- Schwesterpublikation "Computerworld Hongkong".