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03.06.2007

INTERVIEW/Pepcom-Gründer will Kabelnetzbetreiber zurückkaufen

Von Archibald Preuschat

Von Archibald Preuschat

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Gründer des sechstgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Pepcom, Heinz-Peter Labonte, will das Unternehmen von den Finanzinvestoren wieder zurückkaufen, weil sie seine Wachstumsstrategien nicht umsetzen wollen. "Ich habe ein Angebot für alle Unterenehmensteile angekündigt", sagte Labonte am Freitag in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Dabei hält Labonte eine Bewertung von Pepcom zwischen 200 Mio und 220 Mio EUR "für nicht unrealistisch". Das würde rund dem zehnfachen des EBITDA entsprechen. Die jetzigen Mehrheitseigner stehen dem Plan indes skeptisch gegenüber.

Labonte hatte Pepcom 2001 gegründet und hält mittlerweile noch 9,5% der Anteile an dem Kabelnetzbetreiber, der nach seinen Angaben rund 500.000 Kunden in verschiedenen Teilen Deutschlands hat. 81% werden von den Finanzinvestoren GMT und Veronis Suhler Stevenson (VSS) gehalten. VSS ist ein Private-Equity-Unternehmen, das zusammen mit dem britischen Investor David Montgomery vor eineinhalb Jahren mit dem Einstieg bei der "Berliner Zeitung" bekannt geworden ist.

Bei Pepcom, die auch eine 70%-Beteiligung an der Münchener Kabelnetzbetreiber KMS hält, haben die Finanzinvestoren die Erwartungen von Labonte aber nicht erfüllt. "Ich habe ein klares Wachstumskonzept vorgelegt, mit dem Ziel, 1 Million Kunden zu erreichen. Das ist nicht umgesetzt worden", sagte Labonte im Interview mit dieser Nachrichtenagentur.

"Durch Verträge mit der Wohnungswirtschaft wäre das Kundenwachstum auch erreichbar gewesen", sagte er. Seinen Angaben zufolge werden jährlich rund 1,5 Millionen Gestattungsverträge von Wohnungsgesellschaften in Deutschland neu ausgeschrieben, die den Zugang zum Endkunden ermöglichen.

Die Millionen-Kunden-Grenze ist für ihn schon allein deswegen wichtig, weil Labonte den Kabelnetzbetreiber an der Börse gelistet sehen will. Jetzt möchte Labonte das Ziel mit anderen Investoren erreichen. Er sei mit anderen Interessenten im Gespräch, sagte er. Unter ihnen befänden sich sowohl strategische wie auch Finanzinvestoren. Einzelheiten nannte er ausdrücklich nicht und will sich auch zum weiteren Verlauf seiner Rückkaufabsicht nicht äußern.

Sollte es Labonte der Rückkauf gelingen, strebt er für 2009 oder 2010 einen Börsengang für Pepcom an. Hinter seinen Plan muss aber wohl noch ein Fragezeichen gesetzt werden. "Der Umstand, dass Labonte unseren Anteil an Pepcom erwerben will, heißt nicht notwendigerweise, dass wir beabsichtigen einen Anteil zu verkaufen", sagte Massimo Prelz vom Finanzinvestor GMT.

Johannes von Bismarck, Geschäftsführer des weiteren Gesellschafters VSS, wollte mögliche Transaktionen des Finanzinvestors zwar grundsätzlich nicht kommentieren, sagte aber: "Nur soviel: Zurzeit werden keine Gespräche mit potenziellen Käufern über Anteile an der Pepcom-Gruppe geführt." Auch das Management um Pepcom-Geschäftsführer Martin Bilger hält 9,5% an dem Kabelnetzbetreiber und steht der Offerte von Labonte ablehnend gegenüber. "Es gibt keinen Bedarf, die Anteile zu verkaufen", sagte Bilger dieser Nachrichtenagentur.

Webseiten: http://www.pep-com.de/

http://www.vss.com/

http://www.gmtpartners.com/

-Von Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires; +49 (0)211 - 13872 18,

archibald.preuschat@dowjones.com

DJG/apr/rio

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