Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.05.2008

INTERVIEW/Qimonda hält Ausbau des Solargeschäfts für denkbar

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Qimonda AG hält nach den Worten ihres Chief Operating Officer (COO) Thomas Seifert nach der Gründung des Solar-Gemeinschaftsunternehmens mit Centrosolar einen Ausbau der Aktivitäten bei Solarzellen für denkbar. "Wir sind in diesen Markt eingestiegen, um mit dem Markt zu wachsen", sagte Seifert am Montag im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Dabei könne Qimonda mit vergleichsweise geringen Investitionen hohe Potenziale für neue Umsätze und Erträge erschließen.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Qimonda AG hält nach den Worten ihres Chief Operating Officer (COO) Thomas Seifert nach der Gründung des Solar-Gemeinschaftsunternehmens mit Centrosolar einen Ausbau der Aktivitäten bei Solarzellen für denkbar. "Wir sind in diesen Markt eingestiegen, um mit dem Markt zu wachsen", sagte Seifert am Montag im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Dabei könne Qimonda mit vergleichsweise geringen Investitionen hohe Potenziale für neue Umsätze und Erträge erschließen.

Zwar bleibe der Fokus weiterhin auf dem Kerngeschäft mit Speicherhalbleitern, doch schaue das Unternehmen auch nach Geschäften, bei denen sich Wachstumschancen ergeben und Synergien aus dem Kerngeschäft heben lassen würden, so Seifert.

Früher am Berichtstag hatten Qimonda und die Centrosolar Group AG mitgeteilt, ein Joint Venture (JV) im Bereich Solarzellenfertigung gegründet zu haben. Es sei ein Vertrag für den Bau, die Einrichtung und den Betrieb einer gemeinsamen Solarzellen-Produktionsanlage in Portugal geschlossen worden.

Qimonda bringe dabei seine jahrzehntelange Erfahrung in der Silizium-Fertigung und mit dem Umgang mit einem hohen Kostendruck in der Halbleiterindustrie ein, so Seifert. So werden die bestehenden Beziehungen zu Siliziumherstellern und die Einkaufsmacht von Qimonda eine wesentliche Rolle spielen. Mit der Hereinnahme eines Partners aus der Solarzellen-Industrie wie Centrosolar werde das Marktrisiko minimiert. So verfüge dieser über die notwendigen Kenntnisse in den Endmärkten und dem Vertrieb von Solarzellen.

An dem Gemeinschaftsunternehmen ist Qimonda über ihre hundertprozentige Tochter Qimonda Solar GmbH mit 51% beteiligt, Centrosolar mit 49%. In das Projekt am bestehenden Backend-Standort von Qimonda im portugiesischen Vila do Conde sollen durch das JV bis September kommenden Jahres 70 Mio EUR investiert werden.

Von den 70 Mio EUR sollen bis zu 70% über lokale Banken fremdfinanziert werden. Zudem seien Fördergelder beantragt worden. Wie hoch diese letztendlich ausfallen werden bzw. wie hoch der Anteil von Qimonda an dem Investment in Portugal sein wird, ist daher noch nicht absehbar.

Zunächst sei eine Produktion von Solarzellen mit einem jährlichen Volumen von 100 Megawatt geplant. Die volle Kapazität soll spätestens Ende des Kalenderjahres 2009 erreicht werden. Bei voller Kapazität rechnet Qimonda mit einem jährlichen Umsatz des JV von 200 Mio EUR. Zu den erwarteten Erträgen machte Seifert keine konkreten Angaben. Er gehe aber davon aus, hier den Breakeven in "überschaubarer Zeit" zu erreichen.

Seifert verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Kapitalintensensität beim Aufbau einer Fertigungsanlage von Solarzellen im Vergleich zu einer Speicherchipproduktion relativ überschaubar sei. Daher müsse Qimonda auch die Prognose für die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) sowie die geplanten Investitionen nicht ändern, sagte Seifert weiter. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Qimonda mit F&E-Aufwendungen von 430 Mio bis 460 Mio EUR und Investitionen von 400 Mio bis 500 Mio EUR.

Ebenso sei bei der Solarzellenproduktion die Zeitspanne, in der sich Investitionen in konkrete Umsätze umwandeln, deutlich kürzer. Für den Aufbau einer Speicherchip-Fertigung müssen die Hersteller Milliardenbeträge investieren und mindestens zwei Jahre Bau- und Vorlaufzeit bis zum Produktionsbeginn einplanen.

Bei dem neuen Joint Venture habe das geplante Gebäude eine Kapazität für eine Produktion von 250 Megawatt pro Jahr. Ob die Produktion dort ausgebaut wird, werden Qimonda und Centrosolar dann entscheiden, wenn es erste Erfolge mit dem Hochlauf der bislang geplanten Produktion gibt. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es bislang nicht.

Qimonda ist eine 77,5-prozentige Tochter der Infineon Technologies AG. Infineon will sich mittelfristig ganz von ihrer Qimonda-Beteiligung trennen. Qimonda hatte in den vergangenen Quartalen mit einem anhaltend schwachen Preisniveau auf dem Markt für Speicherchips zu kämpfen und gemessen am Umsatz hohe Verluste ausgewiesen. Im Ende März zu Ende gegangenen zweiten Quartal 2007/08 hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 412 Mio EUR einen Konzernfehlbetrag von 482 Mio EUR ausgewiesen.

Webseiten: http://www.qimonda.com http://www.centrosolar.de - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/brb

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.