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10.05.2007

INTERVIEW: QSC mit sehr starkem Wachstum im ersten Quartal

Von Stefan Paul Mechnig

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

KÖLN (Dow Jones)--Die QSC AG ist gut ins Jahr gestartet. Man habe im ersten Quartal ein sehr starkes Wachstum gegenüber den ersten drei Monaten 2006 verzeichnet, sagte der Vorstandsvorsitzende des in Köln ansässigen Telekommunikationsspezialisten, Bernd Schlobohm, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Dow Jones. Beim Auftragseingang sei die Gesellschaft überaus gut im Plan. In einigen Bereichen habe man sogar Mühe, mit dem Wachstum Schritt zu halten. QSC wird am kommenden Mittwoch seine Erstquartalszahlen veröffentlichen.

Schlobohm bekräftigte vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung die Geschäftsziele für dieses Jahr. Danach sollen der Umsatz auf mehr als 350 (2006: 263) Mio und das operative Ergebnis auf 50 Mio bis 60 (21) Mio EUR steigen. Unter dem Strich erwartet die TecDAX-Gesellschaft erstmals schwarze Zahlen - ein Reingewinn von 15 Mio bis 25 Mio soll Ende 2007 an Stelle des Vorjahresverlustes von 5 Mio EUR stehen.

Strategisch will sich das Unternehmen auf die margenstarken Bereiche konzentrieren - vor allem auf das Geschäft mit Firmenkunden und anderen Telefonanbietern, die für ihre Dienste das Netz von QSC nutzen. "Hier werden wir unsere Premiumposition noch stärker herausstellen", sagte Schlobohm. Zur Verstärkung der kundennahen Bereiche wie Vertrieb und Beratung sollen in diesem Jahr 100 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Damit würde die Beschäftigenzahl bei QSC um 15% vergrößert.

Im Vertrieb wolle man auch von der Serviceschwäche der Deutschen Telekom profitieren, mit der man bei Geschäftskunden konkurriere, sagte Schlobohm: "Wir stoßen in das Vakuum hinein, das die Telekom hinterlässt." Das Segment Privatkunden werde nicht mehr als Kerngeschäft betrachtet und solle zurück gefahren werden. Ob man den Kundenstamm behalte oder verkaufe, sei noch offen. Aktuell stehe die Entscheidung nicht an, sagte Schlobohm. Auch das Carrier-Geschäft mit traditioneller Sprachtelefonie sehe man nur noch als Randaktivität. "Das ist kein Zukunftsthema mehr", erläuterte der Vorstandsvorsitzende.

Er zeigte sich überzeugt, dass sich die nachhaltigen geschäftlichen Erfolge, die QSC vorzuweisen habe, über kurz oder lang in steigenden Aktienkursen niederschlagen. "Über einen längeren Zeitpunkt wirkt sich solide operative Arbeit an Börse aus", sagte der Manager. Entsprechend hat Schlobohm als Mitbegründer von QSC auch nicht vor, seine eigenen Anteile am Unternehmen zu verkaufen. Er hält gut 10% an QSC. Auch der mit knapp 25% beteiligte Großaktionär Baker Capital sei überzeugt, dass das Unternehmen noch weiteres Wertsteigerungspotenzial habe. Bis jetzt hätten weder Baker noch er nicht eine Aktie veräußert, sagte Schlobohm.

Für den Finanzinvestor bestehe aber auch kein Ausstiegszwang. Er könne seine Anteile auch umplatzieren. Außerdem gebe es strategische Investoren, die Interesse an einem Einstieg bei QSC haben könnten, meinte Schlobohm. In den nächsten zwei bis drei Jahren würden voraussichtlich die Weichen gestellt. Dabei erwartet der Vorstandsvorsitzende eher ein Zusammengehen mit einem Wettbewerber: "Mit 50% bis 60% Wahrscheinlichkeit gehen wir in einer strategischen Partnerschaft auf." Die Alternative wäre, dass die QSC AG zu einem "Dividendenwert" werde und ihren Anteilseignern das finanzielle Engagement durch Ausschüttungen belohne.

In der Vergangenheit ist das Unternehmen selbst als Aufkäufer aufgetreten und hat einige kleinere Wettbewerber übernommen, zuletzt Broadnet aus Hamburg. Man sei zwar grundsätzlich weiter offen für Akquisitionen, die den strengen Anforderungen hinsichtlich Strategie und Bewertung entsprächen, müsse zunächst aber die Broadnet-Transaktion verarbeiten, sagte Schlobohm.

Der Einstieg von Telefonica bei Telecom Italia, die über Hansenet in Deutschland aktiv ist, sieht Schlobohm gelassen. Hansenet sei als Kunde vertraglich gebunden und technisch so mit QSC verzahnt, dass ein Schwenk auf das Deutschlandnetz von Telefonica einen erheblichen Aufwand bedeuten würde. QSC stellt in vielen deutschen Großstädten Infrastruktur bereit, über die Hansenet schnelle Internetverbindungen anbieten kann.

Webseite: http://www.qsc.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/brb

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