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04.06.2007

INTERVIEW: SAP erwartet Bewegung im Geschäft mit Versicherungen

Von Joon Knapen

Von Joon Knapen

DOW JONES NEWSWIRES

BERLIN (Dow Jones)--Die SAP AG sieht auch in der Finanzindustrie einen sich langsam vollziehenden Wandel zu Gunsten der Akzeptanz von standardisierter Software. Diese Entwicklung zeige sich vor allem im Versicherungsbereich, sagte Jim Hagemann Snabe, Corporate Officer und verantwortlich bei SAP für Business Suites und Industrielösungen.

Die Finanzdienstleister sind eine der letzten Branchen, die sich gegen Software-Standardlösungen, wie sie etwa SAP anbietet, sperren. Hier hatten die Finanzdienstleister stets auf mögliche Sicherheits- und Compliancebedenken verwiesen und vertrauen in der Regel lieber auf eigens entwickelte Software-Lösungen.

SAP ist der nach Umsatz weltweit größte Anbieter von Unternehmenssoftware vor den US-Wettbewerbern Microsoft und Oracle. Unternehmenssofware unterstützt Konzerne bei der Verwaltung der Finanzströme, der Logistik, Bevorratung und Personal.

Hagemann Snabe geht davon aus, dass sich die Versicherungsbranche wohl vor dem Bankenwesen bewegen werde. Das Problem in der Finanzbranche allgemein sei, dass die "Altlasten"-Herausforerungen in der Softwarestruktur so groß seien, dass sich niemand abrupt umentscheiden werde.

Es sei nicht so einfach, dass "Herz in einer Bank auszuwechseln", so Hagemann Snabe. Bei der Versicherungsbranche sei das einfacher. So verzeichne SAP hier bereits Wachstum. Vielleicht im laufenden oder im kommenden Jahr werde man mehr Tendenzen hin zu standardisierten Software-Löungen sehen. Bis es im Bankenwesen soweit komme, werde es aber noch eine lange Zeit dauern.

SAP hatte in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich Märkte angegangen, die traditionell stärker auf eigene und individuelle Software-Lösungen setzen. Hagemann Snabe war im März zum Corporate Officer berufen worden und berichtet als einer von fünf Managern in dieser Position direkt an SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann.

Hagemann Snabe trat Befürchtungen entgegen, dass SAP nach dem Weggang von Manager Shai Agassi die Entwicklung von neuen Technologien weniger stark vorantreiben könnte und die Fähigkeit verlieren könnte, auf das sich schnell verändernde Umfeld zu reagieren. "Es gibt keinen Zweifel, dass Agassis Vision die Geschwindigkeit von Innovationen war", so Hagemann Snabe. So habe Agassi die Schlagzahl in den internen Prozessen deutlich erhöht. Er denke allerdings, dass das SAP-Management auch ohne Agassi die Pläne, die es sich gesteckt habe, umsetze.

SAP stellt gerade rund 40.000 Kunden auf ihre jüngste Softwarelösung um, die auf dem so genannten service-oriented architecture, oder SOA-Standard basiert. Die SOA-Technologie ist aus der Internettechnologie entnommen und ermöglicht es den einzelnen Applikationen von Unternehmen besser miteinander zu arbeiten. So können die individuellen Lösungen besser auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten werden.

Die Zukunft von Unternehmensoftware liegt laut Hagmann Snabe in der Software "SOA 2.0". Diese sei eine Mischung aus SOA und dem so genannten Web 2.0. "Ich denke wirklich, dass es hier eine Möglichkeit gibt, diese beiden Welten zu verbinden", so Hagemann Snabe auf die Frage, wie seine Vision für eine Unternehmenssoftware nach dem Jahr 2010 aussehen.

Industrie- und Unternehmensexperten zufolge gehört der 41-jährige Däne zu einer neuen Generation von Managern bei SAP, die in den Vorstand aufrücken sollen, wenn die jetzige Führungsmannschaft um den Vorstandsvorsitzenden Kagermann und Forschungsvorstand Peter Zencker sich zurückzieht. Einigen langjährigen Beobachtern zufolge steht Hagemannn Snabe möglicherweise vor einer großen Zukunft bei SAP. Sie verweisen dabei darauf, dass Hagemann Snabe, der 1990 bei SAP begonnen hatte, einige Ähnlichkeiten mit dem jetzigen CEO Kagermann aufweist.

Hagemann Snabe weist diesen Vergleich allerdings von sich. Er würde sich "niemals" mit Kagermann vergleichen. So spiele dieser "in einer eigenen Liga". Er verwies aber darauf, dass Kagermann immer einen Weg finde, mit den Beteiligten gemeinsam das Unternehmen nach vorne zu bringen. Dieses sei auch sein Führungsstil, so dass aus dieser Sicht durchaus ein ähnlicher Führungsstil zu erkennen sei, so Hagemann Snabe.

Webseite: http://www.sap.com

-Von Joon Knapen, Dow Jones Newswires; +49-30-28884127;

joon.knapen@dowjones.com

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