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12.05.2009

INTERVIEW/SAP kann der Flaute auch Positives abgewinnen

Von Philipp Grontzki

Von Philipp Grontzki

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT/ORLANDO (Dow Jones)--Der Softwarekonzern SAP kann der Konjunkturflaute auch positive Seiten abgewinnen. Angesichts der Tiefe der weltweiten Rezession müssten Organisationen und Unternehmen Mittel und Wege finden, sich im aktuellen Umfeld zu behaupten, sagte SAP-Vorstand John Schwarz in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Anwendungen von SAP würden ihnen dabei helfen; in diesem Kontext würde SAP von der Krise sogar profitieren. "Das konjunkturelle Umfeld ist herausfordernd, aber es bietet Chancen".

Insgesamt würden Kunden ihre Investitionen aber zurückfahren, sagte Schwarz. SAP leidet seit Ende des dritten Quartals 2008 unter der Wirtschaftskrise. Bereits im vierten Quartal sanken die für Softwarekonzerne wichtigen Lizenzerlöse um 7% gegenüber dem Vorjahr. In den ersten drei Monaten 2009 verzeichnete der Walldorfer Konzern hier dann einen Einbruch um 33%. Lizenzumsätze sind deswegen wichtig, da sie sich in künftigen konstanten Wartungsumsätzen niederschlagen.

Die SAP AG hat wegen des widrigen Wirtschaftsumfelds bereits 2008 umfangreiche Sparmaßnahmen eingeleitet und Ende Januar schließlich den Abbau von 3.000 Stellen im laufenden Jahr angekündigt. Letztere Maßnahme will sich der Hersteller von Unternehmenssoftware bis zu 300 Mio EUR kosten lassen. Analysten hatten sowohl bei Vorlage der Viert- als auch der Erstquartalszahlen den Fortschritt der Kosteneinsparungen bei SAP positiv hervorgehoben.

SAP spare aber nicht bei der Entwicklung neuer Technologie, bekräftigte Schwarz in dem Interview frühere Aussagen von Vorstandskollegen. "Wir haben nicht damit aufgehört, neue Technologie zu liefern". Es sei davon auszugehen, dass das Unternehmen jedes Quartal ein neues Produkt in den Markt bringen werde, sagte er.

Für 2009 geht SAP von einer operativen Marge zwischen 24,5% und 25,5% aus, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceumsätze, also im Wesentlichen Lizenz- und Wartungserlöse, zum Vorjahr stabil bleiben bzw. maximal um 1% sinken. Angesichts der geringen Visibilität sei der Margenausblick "angemessen", sagte Schwarz. Auch die Annahme für die Software- und softwarebezogenen Serviceumsätze ist nach seiner Einschätzung realistisch. "Da steht eine Menge Mathematik hinter".

Die Prognosen für 2009 beziehen sich auf Non-GAAP-Zahlen und beinhalten damit auch bestimmte Umsätze der zugekauften Gesellschaft Business Objects, die SAP nach US-GAAP nicht in voller Höhe ausweisen darf. Daneben sind sie bereinigt um Wechselkurseinflüsse und akquisitionsbedingte Aufwendungen. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern auf dieser Basis eine operative Marge von 28,4%.

Schwarz kam im Januar 2008 im Zuge der Übernahme von Business Objects, deren CEO er zu der Zeit war, zu SAP und wurde im März desselben Jahres zum Vorstandsmitglied ernannt. Er ist innerhalb des Konzerns für das gesamte operative Geschäft, welches das SAP BusinessObjects-Lösungsportfolio betrifft, verantwortlich. Der Zukauf des auf Software für Unternehmensdaten-Analyse spezialisierten Unternehmens war mit einem Transaktionsvolumen von rund 4,8 Mrd EUR die größte Übernahme der SAP-Geschichte.

Schwarz bekräftigte zudem, dass SAP weiter nach Übernahmezielen Ausschau halten werde. "Wir werden fortwährend weiterhin Akquisitionen tätigen".

SAP stellt am Dienstag im Rahmen der Kundenkonferenz Sapphire 2009 in Orlando eine neue Datenanalyse-Software mit dem Namen SAP BusinessObjects Explorer vor. Die Software ermöglicht einer Mitteilung zufolge auch Anwendern, die keine Vorkenntnisse im Bereich Datenanalyse haben, einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen.

Webseite: www.sap.com -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/cbr Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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