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08.04.2008

INTERVIEW/Siemens SIS digitalisiert BBC-Archiv

Von Alexander Becker

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Siemens IT Solutions and Services (SIS) baut ihre Kooperation mit der BBC aus und wird das Archiv der britischen Sendergruppe digitalisieren. Siemens erhofft sich von dem "Leuchtturmprojekt" einen positiven Einfluss auf das Geschäft mit der Medienindustrie. "Die BBC ist eine hervorragende Referenz", sagte Elisabetta Castiglioni, Leiterin Branche Media und Entertainment bei Siemens IT Solutions and Services, Dow Jones Newswires im Interview.

Siemens betreut die BBC bereits seit mehreren Jahren bei IT-Projekten. 2004 hatte die damals noch unter Siemens Business Services firmierende SIS den Auftrag erhalten, die IT-Infrastruktur der britischen Rundfunkanstalt zu betreiben. Der Auftrag mit einer Laufzeit von zehneinhalb Jahren hat ein Volumen von insgesamt 2,7 Mrd EUR. Es schlossen sich Folgeaufträge an: So stellt die BBC ihre Fernsehsignale mit einer IT-Lösung von SIS vollständig auf digitale Technik um.

Der neuerliche Auftrag sieht die Überführung des BBC-Archivs in eine so genannten "Digital Library" vor. Wo früher noch mit Videobändern gearbeitet wurde, wird die Arbeit in Produktion, Archivierung sowie Übertragung und Verteilung von Fernsehbeiträge vollständig digitalisiert. Zum Auftragsvolumen wollte sich Castiglioni nicht äußern. Branchenbeobachter gehen angesichts der Projektgröße aber von mindestens 100 Mio EUR aus.

Castiglioni verweist vor allem auf die "Leuchtturmfunktion" der Partnerschaft. "Bei einem weltweit führenden Rundfunksender wie der BBC führen wir ein umfangreiches Transformationsprojekt zu einer Digitalisierung durch. Das bringt uns in die Position, unsere Innovationsfähigkeit zeigen zu können", sagte die Managerin. In diesem relativ kleinen Markt seien vor allem Referenzen wichtig: "Man muss gezeigt haben, dass man große Transformationsprozesse umsetzen kann".

Für IT-Anbieter gehören Medienunternehmen derzeit zu einer der interessantesten Branchen. "Die Medienindustrie befindet sich in einem Umbruch," sagte die Siemens-Managerin: "Wir sind einer sehr spannenden Phase im Markt, da wir uns derzeit im Übergang vom analogen zum digitalen Zeitalter befinden." Weltweit stehe die Entwicklung momentan noch relativ noch am Anfang. Der Wandel werde sich noch drei bis vier Jahren hinziehen.

Castiglioni sieht dabei großes Geschäftspotenzial: "Allein der TV-Markt hat weltweit ein Volumen von 190 Mrd USD mit jährlichen Wachstumsraten von rund 6%", sagte sie. Alle wesentlichen Player in den wesentlichen Regionen der Welt gingen derzeit Richtung Digitalisierung. Insgesamt dürften sich die Investitionen in diesem Bereich in den nächsten Jahren auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

SIS zählt neben der BBC den britischen Privatsender ITV und das südafrikanische Fernsehen bei Digitalisierungsprojekten zu seinen Kunden. Südafrika etwa will 2010 die Fernsehbilder von der Fußballweltmeisterschaft digitalisiert anbieten.

SIS ist laut Castiglioni für Medien der IT Provider Nummer zwei in Europa und rangiert weltweit an dritter Stelle. Wettbewerber sind IBM, Accenture und Sony. "Der Markt ist sehr fragmentiert, so gibt es niemanden der mehr als 7% Marktanteil hat. Wir können hier 3% des weltweiten Marktes auf uns vereinen", sagte Castiglioni. Dabei sei SIS in den vergangenen Quartalen schneller als der Markt gewachsen und wollen dies Tempo auch künftig beibehalten.

Webseite: http://www.siemens.com/ - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)89 - 5521 4030, industry.de@dowjones.com DJG/abe/kgb/rio

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