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10.06.2010

INTERVIEW/Suntech: Solar-Wachstum zunehmend außerhalb Deutschlands

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der chinesische Solarmodulhersteller Suntech Power sieht die Bedeutung des deutschen Marktes wegen des Wachstums anderer Weltregionen künftig schwinden. "Unser Umsatzanteil in Deutschland wird zurückgehen, weil die anderen Märkte schneller wachsen werden", sagte Jerry Stokes, Strategievorstand des Konzerns, im Interview mit Dow Jones Newswires.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der chinesische Solarmodulhersteller Suntech Power sieht die Bedeutung des deutschen Marktes wegen des Wachstums anderer Weltregionen künftig schwinden. "Unser Umsatzanteil in Deutschland wird zurückgehen, weil die anderen Märkte schneller wachsen werden", sagte Jerry Stokes, Strategievorstand des Konzerns, im Interview mit Dow Jones Newswires.

Stokes hob am Rande der Branchenmesse Intersolar, die am Donnerstag in ihren zweiten Tag ging, besonders die Wachstumsaussichten in Nordamerika hervor. Dort rechnet er mit einer von Kalifornien ausgehenden zunehmenden politischen Unterstützung und erwartet, dass die Wahlen zum US-Kongress im Herbst einen Katalysator darstellen.

Bislang macht Suntech einen Großteil des Geschäfts in Europa und hier vor allem in Deutschland, das 2009 mit rund 50% der weltweit installierten Photovoltaikanlagen den größten Markt weltweit stellte. "Zu jedem Modul, das wir in Deutschland verkaufen, kommt ein weiteres im restlichen Europa und ein drittes im Rest der Welt", schilderte Stokes die aktuelle Geschäftsverteilung.

Insgesamt entfielen im vergangenen Jahr sogar fast drei Viertel des Umsatzes von Suntech als weltgrößter Hersteller kristalliner Solarmodule auf Europa bzw zwei Fünftel allein auf Deutschland. Aus Nordamerika stammte dagegen nur ein Zehntel der Erlöse.

In diesem Jahr will das Unternehmen, das fast eine Verdopplung der Absatzmenge anstrebt, außerhalb von Europa stärker wachsen. Dort konzentriert Suntech auch den Kapazitätsaufbau. So entsteht derzeit in den USA ein Werk, das Module mit einer Leistung von 400 Megawatt (MW) jährlich produzieren kann. In Schanghai wird dazu ein Werk gebaut, welches binnen dreier Jahre ein weiteres Gigawatt beisteuern soll.

Europa bleibt für Suntech laut Stokes aber wichtig. Der Konzern überlegt sogar, hier ebenfalls eine Produktionsstätte zu errichten. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht getroffen worden, sagte Stokes. Dabei gehe es vorrangig um die Nähe zu den Kunden und die Verkürzung der Lieferzeiten; die Entwicklungen am Devisenmarkt spielten eine geringere Rolle. "Der Eurokurs hilft aber bei der Entscheidung", sagte Stokes weiter.

Zuletzt hatte die europäische Gemeinschaftswährung im Vergleich zum US-Dollar, in dem die meisten nichteuropäischen Hersteller rechnen, ein Fünftel an Wert verloren. Verschiedene Unternehmen müssen deshalb die Preise erhöhen, um ihre Marge zu halten.

Stokes zeigte sich unbesorgt. "Alle großen Hersteller aus dem Nicht-Euro-Raum sitzen im selben Boot", sagte er. Zudem profitiere Suntech über den Einkauf von Produktionsanlagen bei Herstellern wie centrotherm oder Roth & Rau von dem dann günstigeren Umtauschkurs.

Über die künftige Struktur der Branche ist sich Stokes mit anderen Vertretern von Solarunternehmen einig. Auch er rechnet mit einer Konsolidierungswelle, wobei er den größeren Konzernen wegen ihrer Kostenvorteile die besseren Chancen einräumt. Kleineren Unternehmen bleibt seiner Ansicht nach der Weg der Spezialisierung, um in der Nische ihr Auskommen zu finden. Die europäische Konkurrenz ist dabei für Stokes nicht chancenlos. "Es gibt keinen fundamentalen Grund, dass in zehn Jahren nicht einer unserer Wettbewerber aus Europa kommen sollte", sagte er.

Webseite: www.suntech-power.de -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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