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20.04.2009

INTERVIEW/VDMA-Energieunternehmen spüren Krise in geringem Maß

HANNOVER (Dow Jones)--Die deutschen Unternehmen, die Maschinen und Anlagen zur Energieerzeugung und im Bereich Energieeffizienz herstellen, spüren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise nach Einschätzung ihres Branchenverbands VDMA nur in geringem Ausmaß. "Im energieaffinen Bereich werden wir in diesem Jahr maximal eine leichte Delle sehen", sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Bereichs Power Systems des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Montag im Interview mit Dow Jones Newswires.

HANNOVER (Dow Jones)--Die deutschen Unternehmen, die Maschinen und Anlagen zur Energieerzeugung und im Bereich Energieeffizienz herstellen, spüren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise nach Einschätzung ihres Branchenverbands VDMA nur in geringem Ausmaß. "Im energieaffinen Bereich werden wir in diesem Jahr maximal eine leichte Delle sehen", sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Bereichs Power Systems des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), am Montag im Interview mit Dow Jones Newswires.

Herdan begründete diese Vorhersage mit der aktuellen Geschäftslage und den Trends der Weltwirtschaft. So sei bei Kraftwerksbauern bis jetzt im Gegensatz zu anderen Branchen des Verbandes kein Einbruch bei Aufträgen und Produktion zu verzeichnen. Dieser Bereich werde auch in diesem Jahr wachsen, sagte Herdan.

Bei Unternehmen, die sich im Bereich der Windenergie betätigen, erwarte er dagegen einen Rückgang. Dabei sei das Minus nicht über die gesamte Branche verteilt, sondern hänge von der regionalen Ausrichtung der einzelnen Unternehmen ab. So sei der Sektor stark durch den US-Markt geprägt, der in den vergangenen beiden Jahren rund 40% gewachsen sei. 2008 sei rund ein Drittel der weltweit installierten Windenergiekapazitäten dort errichtet worden.

"Der Markt dort wird in diesem Jahr schätzungsweise um 30% einbrechen", sagte Herdan. Unternehmen mit hohem Geschäftsanteil in den USA würden dann schrumpfen, allerdings um nicht mehr als 5% bis 10%. "Andere Unternehmen werden ihren Wachstumskurs fortsetzen und auch 2009 um bis zu 20% zulegen", erklärte Herdan. Weltweit rechnet er für 2009 mit einem stagnierenden Markt bei Windenergieanlagen. Ab 2010 sei aber eine Rückkehr zum gewohnten steilen Wachstum zu erwarten.

Auch über Finanzierungssorgen kann die Branche nicht klagen. Zum einen fließe viel Geld über öffentliche Banken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Europäische Investitionsbank (EIB), zum anderen seien mit der Beteiligung von Energieerzeugern Unternehmen mit hohem Eigenkapital am Werk, die sich solche Projekte leisten könnten, sagte Herdan.

Die Nachfrage nach Produkten aus dem Bereich der Energieeffizienz sei durch die Wirtschaftskrise zwar gedämpft, aber sie sei nicht zum Erliegen gekommen, weil der Einsatz effizienter Technologien dem Trend langfristig steigender Energiepreise entgegenwirke. Die Unternehmen in diesem Bereich widmen sich nach Aussage Herdans momentan verstärkt der Forschung und Entwicklung.

Gleichzeitig bleibe der Energiehunger weltweit hoch. "In China gehen wöchentlich ein Kern- oder Kohlekraftwerk ans Netz", verdeutlichte Herdan die ungebrochene Tendenz zum Ausbau der Erzeugungskapazitäten. Der globale Trend zu knapper werdenden Rohstoffen und höherem Verbrauch bilde die Grundlage der Nachfrage nach Erzeugnissen deutscher Unternehmen in diesem Bereich.

Deshalb sei es wichtig, dass auch in Deutschland die Rahmenbedingungen geschaffen würden, um bei der Technologie führend zu bleiben, sagte Herdan, der auch energiepolitischer Sprecher des VDMA ist. Momentan setzt er sich für die Genehmigung zum Bau von Kraftwerken mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) ein. Zudem stehe die Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Ausbau der Stromnetze bevor, die den Bau von Windkraftanlagen auf hoher See (Offshore) ermögliche.

Herdan sprach sich dafür aus, in der politischen Diskussion nicht die unterschiedlichen Energiearten gegeneinander auszuspielen. Die bewährten Technologien bildeten das Rückgrat der Energieversorgung. "Heute und morgen können wir nicht darauf verzichten", erklärte Herdan. Vorerst halte er den Ausbau von ökologisch und ökonomisch effizienteren Kraftwerken auch im Bereich fossiler Energien für sinnvoll.

http://www.vdma.org/powersystems -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 29725 104; konjunktur.de@dowjones.com DJG/mmr/hab Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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