Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.02.1996

Interview/"Wir sind der Konkurrenz um zwei Jahre voraus"

CW: Vor vier Jahren sagte Ihr CEO Phil White, dass er im nachhinein die Entwicklung von Blob-Funktionalitaet (Blob = Binary Large Objects, Anm. d. Red.) fuer Zeitverschwendung halte. Die Kunden haetten keinen Bedarf an Multimedia-Anwendungen. Das hat sich offenbar geaendert.

Watson: Nun, jedenfalls haben wir mittlerweile mehr als 1000 Kunden, die Imaging- und Document-Applikationen, mithin Multimedia-Anwendungen, in Betrieb haben.

CW: Sie arbeiten seit sechs Jahren an dieser Technik. Wozu brauchen Sie eigentlich das Produkt, das Sie kuerzlich mit dem Software-Unternehmen Illustra erworben haben?

Watson: Wir wollen die Multimedia-Objekte und -Datenbanken nicht nur speichern. Vielmehr streben wir an, auch deren Inhalte abzurufen, sie in Tabellenform zu ordnen und beispielsweise ueber das Web zu verschicken. Illustra hat die Technik dafuer.

CW: Wie haben Ihre 1000 Multimedia-Kunden das bislang gemacht?

Watson: Bei diesen Anwendungen handelt es sich hauptsaechlich um Document-Imaging-Applikationen. Die Kunden haben Katalogisierungsfunktionen in ihre Applikationen eingebaut. Sie speichern die Dokumente in Datenbanken und schaffen Verbindungen zu Informationen, die ebenfalls in dieser Struktur abgelegt sind, beispielsweise zu Document-IDs oder Textfeldern mit Beschreibungen. Was unsere Klientel gefordert hat, ist aber die Moeglichkeit, Abfragen zum gesamten Inhalt eines Dokuments vornehnmen zu koennen.

CW: Wie macht Illustra das moeglich?

Watson: Durch eine neue Art von Indizierung, die mit jeder Art von Datentyp funktioniert und beispielsweise das Erkennen von Umrissen ermoeglicht.

CW: Das Illustra-Produkt besteht aus einer relationalen Datenbank sowie einer Komponente, in der Objekte definiert und via SQL abgerufen werden koennen. Setzen Sie letztere als Front-end auf Ihre eigenen relationalen Datenbanksysteme?

Watson: Nein. Wir werden die Produkte zu einem "Universal Server" verschmelzen.

CW: Was passiert dabei mit den Anwendungen, die auf Informix-Datenbanken oder in der Illustra-Struktur gespeichert sind?

Watson: Alle Applikationen und Daten, die fuer Informix geschrieben wurden, laufen ohne Modifikation auch mit dem Universal Server. Dasselbe gilt fuer die Illustra-Anwendungen. Wenn Sie allerdings objektrelationale Funktionalitaet zu Ihrer relationalen Datenbank hinzufuegen wollen, muessen Sie einen Teil der Anwendungen neu entwerfen.

CW: Brauchen Sie den relationalen Teil von Illustra ueberhaupt noch?

Watson: Nein, uns interessiert lediglich der objektrelationale Teil.

CW: Mit fast 400 Millionen Dollar haben Sie eine Menge Geld gezahlt fuer ein Unternehmen, das nur 20 Millionen jaehrlich umsetzt.

Watson: Wenn beide Unternehmen diesen Weg unabhaengig voneinander gegangen waeren, haetten sie dafuer mindestens drei Jahre benoetigt. Durch Illustra bekommen wir die notwenige Funktionalitaet heute schon. Dies ist kein Entwicklungs-, sondern ein Integrationsprojekt. Das verschafft uns einen zweijaehrigen Vorsprung vor der Konkurrenz.

CW: Moeglicherweise ist dieser Vorsprung ja zu gross.

Watson: Wieso?

CW: Weil Ihre Konkurrenten die Kunden davon ueberzeugen koennten, dass der Markt fuer diese Technik noch nicht reif sei. Vielleicht macht dann doch der Zweitschnellste das Rennen. Denken Sie an Apple und Microsoft!

Watson: Das ist ein gutes Ge- genbeispiel. Wir arbeiten mit Partnern wie SAP oder Netscape zusammen, waehrend unser Hauptkonkurrent Oracle alles selbst machen will - wie Apple damals.

CW: Dennoch koennten Ihre Kunden zunaechst mit Skepsis auf den Universal Server reagieren - so lange, bis der Mitbewerb nachgezogen hat.

Watson: In zwei Jahren werden wir Oracle und Sybase immer noch einiges voraushaben. Zudem koennen skeptische Anwender ja nach wie vor unsere etablierten Produkte nutzen. Der Universal Server ist nur eine zusaetzliche Moeglichkeit fuer diejenigen, die neue Wege gehen wollen.

*Mit David Watson, Manager fuer den Bereich Server- und Connectivity-Marketing bei der Informix Software Inc., Menlo Park, Kalifornien, sprach CW-Redakteurin Karin Quack.