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20.03.1998 - 

Business-Anwendungen im Internet / Gemeinsame Forschungen ins Netz bringen

Intranet-Lösung optimiert Projekte der europäischen Service-Provider

Die Eurescom ist auf ein leistungsfähiges Projektsteuerungssystem angewiesen. Denn natürlich wollen die Geldgeber für die gemeinsame europäische Telekommunikations-technologie-Forschung - das heißt die Gesellschafter (siehe Kasten), das sind zur Zeit die einzelnen europäischen Telefongesellschaften - wissen, wie die Projekte laufen. Sie wollen Zwischenberichte, Ergebnisse oder Informationen zum Kostenverlauf. Die Aufgaben der Eurescom sind dementsprechend vielfältig: Dazu gehören beispielsweise die Planung neuer Projekte, das Erstellen eines Arbeitsprogramms und des Jahresbudgets, die Finanzkontrolle und die Rechnungsprüfung für den Projekthaushalt, die Kontrolle und das Einhalten des Projektfortschritts sowie das Verwalten und Verteilen der entsprechenden Ergebnisse. Darüber hinaus plant, koordiniert und veranstaltet die Eurescom zahlreiche Seminare für die Mitarbeiter der Gesellschaften sowie Workshops, in denen externe Anbieter von Lösungen ein Forum zur Diskussion der Entwicklungen erhalten.

Ziel des Heidelberger Forschungsinstituts war es, als zentrale Supportorganisation der europäischen Telekommunikationsforschung eine zentrale Informationsbasis mit einer Adreß- und Projektdatenbank aufzubauen, die alle Informationen zu Projekten, Mitarbeitern, Zeitplänen und Kosten enthält. Aus ihr heraus sollten sich unter anderem Statusberichte erstellen, Adreßlisten und Mailings - zum Beispiel Seminareinladungen - drucken oder Kostenpläne aufstellen lassen.

Dies sollte zunächst in einer reinen Microsoft-Umgebung realisiert werden, denn die Eurescom ist komplett mit Windows NT auf Servern und Workstations ausgestattet und die wichtigsten Daten liegen in einer Microsoft-SQL-Server-Datenbank.

Doch darüber hinaus wurden Daten in Access, Excel und MS-Project abgelegt und bearbeitet. Dies führte zu Inkonsistenzen im Datenbestand, unterschiedlichen Updates, Mißverständnissen bei der Interpretation, Schwierigkeiten, die jeweils aktuellen Informationen in den verschiedenen Datenquellen zu finden, sowie zu einem erhöhten Aufwand beim Zusammenführen von Informationen aus den verschiedenen Anwendungen und beim Erstellen von Reports. Vor allem jedoch bedeutete es erheblich mehr Aufwand für die Systemadministration und die Anwender.

Der Heidelberger Gesellschaft kam es auf eine integrierte und einfach zu administrierende Lösung für Datenauswertung, Adreß-, Finanz- sowie Projektmanagement und Berichtswesen mit Abfrage- und Analysetools an. Das System sollte als Entwicklungs- und Steuerungsplattform sowie als Informationssystem für das gesamte Projekt-Management eingesetzt werden. Typische Abfragen sind neben dem Suchen von bestimmten Anschriften, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen beispielsweise:

- Welches sind die Mitglieder eines Projekts?

- An welchen Projekten oder Aktivitäten war eine Person bisher beteiligt?

- Wer nimmt an diesem Seminar teil, und an welchen Seminaren haben diese Personen vorher schon teilgenommen?

- Wieviel Prozent der veranschlagten Ressourcen wurden bisher in einem Projekt verbraucht?

- Welche Auswirkungen hat es auf die Verteilung des Gesamtbudgets, wenn ich beim Projekt "TMN X-interface Studien" das Teilprojekt "Security" um drei Monate verschiebe?

Nach einem Auswahlverfahren ergab sich als geeigneter Partner für das Projekt eines derartigen Informationssystems das SAS Institute. Für die IT-Verantwortlichen in Heidelberg zählte unter anderem die Beratung vor Ort. Die Heidelberger WS Unternehmensberatung und Controlling-Systeme GmbH hat Werkzeuge für die schnelle Anpassung derartiger Standardlösungen entwickelt. Dazu WS-Geschäftsführer Wilfried Schollenberger: "Wir konnten fertige Prozeduren einsetzen und die komplexen Teile der Anwendungsprogrammierung durch erprobte Tools unterstützen."

Im November 1996 startete das erste Teilprojekt "Adress-Management", und die Anwendung ging bereits im Januar 1997 in die Produktion. Das zweite Teilprojekt "Financial Management" wurde unmittelbar danach gestartet und Ende Februar 1997 freigegeben. "Zunächst erscheint es ungewöhnlich, daß das System als Front-end für eine SQL-Server-Datenbank gewählt und als erstes Projekt ein Adreßinformationssystem entwickelt wurde", meint Schollenberger. "Doch Eurescom wollte in jedem Fall eine integrierte Lösung mit Werkzeugen für die Datenauswertung. Bei der Adreßanwendung waren die Anforderungen schon klar, so daß sie sich ohne großen Aufwand in kurzer Zeit umsetzen ließen. Die Anbindung der Datenbank, das heißt der direkte Zugriff zu den Datenbankinformationen und die Implementierung komplexer Auswertungen, ging im Gegensatz zur vorherigen Lösung glatt."

Zentralen Stellenwert hatte das nächste Teilprojekt: eine Anwendung zum Erstellen der Arbeitsprogramme, also ein Planungswerkzeug für alle Projekte des nächsten Jahres. Diese Informationen zu Aufgabenstellung, Laufzeit, Ressourcen, Teilprojekten und Status sollten nicht nur wie bisher in Reports an die Shareholder verschickt oder als feste Seite auf den Web-Server gestellt und dort den Mitgliedern zum Einsehen oder Abrufen zur Verfügung gestellt werden. Das Heidelberger Institut wollte jetzt eine Intranet-Lösung, die den Mitgliedern auch dynamische Abfragen und das Ad-hoc-Erstellen von Berichten erlaubte.

Die Projekt-Management-Anwendung für das Work-Programm wurde von März bis Juni 1997 programmiert, und mit Hilfe eines Web-Publishing-Tools konnten sie als HTML-Tabellen (beziehungsweise als GIF-Dateien für die Gantt-Charts) im Intranet publiziert werden. Der Eurescom-Web-Server hält diese detaillierten Informationen über einen geschützten Zugang nur für die autorisierten Gesellschafter bereit - berechtigt sind in Europa insgesamt 1100 Personen.

Nachdem im Sommer 1997 weitere Lösungen zur Web-Integration vorgestellt wurden, erstellte die WS GmbH einen Prototyp, mit dem in wenigen Tagen der Abfrageteil der Adreßanwendung für den Intranet-Server portiert werden konnte. Schon im November stand die Intranet-Lösung, und die berechtigten Mitarbeiter können jetzt über das Web Anfragen direkt an die Datenbank richten und sich Berichte aktuell und individuell zusammenstellen lassen.

Der Vorteil der Intranet-Lösung besteht vor allem darin, daß beispielsweise die Projektsupervisoren, die das System bisher nur selten nutzten, für eine Abfrage über ihren Browser mit gewohnter Windows-Oberfläche an die gewünschten Informationen kommen; Schulungen entfallen. Hinzu kommt, daß der dafür eingerichtete Application Server und die auf Abfragen optimierte Anwendung deutlich kürzere Reaktionszeiten haben, als wenn die Abfrage auf dem PC des Anwenders gestartet würde. Dies aus zwei Gründen: Zum einen ist der Application Server eine wesentlich leistungsfähigere Maschine, als es die Benutzer-PCs sind. Zum anderen müssen die Programme auf dem Application Server nur die Daten aufbereiten und in HTML-Files ausgeben - die grafische Aufbereitung übernimmt der Browser.

Diese Trennung von Anwendung und Darstellung macht das System schnell und benutzerfreundlich. Schnell ging auch die Installation vor sich: In knapp einem Tag waren der Rechner mit NT, HTTP-Server, SAS 6. 12 und der Intranet-Software fertig eingerichtet. Mit ihrer Hilfe können die Anwender über den Browser direkt auf die Datenbank zugreifen und Abfragen starten. Sie haben den Komfort eines guten Informationssystems - Drill down zu allen Projektebenen und Budgets, verschiedene Sichten (ROLAP = relationales OLAP) auf Ergebnisse, Online-Berechnungen -, doch sie brauchen dafür weder das System auf ihrem Rechner noch Kenntnisse zu dessen Handhabung. Der Browser arbeitet darüber hinaus als "Broker": Er erkennt, wenn bereits auf einem Application Server eine Abfrage-Session läuft, und leitet die Anfrage dann an einen anderen Rechner weiter, so daß keine längeren Wartezeiten entstehen.

Ein weiteres wichtiges Argument für diese Intranet-Lösung war, daß sie Inkonsistenzen im Datenbestand, die beim gleichzeitigen Bearbeiten von Daten durch verschiedene Personen über das Web entstehen können, verhindert: Algorithmen für Plausibilitätsprüfungen; Record-, File- oder Bereichs-Locking sind in ihr bereits enthalten, ebenso Eingrenzungen von Zeiten und Rechten.

Aus Sicherheitsgründen hat sich die Eurescom gegen den Einsatz von Java-Applets für die Locking-Algorithmen entschieden; bei der Java-Technologie ist noch zuviel offen beziehungsweise im Fluß, außerdem wäre die Anwendungsentwicklung hier aufwendiger.

Die neue integrierte Lösung hat sich bewährt: für die Auswertung der Finanzdaten, zum Erstellen von Formularen zur Rechnungsprüfung, für die Übersichten über eingegangene, bezahlte und nicht bezahlte Rechnungen, für das Erstellen der Work-Programme und die Übersicht über alle laufenden und geplanten Projekte sowie die Ressourcen und das Jahresbudget.

Die Eurescom GmbH

in Heidelberg wurde 1991 gegründet und ist das gemeinsame Forschungsinstitut von inzwischen 23 Telecom-Gesellschaften in 22 europäischen Ländern. Diese Telecom-Gesellschaften halten als Gesellschafter Anteile entsprechend ihrem Umsatzvolumen. Aufgabe der GmbH ist es, Forschungsprojekte durchzuführen mit dem Ziel, europaweit einheitliche modernste Telekommunikations-Netzwerke und -dienste aufzubauen und die Standardisierung der Technologien voranzutreiben. Bis heute hat die Eurescom mehr als 100 Projekte initiiert. Zur Zeit laufen Projekte in vier Bereichen: strategische Studien, Telekommunikationsdienste und -anwendungen, Netzwerke und Systeme, unterstützende Technologien. Dabei können die Gesellschafter Initiator, Auftraggeber, Mitarbeiter oder Empfänger der Resultate dieser Projekte sein. Der Forschungsetat liegt bei zirka 70 Millionen Mark pro Jahr. Gegenwärtig koordiniert Eurescom parallel etwa 40 Projekte.

Lösung

Konfiguration: Hard- und Software

- komplette Windows-NT-Umgebung (4.0/IIS3.0)

- NT-Domänen:

Extern: Firewalls MS Proxy 2. 0, Trend, Viruswall, WWW, FTP, SAS 6. 12 Application Server, MS SQL Server 6. 5

Intern: Fileserver, Printserver, WWW-Intranet-Server- "Extern" vertraut "Intern" (Trusted Relationship)- SAS-6. 12-Module: Base, AF, FSF, Graph, Access to SQL Server, EIS- SAS/InterNet-Software, SAS-Web-Publishing-Tools

Angeklickt

Schon 1991 beschlossen 20 europäische Telefongesellschaften, aufwendige Forschungsprojekte gemeinsam durchzuführen und so Parallelforschung zu vermeiden. Sie gründeten die Eurescom mit Sitz in Heidelberg als eines der ersten "europäischen" Unternehmen: Das Institut koordiniert viele wichtige Hochtechnologieprojekte in der europäischen Telekommunikationsforschung. Eine neue Intranet-Lösung sorgt jetzt dafür, daß die Entscheider direkt über das Web jederzeit über den aktuellen Stand aller Projekte Bescheid wissen und die Ressourcen besser einsetzen können.

Klaas-Pieter Vlieg ist Technical Manager bei Eurescom GmbH in Heidelberg.