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07.03.1997 - 

Kongreß von IIR

Intranets bewirken neue Unternehmenskultur

Die Veranstaltung "Intranet & Extranet", die das Institute for International Research am 24. und 25. Februar in Köln ausrichtete, zeigte, daß gerade die Verwaltung von Informationen ein erhebliches Rationalisierungspotential birgt. Besonders in weltweit agierenden Unternehmen verursacht die Unzugänglichkeit von Daten, die über zahlreiche Niederlassungen und DV-Systeme verstreut sind, erhebliche Reibungsverluste. Da überrascht es wenig, daß Frank Ludwig von der deutschen Niederlassung des amerikanischen Pharmakonzerns Eli Lilly sogar für scheinbar triviale Anwendungen wie ein unternehmensweites Telefonbuch effektivere Arbeitsabläufe reklamieren kann: Vor dem Start des Intranet-Projekts Ely Lilly Virtual Information Service (Elvis) mußte ein deutscher Mitarbeiter gelegentlich eine Stunde lang recherchieren, um die Telefonnummer eines Kollegen in Singapur ausfindig zu machen.

Während beim amerikanischen Pharmahersteller die Konzernführung für ein unternehmensweites Intranet eintrat, verfolgte man bei Bertelsmann einen dezentralen Ansatz. Die weitgehende Delegierung der Informationsaufbereitung an die jeweiligen Abteilungen habe sich angesichts der Unternehmensstruktur mit zahlreichen selbständigen Töchtern angeboten, so Hauke Peyn von der Bertelsmann Zentrale Informationsverarbeitung GmbH. Im deutschen Verlagshaus begann das Projekt "Info-Börse" schon zu einem Zeitpunkt, als "Mosaic" noch der Standard-Browser war.

Trotz der unterschiedlichen Ansätze bei der Einführung von Intranets in ihren Unternehmen stimmten beide Referenten darin überein, daß die psychologischen und sozialen Hindernisse schwerer zu überwinden seien als die technischen. Die neue Infrastruktur erzeuge in puncto Informationen eine Holschuld, jeder ist selbst dafür verantwortlich, ausreichend informiert zu sein. Dies setzt neben der regen Nutzung des Mediums voraus, daß Mitarbeiter Informationen publizieren anstatt zu horten. Die Abkehr von alten Gewohnheiten muß die Unternehmensführung ausreichend politisch unterstützen.

Einen weiteren Vorteil der relativ einfachen Internet-Technologie in informationsorientierten Unternehmen hoben Peter Friedrich von der Babcock Dienstleistungs-GmbH und Uwe Trinks von der Ciba Geigy AG hervor. Angesichts kurzlebiger Geschäftsprozesse und Forschungsprojekte bliebe keine Zeit mehr für traditionelle, aufwendige Anwendungsentwicklung. Notes-Anwender Friedrich brachte dies auf die bündige Formel: "Löse 70 Prozent schnell, 20 Prozent später und zehn Prozent anders!"