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The Waves of Change

Investitionen der Mainframer

26.05.1978

Den dritten Platz auf der Prioritätsskala nehmen die "Mainframes" ein - zu dieser Kategorie gehören Computer wie die Systeme /32 und 5100 bis hin zum Superrechner 3033 und dessen neue Multiprozessor-Version. Auf Platz vier folgen Bauelemente, wie logische Bausteine und Speicherelemente, dann kommen Terminals, Multiplexer und Konzentratoren sowie Projekte im Bereich Satelliten-Datenübertragung.

Auf Punkt sechs der Skala liegen Büroausrüstung, Textverarbeitungsprodukte, Kopierer etc. - übrigens ein sehr expansiver Bereich. Die Nummer sieben ist der Posten reine Forschung und Entwicklung. Es dürfte kaum andere Hersteller geben, die in der Lage sind, derart hohe Summen für reine Forschungsarbeiten aufzubringen. 1976 zum Beispiel hat IBM dafür ungefähr 100 Millionen Dollar - das sind 10 Prozent des gesamten Forschungs- und Entwicklungs-Budgets - ausgegeben.

Die Datenfernübertragung spielt bei IBM derzeit noch eine relativ untergeordnete Rolle. Allerdings dürften die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in diesem Bereich die höchsten Zuwachsraten aufweisen.

Ähnliches Bild bei Burroughs und Univac

Bei Burroughs werden andere Prioritäten gesetzt. Das Schwergewicht der Forschungs- und Entwicklungsausgaben dieses Herstellers liegt bei den Mainframes, gefolgt von der Datenkommunikation, den Terminals und den Controllern. Auf dem dritten Platz liegt die Software etwa mit neuen Versionen des MCP-Betriebssystems bzw. mit Neuentwicklungen im Bereich der kommerziellen Standardsoftware. Auf Platz vier dürften die E/A-Geräte liegen - dahinter auch hier alle anderen Produktbereiche einschließlich der

Textverarbeitung.

Die Bauelemente liegen so ziemlich am Ende der Prioritätsskala - trotzdem spielen sie eine relativ wichtige Rolle. Immerhin stellt Burroughs zwischen 30 und 40 Prozent der benötigten logischen Bausteine in Eigenfertigung her.

Auch bei Univac haben Mainframes die höchste Priorität gefolgt von der Software, ein Bereich in dem der Hersteller mehr als 50 Prozent seines Forschungs- und Entwicklungsbudget investiert. Der Schwerpunkt liegt hier bei Betriebssystemerweiterungen und Systemsoftwareverbesserungen sowie bei anderen wichtigen

Softwarepaketen.

Nummer drei dürften die E/A-Geräte sein (Produkte der Information Storage Systems Division bei Univac) gefolgt von Datenkommunikationsausrüstungen und Terminalprodukten. Dazu gehören auch Netzwerkprozessoren, Remote-Prozessoren etc.

Nummer fünf sind die Bauelemente. Wie die meisten anderen Hersteller (mit Ausnahme von IBM), so ist auch Univac bei den integrierten Schaltkreisen weitgehend von externen Zulieferern abhängig.

Akzente bei Honeywell

Bei Honeywell konzentriert man sich in der letzten Zeit immer mehr auf Anwendungs- und Betriebssoftware. An zweiter Stelle folgen "Mainframes" der unterschiedlichsten Typen - hierzu gehören auch Minicomputer und Textprozessoren. Als nächstes kommen die E/A-Geräte - hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß Univac einen Großteil dieser Einheiten im Rahmen eines Kooperationsvertrages von der Control Data Corp. und der International Computer Ltd. bezieht. Auf die Peripheriegeräte folgt die Entwicklung von Bauelementen - das Forschungs- und Entwicklungsbudget von Univac nimmt sich dagegen im Vergleich etwa zu IBM relativ bescheiden aus.

Bei DEC geht ein Großteil des Forschungs- und Entwicklungsbudgets in die Mainframes - damit versucht dieser Hersteller seine führende Position auf dem Minicomputersektor weiter zu festigen. Erst in der letzten Zeit hat sich die Software einen zweiten Platz erobert, gefolgt von E/A-Geräten sowie Datenkommunikations- und Terminalprodukten.

Seit kurzem hat DEC mit dem Aufbau von Fertigungskapazitäten für Bauelemente ihre Produktpalette weiter abgerundet.

Im Gegensatz zu den anderen Herstellern liegt bei NCR das Schwergewicht traditionellerweise auf POS-Terminals für den angestammten Banken- und Einzelhandelsmarkt dieses Herstellers. Gleichzeitig ist man hier um die weitere Verbesserung der Prozessortechnologie bemüht. Die Einführung dieser kompletten neuen Produktreihe (die Serie 8000) läßt darauf schließen, daß man bei NCR gewillt ist, die Marktanteile im Mainframegeschäft mit kleinen und mittelgroßen Rechnern auch weiterhin zu halten.

Auch bei NCR ist die Software in letzter Zeit auf der Prioritätsskala ganz nach vorne gerückt und beansprucht damit einen wachsenden Anteil am Forschungs- und Entwicklungsbudget des Herstellers.

Manche Leser werden vergeblich die Namen von so wichtigen Herstellern wie Amdahl, Fujitsu/Hitachi, Data General, Olivetti, Siemens, ICL etc. gesucht haben. Daß diese Namen hier nicht auftauchen, ist in keiner Weise als Aussage über die Bedeutung dieser Unternehmen zu werten. Trotzdem ist die hier vorgenommene Beschränkung auf amerikanische Hersteller natürlich beabsichtigt und zwar aus folgendem Grund:

Fast alle größeren nichtamerikanischen Computerhersteller erhalten staatliche Subventionen. Dieser Zustrom öffentlicher Gelder hat für unsere hier angestellten Betrachtungen einen gewichtigen Nachteil. Er macht die Budgetpolitik der betreffenden Unternehmen weniger transparent und somit einer Analyse um so schwerer zugänglich. Was die amerikanischen Hersteller angeht, so würde die Auswertung zusätzlichen Datenmaterials unsere bereits getroffene Feststellung höchstens weiter bestätigen.

Charles P. Lecht ist Gründer und Vorsitzender der Advanced Computer Techniques Corporation (ACT).

Übersetzung: Reinhold Falkner.

Wird fortgesetzt