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09.06.1978 - 

The Waves of Change

Investitionen der Mainframer

Heutzutage lassen sich Computer nicht so sehr durch schnelle Zentraleinheiten, sondern in erster Linie über Leistungs-Steigerungen im Software- und Servicebereich verkaufen. Für Hersteller, die nicht über ein Milliarden-Budget für Forschung und Entwicklung verfügen, ist das vielleicht eine Chance, sich gegenüber dem Marktriesen durchzusetzen.

Mängel bei der System -Unterstützung

Bei der System-Unterstützung gibt es noch immer erhebliche Qualitätslücken. Diese machen sich häufig schon in der Vorinstallationsphase bemerkbar, nämlich bei der Suche nach einer optimalen Systemkonfiguration. Verkäufer und Systemanalytiker sind einfach nicht in der Lage, eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten, also ein System, das den leistungs- und funktionsspezifischen Bedürfnissen des Anwenders angepaßt wäre.

Verbesserungen in diesem Bereich lassen sich durch automatische Konfigurationssysteme erzielen. Eines der ersten dieser Art ist NCRs Computerized Order Preperation und Network System COINS. Dieses System hat der Computerhersteller speziell für die Unterstützung seiner Verkaufsmannschaft entwickelt.

Wie verschiedene Umfragen ergeben haben, geht der Wunsch nach mehr Service-Qualität quer durch die Reihen der Anwender. In besonderem Maße scheinen hier jedoch die Benutzer von kommerziellen Computersystemen der unteren Leistungsklasse betroffen zu sein. Die Hersteller in diesem Marktsegment überlassen die Entwicklung der Anwendungssoftware immer häufiger lokalen Systemhäusern und beschränken ihre eigenen Aktivitäten auf die Lieferung von systemnahen Software-Paketen und -Werkzeugen.

Dies jedenfalls war lange Zeit die Strategie bei DEC und anderen Herstellern - und wenn nach Ansicht von Branchenkennern DEC immer noch nicht so stark im kommerziellen Geschäft engagiert ist, wie es die Hersteller-Informationen vermuten lassen.

IBM-Prognosen

Die Tabelle enthält Prognosen für einige wichtige IBM-Produkte hinsichtlich Lebensdauer, Umsatz und Gewinn. (Einige dieser Informationen stammen aus dem "IBM Graybook", das im Telex-Prozeß vorgelegt wurde).

In der ersten Spalte fallen die großen Unterschiede bei der prognostizierten Lebensdauer der verschiedenen Produkte auf - hier bezogen auf Mietsysteme. Allgemein kann man sagen daß bei Produkten, die nach einer relativ kurzen Zeit durch Neuentwicklungen ersetzt werden, auch die zu erwartende Mietlebensdauer geringer ausfällt. Dazu ein Beispiel: Das Plattenspeichersystem 3330-1 wurde erstmals im Juli 1971 ausgeliefert. Das Produkt wurde dann ungefähr im März 1976 also bereits 56 Monate später, durch das 3350-Plattensubsystem ersetzt. Demgegenüber steht eine prognostizierte Mietlebensdauer von 58 Monaten.

Ein weiteres Beispiel: Das System 370/145 kam im Juli 1971 auf den Markt. 67 Monate später wurde das System durch das neue Modell 370/148, dessen Auslieferung für etwa Januar 1977 geplant war, abgelöst - also genau zum vorhergesehenen Zeitpunkt. Die tatsächliche Miet-Lebensdauer beim Modell 145 ist allerdings etwas länger da sich hier der Übergang auf. das neue System verhältnismäßig langsam vollzieht.

Bei den Modellen 158 und 168 ist die Mietlebensdauer mit 46 Monaten relativ kurz, da in dieser Leistungsklasse größtenteils gleich gekauft wird. Dies ist bei 80 Prozent der Systeme der Fall.

In Spalte 4 sind die zu erwartenden Gewinnspannen aufgeführt: 33,8 Prozent beim Plattenspeicher 3330 und 40,8 Prozent beim 3830-Controller, während das Magnetbandlaufwerk 3420 nur 26,9 Prozent Gewinn einbringt. Die Einbußen beim Magnetbandlaufwerk 3420 dürften auf die Aktivitäten der Anbieter von steckerkompatiblen Systemen zurückzuführen sein. Die durchschnittliche Gewinnspanne aller Produkte ist mit 33,4 Prozent in der unteren Zeile der Tabelle angegeben.

Obwohl diese Zahlen unserer Einschätzung nach durchaus realistisch sind, müssen doch einige Einschränkungen gemacht werden. So sind die hier aufgeführten Prognosen noch von einer Reihe Faktoren abhängig wie etwa Neuentwicklungen der Konkurrenz (Amdahl, Fujitsu etc.) oder IBM-Systemerweiterungen. Diese Faktoren können die Produktlebensdauer verlängern bzw. verkürzen. Beispiele hierfür sind der Erweiterungsprozessor 158/168, die 3705-Version II und das System 3330-11.