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05.06.1981 - 

Unterforderte Mitarbeiter sind anfällig für einen Wechsel:

Investitionen in EDV-Nachwuchs lohnen sich

In kaum einem anderen Segment des Arbeitsmarktes gilt das Gesetz, daß Angebot und Nachfrage den Preis regele, so sehr wie im Bereich der EDV. Die expansive Entwicklung, die seit einigen Jahren dazu führt, daß fast jeder Betrieb - bis hin zur größeren Arztpraxis oder Anwaltskanzlei - in irgendeiner Form für die EDV erschlossen wurde, hat einen ständigen Bedarf an Fachpersonal bewirkt.

In kleineren Betrieben ist es in der Regel so, daß sich ein Fachbereichsmitarbeiter "nebenbei" mit dem neuen Dienstleistungs- und Organisationsinstrument "EDV" vertraut macht. In größeren Betrieben dagegen ist der Bedarf aus den eigenen Reihen nicht zu decken. Man sucht also auf dem Arbeitsmarkt. Und der hat nach wie vor seine ganz spezifischen Probleme.

þEine Problemgruppe sind die Organisationsprogrammierer. Viele mittlere Betriebe haben eine EDV-Anlage der sogenannten Mittleren Datentechnik, die die klassischen arbeitsteiligen Funktionen der größeren EDV-Anlage (Operator, Arbeitsvorbereiter, Programmierer, Systemspezialist, DV-Organisator) in einer, maximal zwei Funktionen zusammenfaßt.

Dabei fällt dem Organisationsprogrammierer ein ganzes Spektrum von Aufgaben zu, das von der Organisation, ihrer Analyse und EDV-spezifischen Synthese bis hin zur Programmierung reicht. In dieser Funktion liegt hoher fachlicher Reiz und zugleich ein hoher Anspruch. Dem können normalerweise junge Programmierer mit geringen Kenntnissen in Organisation kaum gerecht werden. Vielmehr werden hier meist gestandene Leute mit breitangelegter Erfahrung benötigt, die auch anerkannte Partner der Fachabteilungen im Betrieb sind. Gute Organisationsprogrammierer werden also auch künftig Mangelware sein.

þEine andere Problemgruppe sind die "klassischen" Systemspezialisten/Systemberater/DV- Organisatoren . Sie sind als Spezialisten in gewissen Fachbereichen - Finanz- und Rechnungswesen, Materialwirtschaft, Produktion - fest etabliert und profilieren sich als unentbehrliche Bindeglieder zwischen Betrieb und EDV-Abteilung. Hier sind sehr gute Kenntnisse der einzelnen Fachbereiche, gute EDV-spezifische Organisationskenntnisse, Erfahrungen mit dem jeweiligen EDV-System - speziell mit dem Betriebssystem - und sehr viel analytisch-konzeptionelles Arbeiten Teile des globalen Anforderungsprofils. Diese Gruppe ist ständig in Bewegung. Einerseits wird für neue Aufgaben (Datenfernverarbeitung, Datenbanksysteme etc.) qualifizierter Nachwuchs benötigt, andererseits stellt diese Gruppe das Reservoir für Führungspositionen.

þEine kleine, aber besonders elitäre Gruppe sind die Systemprogrammierer. Sie sind die Fachleute für das Betriebssystem. Sie kennen die im Betriebssystem implementierte Software; ihre Aufgabe ist es, die Möglichkeiten des vorgegebenen Betriebssystems mit oder ohne zusätzliches Softwarepaket optimal - in bezug auf Kapazität und Datendurchsatz - zu nutzen. Gute Systemprogrammierer sind und bleiben auch künftig am Markt Mangelware.

"Wie", das ist die Schlüsselfrage für die Anwender, "können wir als Unternehmen uns richtig verhalten?"

Die Antwort heißt:

þSorgen Sie für hohe fachliche Anforderungen! Ein fachlich unterforderter EDV-Mann ist sehr schnell unzufrieden und höchst anfällig für einen Wechsel.

þPressen Sie Ihr EDV-Personal nicht um jeden Preis in ein internes - und sozusagen allgemeinverbindliches - Gehaltsschema. Orientieren Sie sich vielmehr am Markt; was dort in etwa für EDV-Personal zu zahlen ist, sollten auch Sie - von sich aus - Ihren Mitarbeitern im EDV-Bereich bieten.

þVermitteln Sie Ihrem EDV-Personal, nicht nur durch attraktive Bezahlung, sondern auch durch eine spezielle Bewertung, Gewichtung und Behandlung innerhalb der Mitarbeiterschaft das Selbstbewußtsein und die Selbstorientierung, die jeder anspruchsvolle Mitarbeiter - und um einen solchen handelt es sich beim EDV-Fachmann - braucht.

Wenn ein Unternehmen sich an diese drei Grundregeln hält - und es lohnt sich, auch etwas in die Ausbildung und Förderung des EDV-Nachwuchses zu investieren - ist es personalpolitisch und kostenmäßig gut beraten.

Gutes EDV-Personal wird auch künftig seinen Preis haben, das ist sicher für den einen oder anderen Betrieb eine schmerzliche Erfahrung. Aber die Erfahrung wird häufig sehr viel schmerzlicher und extrem teuer, wenn man am falschen Ende spart - am bereits vorhandenen EDV-Personal.

*Eberhard Prüfer ist Seniorberater im Bereich Personalberatung bei PA Management Consultants GmbH, Düsseldorf