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05.09.2005 - 

Kolumne

Investitionssicherheit ist nicht alles

Na, wenn das keine gute Nachricht ist: Deutsche Anwender sind zufrieden mit ihren Geschäftsapplikationen. Im Durchschnitt erteilen sie den Anbietern für ihre ERP-Produkte und -Services die Note "Gut" (siehe Seite 6). In punkto Funktionalität, Flexibilität und Office-Integration ist die Akzeptanz sogar überdurchschnittlich hoch.

Kleinanbieter und Spezialisten für Branchensoftware schneiden besser ab als Generalisten und die großen ERP-Pakete, so eine weitere Erkenntnis. Ihre Projekte sind meist weniger komplex, außerdem kümmern sich diese Hersteller intensiver um ihre Kunden. Und ein dritter Punkt: Bei der Beurteilung des Preis-Leistungs-Verhältnis hinkt Marktführer SAP dem Wettbewerb weit hinterher.

Wenn all das richtig ist, stellen sich Fragen: Warum kehren immer noch Anwender ihren kleinen Softwarelieferanten den Rücken und wenden sich Großanbietern wie SAP oder Microsoft zu? Warum gewinnen diese Branchengrößen Ausschreibungen, in denen sie nach objektiven Maßstäben eigentlich im geschlagenen Feld liegen müssten? Und weshalb führen Betriebe immer wieder Software ein, die weder von der Größe noch vom Preis her zu ihnen passt?

Die Antwort liegt auf der Hand: Viele Kunden betonen die Investitionssicherheit zu stark. Große Anbieter sind international präsent, haben Projekterfahrung, können auf Basis ihrer Finanzausstattung jedem Sturm trotzen und scharen weltweit die Berater um sich. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die Anwender fürchten sich schlicht davor, gegen den Strom zu schwimmen. SAP-Software einzusetzen ist die Norm, sich anders zu entscheiden gilt als Risiko, für das man sich rechtfertigen muss.

Diese Argumentation - you never get fired for buying SAP - kann fatale Folgen haben. Nicht wenige Unternehmen haben sich mit einer blinden Entscheidung für den Marktführer in Schwierigkeiten gebracht. Die Betriebe waren technisch, organisatorisch und finanziell total überfordert.

Dabei ist das Risiko, eine Software zu kaufen, die optimal zum eigenen Unternehmen passt, heute begrenzt. Investitionssicherheit ist natürlich ein Argument, aber nur eines von vielen. Wenn es wirklich dazu kommt, dass Softwareanbieter aufgeben müssen, leben ihre Produkte zumeist weiter - etwa, weil sie übernommen werden oder sich Insider aus der Entwickler- oder Beraterszene der Fortführung annehmen. Zudem können sich Anwender oft den Zugriff auf den Quellcode für den Krisenfall zusichern lassen.

Die Umfrage belegt: SAP-Kunden sind keineswegs zufriedener als andere. Unternehmen sollten also den Mut haben, objektiv zu entscheiden.