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02.03.2001 - 

Portfolio an Integrationssoftware erweitert

Iona baut ein Tor in das E-Business

MÜNCHEN (as) - Der irische Middleware-Spezialist Iona Technologies hat seine "Iportal"-Produktsuite für die Entwicklung und Integration von Unternehmensportalen durch Zukäufe technisch erheblich erweitert und setzt auf neueste Standards. Zudem steigt der Hersteller mit der Übernahme von OOC in den Embedded-Markt ein.

Mit der Produkt- und Lösungsstrategie "Total Business Integration" will sich Iona im Konzert der Hersteller von Applikations-Servern und anderer Middleware-Technologien stärker profilieren. Hierzu kündigte das Unternehmen dieser Tage eine Reihe wichtiger Technologiezukäufe und Kooperationen an, mit denen die bisherige Iportal-Produktsuite, die nun nur noch "Portal Suite" heißt, zusätzliche Integrationsmöglichkeiten für E-Business-Architekturen und B-to-B-Szenarien bieten soll. Es verfolgt damit eine Strategie, wie sie Microsoft, IBM, Bea Systems, Bluestone (von HP gekauft), Sun Microsystems, Sybase und andere - allerdings mit jeweils eigenem Fokus- formuliert haben.

Unterstützung von XMLIona gilt dabei als ein Hersteller, der sein Angebot auf eine möglichst breite und standardisierte Infrastruktur aufbauen möchte. Dementsprechend will das Unternehmen neben erprobten Basistechnologien und Komponentenmodellen wie Corba und J2EE ganz im derzeitigen Trend auch möglichst früh eine Vielzahl angehender Standards auf Basis der Extensible Markup Language (XML) in seinen Produkten unterstützen und verwenden. So etwa das Protokoll zur plattformübergreifenden Komponentenkommunikation Simple Object Access Protocol (Soap), die für die Beschreibung so genannter Web-Services vorgesehene Web Service Definition Language (WSDL) sowie die Business-Registry Universal Description, Discovery and Integration (UDDI). Alle drei Spezifikationen sind in der neuen Werkzeugsammlung "Iportal XML Bus" enthalten und sollen die Entwicklung und Implementierung von Web-Services für B-to-B-Szenarien ermöglichen.

Des Weiteren geht es bei Ionas Strategie um die Integration von Technik, mit der derzeit insbesondere Hersteller von Produkten für Enterprise Application Integration (EAI) für sich werben: Zentrale Hubs für Messaging und Schnittstellen-Verwaltung, Standardkonnektoren und -adapter, die Datentransformation, Rules-based Engines, Routing-Funktionen sowie die Verwaltung und Modellierung von Geschäftsprozessen. Diese zusätzliche Funktionaliät glaubt Iona nun ebenfalls zusammenzuhaben.

So erwarben die Iren zum einen von der US-Firma Suplicity, einer Dienstleistungstochter von NEC Corp., Technik zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Wie Product Planning Manager Jason Garbis gegenüber der CW erläuterte, handelt es sich bei der Software um eine Prozess-Engine, die weitgehend in Java geschrieben wurde und fortan als "Iona Business Process Engine" nativ als zusätzlicher Service auf dem hauseigenen EJB-Server "Iportal Application Server" laufen wird. Die Software besitzt eine grafische Benutzeroberfläche für die Modellierung von Geschäftsprozessen, die als XML-Dateien in einem Repository hinterlegt werden, sowie eine Verwaltungskonsole zur Überwachung der Prozesse. Zum anderen haben die Iren in einer nichtexklusiven Vereinbarung EAI-Technik von der Software AG beziehungsweise von deren Tochter Saga erworben. Soweit bekannt, handelt es sich um Produkte, die auch in der "Sagavista"-Suite gebündelt sind.

Hilfe von der Software AGSie enthält unter anderem eine grafische Benutzeroberfläche, einen XML-basierten Integration Broker, eine Transformations-Engine sowie Adapter für die Anpassung und Integration von Legacy-Anwendungen und ERP-Lösungen etwa von Peoplesoft, SAP und Siebel. Die Produkte werden künftig unter dem Namen "Iportal Integrator" von Iona angeboten. Zudem wird die SAG für die Produktintegration Iona leihweise 15 Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

Einen wichtigen Baustein speziell für die Realisierung von B-to-B-Anwendungen soll die Firma Netfish liefern, deren Übernahme für 270 Millionen Dollar in Aktien dieser Tage angebahnt wurde. Netfish bietet mit seinem Hauptprodukt "XDI System" eine Integrationssoftware für den Geschäftsverkehr über das Web durch Standardadapter etwa für SAP, Baan und Oracle sowie durch XML-Anwendungen wie Microsofts "Biztalk" oder Commerce XML (CXML). Die Kopplung dieser B-to-B-Plattform mit Ionas Portfolio wird nach Aussage von Chief Executive Officer Barry Morris allerdings noch einige Monate in Anspruch nehmen. Marktbeobachter sehen Iona durch die Netfish-Übernahme gestärkt, um künftig im B-to-B-Segment gegen Hersteller wie Bea Systems, Tibco, Seebeyond oder Webmethods anzutreten.

Parallel zu den Produkt- und Technikeinkäufen, hat Iona unter dem Namen "Iportal Suretrack" eine interessante formale Methode für die Umsetzung von Integrationsprojekten mit Hilfe der Unified Modeling Language (UML) vorgestellt. Der Ansatz ähnelt nach Angaben des Herstellers dem Vorgehensmodell für die Entwicklung objektorientierter Anwendungen "Rational Unified Process" der Firma Rational. Suretrack soll den Aufbau mehrerer interaktiver Systeme unterstützen und einen Template-basierten Prozess ermöglichen.

Corba-Technik erworbenAngebahnt wurde zudem dieser Tage der Kauf des Corba-Spezialisten Object Oriented Concepts (OOC) aus Billerica, Massachusetts. Dieser liefert vor allem Funktionen für den Einsatz in Embedded- und Realtime-Systemen - ein Anwendungsgebiet, um das sich die Iren bisher nicht gekümmert hatten. Iona plant, seine neuesten ORB "Orbix 2000" weiterhin für seine Portalsuite anzubieten und OOCs "Orbacus"-Technik speziell für die Industrie und TK-Branche zu vertreiben. Orbacus ist ein ORB für eine Vielzahl von Plattformen und bisher frei für die nicht kommerzielle Nutzung erhältlich. Er unterstützt Multithreading und ist voll kompatibel zu den Corba-Spezifikationen 2.3 (mit Erweiterungen von Corba 2.4). Laut OOC ist die Technik bereits bei 350 Kunden im Einsatz.

Abb: Komplettangebot soll Türen öffnen

Die Portal Suite bietet ein Framework für die Anwendungsintegration. Bausteine sind "Netfish XDI" für den Aufbau von XML-basierten Geschäftsprozessen, die Entwicklungsumgebung "Iportal XML Bus", die EAI-Software "Iportal Integrator", der "Iportal OS/390 Server", der EJB-Applikations-Server "Iportal Application Server", die Corba-Implementierung "Orbix" sowie die UML-Methode "Iportal Suretrack". Quelle: Iona