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12.01.2007

IP-Telefonie im Sog einer multidimensionalen Konvergenz

Manuel Baum 
Das Telefonieren über das Internet Protokoll (IP-Telefonie) geht seit zirka zwei Jahren technologisch mehr und mehr in den geordneten Betrieb über. Trotzdem ist es auch heute noch für viele Unternehmen eine enorme Herausforderung, diese Technologie in einen "geordneten" Einsatz zu bringen. Dies liegt nicht nur an den vielen noch immer vorhandenen technologischen, wirtschaftlichen und "emotionalen" Unbekannten bei einer IP-Telefonie-Einführung, sondern auch an den enormen Bewegungen, die parallel im Kommunikationsmarkt stattfinden und sich dabei gegenseitig beeinflussen. Im Angesicht einer multidimensionalen Konvergenz ist heute IP-Telefonie nur eine kleine - wenn auch nicht unerhebliche - Evolution in einer sich revolutionär verändernden Kommunikationswelt von morgen.

Der Markt für Kommunikationssysteme und -dienstleistungen unterliegt derzeit zweifelsfrei einem enormen Wandel. Dies kann im besonderen Maße anhand des Konsumermarktes beobachtet werden. Festnetz- und Mobilfunkbetreiber sowie Internetprovider fusionieren untereinander und bieten im Umfeld der Fixed-Mobile-Konvergenz Produkte wie "Homezone" oder "@home" an. Privatanwendern werden Mehrfach-Flatrates bestehend aus Telefon-, Internet- und inzwischen auch aus Mobiltelefon- und Fernsehanschluss angeboten. Internet-Kommunikationsdienste wie zum Beispiel Skype erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Intension der Anbieter ist offensichtlich: Kunden mit einfachen und kostengünstigen neuen Diensten an sich zu binden.

Konsumermarkt beeinflusst Unternehmen

Sehr viele der bekannten und im Augenblick noch hitzig diskutierten Produkte und Funktionen in unserer heutigen Kommunikationslandschaft kommen aus dem Konsumermarkt. Selbst die IP-Telefonie, wie wir sie seit ein paar Jahren bereits für Unternehmen als sinnvoll und einsatzreif erachten, hätte heute wahrscheinlich nicht diese Aufmerksamkeit, wenn es zum Beispiel Skype nicht geben würde. Skype bietet dem Endanwender neben kostenloser Internet-Telefonie mehr und mehr Funktionen wie Instant Messaging (Chat), Presence Management (Buddy-Lists) oder Video-Telefonie.

Natürlich ist jedem von uns klar, dass die hochgezüchteten aber nach wie vor zumeist proprietäre IP-Telefonie-Anlagen von Alcatel, Avaya, Cisco, Nortel, Siemens und Co. bezüglich Sprachqualität und Features nicht mit einer Internet-Telefonie wie Skype, jajah oder sipgate vergleichbar sind. Dennoch ist für Unternehmen der Blick in Richtung Konsumermarkt heute interessanter denn je, da dieser wie kein anderer die Bedürfnisse der Endanwender und damit von uns "selbst" nach kostengünstigen und gleichzeitig effektiven Kommunikationslösungen widerspiegelt. Instant Messaging beispielsweise - ursprünglich eine typische Anwendung aus dem Konsumermarkt - wird heute bereits in vielen Unternehmen als Alternative oder besser gesagt als Ergänzung zum häufig überstrapazierten Kommunikationsdienst E-Mail gesehen. Weitere Dienste wie Weblogs oder Podcasting sind Bestandteile von Web 2.0 und ebenfalls Kandidaten für "seriöse" Anwendungen innerhalb von Unternehmen.

Bei der Betrachtung aber wird vor allem eines deutlich: IP-Telefonie als pure Substitution der klassischen Telefonie lediglich basierend auf einer neuen Netzart (IP) hat keine Zukunft. Die häufig angebrachten Argumente "Sprachqualität" und "Features" treten mehr und mehr in den Hintergrund. Der Anwender möchte den Kommunikationsdienst, den er für die jeweilige Kommunikation am geeignetsten erachtet, nutzen können und zwar unabhängig von Ort, Zeitpunkt und dem verfügbaren Endgerät. Für einen erfolgreichen Einsatz muss das Ganze jedoch kostengünstig, sicher und aus Anwendersicht einfach handhabbar sein - der Anwender möchte sich nicht mit einer Vielzahl an Anbietern, Ansprechpartnern, Anwendungen oder Endgeräten herumschlagen müssen. Das Schlagwort dazu ist "Multidimensionale Konvergenz".

Konvergenz auf allen Ebenen

Während IP-Telefonie-Systeme sich heutzutage noch auf eine IP-Konvergenz auf Netzwerkebene beschränken, berührt die multidimensionale Konvergenz alle Ebenen einer Kommunikation von der Applikation über das Netz beziehungsweise den Netzzugängen bis hin zum Endgerät.

Aus Anwendersicht findet bereits eine der wichtigsten Konvergenzen auf dem Desktop beziehungsweise auf der Applikationsebene statt. So genannten "Unified Communications" Lösung, vereinen eine Vielzahl von Kommunikationsdiensten wie Sprache, Video, Application Sharing, Web Conferencing und weitere in einer einheitlichen, integrierten Applikationsoberfläche. Dabei sind die Dienste einzeln betrachtet nicht neu. Problematisch war jedoch bisher die Anzahl an unterschiedlichen Applikationen, Endgeräten und Anbietern, um diese Dienste nutzen zu können, was die Akzeptanz seitens der Anwender reduzierte. Unified Communications behebt diesen Mangel durch eine nahtlose Integration der Dienste. Entsprechende Lösungen werden sowohl von Herstellern von Kommunikationssystemen wie beispielsweise Avaya, Cisco oder Nortel als auch von "klassischen" Applikationsherstellern wie Microsoft, Oracle oder einer IBM angeboten. Bei allen "Partnerschaftsschwüren" - die zurzeit fast alle IP-Telefoniehersteller mit Microsoft ausrufen - werden diese Unternehmen in Zukunft ganz klar zu einem großen Teil der Lösungen als Wettbewerber zueinander auftreten. Hier wird es naher Zukunft noch einige Bewegungen im Markt geben.

Chancen "multidimensional" nutzen

Die Zeichen für einen revolutionierenden Wandel in der Unternehmenskommunikation von morgen sind für den genauen Beobachter omnipräsent. Kommunikationslösungen wie Real Time Collaboration oder Unified Communication bringen für Unternehmen enorme Chancen mit sich, die die Zusammenarbeit und damit auch die Prozesse effektiver und zugleich effizienter gestalten. Auch wenn der Markt rasanten Änderungen unterworfen ist, Abwarten - wie von einigen Entscheidern überlegt - ist dabei die denkbar ungünstigste Vorgehensweise. Unternehmen aller Größenordnungen sollten sich vielmehr heute damit auseinandersetzen, eine umfassende Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Gleichzeitig sind alle heutigen und zukünftigen Investitionen konsequent auf eine konvergente IP-Infrastruktur auszurichten. Auf dieser Basis können dann bereits heute standardbasierte und offene IP-Telefonie-Architekturen im Unternehmen etabliert werden, die ein hohes Maß an Zukunftssicherheit und ein geringes Investitionsrisiko mit sich bringen. Damit können heute bereits alle Vorteile neuer Kommunikationslösungen in einer multidimensional konvergenten Umgebung genutzt werden.