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Hersteller bringen neue Lösungen für VoIP


14.03.2003 - 

IP-Telefonie soll deutlich einfacher werden

MÜNCHEN (ave) - Anwender, die sich für IP-Telefonie interessieren, können aus einer ständig wachsenden Produktpalette wählen. Neue Angebote reichen von Konfigurationshilfen über IP-Telefon-Server bis hin zu kompletten VoIP-Lösungen. Damit soll Unternehmen der Umstieg erleichtert werden.

Der Markt für Voice over IP (VoIP) stellt innerhalb der IT-Branche eines der derzeit wenigen noch lukrativen Segmente dar: Einen Wachstumsimpuls erhoffen sich die Hersteller hier vor allem deshalb, weil in diesem und im nächsten Jahr viele Verträge für klassische TK-Anlagen auslaufen. Eine besonders rosige Zukunft sehen die Analysten von International Data Corp. (IDC): Sie gehen bis 2007 von einem durchschnittlichen Wachstum in Höhe von 45 Prozent aus. Der Gesamtmarkt soll dann ein Volumen von 15,1 Milliarden Dollar erreichen. Kein Wunder, dass viele Anbieter sich ein möglichst großes Stück von diesem Kuchen sichern wollen.

Mit den auf seiner Architecture for Voice, Video and Integrated Data (Avvid) basierenden Produkten ist Cisco Systems bereits fest in der IP-Telefonieszene etabliert. Der Hersteller hat jetzt ein Tool vorgestellt, das den Konfigurationsaufwand beim Einsatz einer VoIP-Lösung reduzieren soll. "Autoqos" ist eine Software, die den "Ciscoworks QoS Policy Manager" ergänzt und laut Hersteller in der Lage ist, im Netz installierte Cisco-Komponenten automatisch so einzustellen, dass Sprachübertragungen gegenüber Datenströmen bevorzugt behandelt werden.

Das Programm weist IP-Telefonaten dabei selbständig bestimmte Dienstequalitäten zu. Autoqos unterstützt verschiedene Mechanismen, unter anderem den Standard Differentiated Services (Diffserv). Die Software ist für die letzten Versionen von Ciscos Internetworking Operating System (IOS) und dem "Catalyst OS" der Switch-Modelle "6500", "2950" und "3550" verfügbar, weitere Modelle sollen im Laufe des Jahres folgen.

Server-Ausfall kein Problem

Mit zwei neuen Versionen seiner "Altiserv"-IP-Telefonielösung richtet sich Altigen Communications an kleine bis mittelständische Unternehmen. Mit dem Produkt sollen zwischen acht und 600 Mitarbeiter über Datennetze telefonieren können. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen basieren die neuen IP-Nebenstellenanlagen auf Intel-Servern und Windows 2000. Die Gesprächsverwaltung erfolgt über PCI-Karten in den Servern, in die Altigens Call-Control-Software "Alti-OS" eingebettet ist. Mit dieser Vorgehensweise will der Hersteller erreichen, dass Mitarbeiter auch im Fall eines Server-Ausfalls weiter per Telefon kommunizieren können.

Während die "Altiserv 1" sich für kleinere Umgebungen mit bis zu 50 angeschlossenen IP-Telefonen eignet, empfiehlt sich die "Altiserv 2" für darüber hinausgehende Installationen: Laut Anbieter können 200 IP-Telefone an eine solche Anlage angeschlossen werden. Über den Zusammenschluss von drei Altiserv-2-Systemen lässt sich die höchste Ausbaustufe erreichen. Beide IP-Anlagentypen basieren auf dem Standard H.323 und unterstützen neben den eigenen "Alti-IP-600" Telefonen auch Endgeräte von Polycom und Siemens. Die Preise für die Lösung richten sich nach der Zahl der angebundenen Endgeräte. Die fällige Gebühr liegt zwischen 200 und 500 Dollar pro Arbeitsplatz, wobei noch die Preise für die Endgeräte hinzukommen.

Mit dem "Integrated Stackable Telephony System" (ISTS) hat Avaya eine Plattform vorgestellt, die sowohl IP-Telefonie- als auch Switching- und Routing-Funktionen bietet. Vor allem mittelständischen Unternehmen will der Hersteller damit den Einstieg in die konvergente Sprach-Datenwelt eröffnen. Das System ist als Komplettlösung für zunächst 50 Teilnehmer konzipiert und soll sich später auf bis zu 450 angeschlossene IP-Telefone erweitern lassen.

ISTS setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: Neben dem "S8300 Media Server" gehören das "G700 Media Gateway", der Switch "P330T-PWR" und die Software "Multivantage" dazu. Die Hardware ist über den stapelbaren "Octaplane"-Stapelbus mit 8 Gbit/s verbunden, verwalten lässt sich das System mit der Management-Suite "Visability". Die Lösung unterstützt die Stromübertragung über Datenkabel (Power over Ethernet), so dass keine zusätzliche Stromversorgung für die Endgeräte benötigt wird. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind insgesamt 50 Endgeräte, zu denen neben IP-fähigen Tischgeräten auch Soft Clients sowie ein Vermittlungsplatz gehören.

Integriertes WAN-Access-Routing

Außerdem bietet ISTS die Möglichkeit, verschiedene Dienstequalitäten (Quality of Service = QoS) zu definieren und einzuhalten. Dank der integrierten WAN-Access-Routing-Funktion benötigen Unternehmen, die sich für die Lösung entscheiden, keinen separaten Router für den Anschluss an öffentliche Netze. In der niedrigsten Ausbaustufe mit 50 Ports kostet das IP-Telefoniesystem rund 24000 Euro.

Stärker als bisher will sich der kanadische Hersteller Mitel Networks im deutschen Markt engagieren. Das Unternehmen möchte unter anderem Anwender ansprechen, die sich zwar für IP-Telefonie interessieren, aber ihre klassischen TK-Anlagen nicht ausmustern wollen. Mitels Flaggschiff ist die "3300 Integrated Communications Platform" (ICP), die sowohl analoge Telefongeräte als auch IP-basierende Systeme wie die "5140 IP-Appliance" des Anbieters unterstützt. Mit Hilfe der 3300 ICP soll es möglich sein, bestehende klassische Nebenstellenanlagen zunächst um IP-Funktionen zu erweitern und allmählich auf die Telefonie via Datennetz umzusteigen.

Analog und IP im Kombi

Das System unterstützt nach Angaben des Herstellers 40 bis maximal 700 Benutzer. Es soll jedoch möglich sein, mehrere Anlagen zu koppeln und so die Gesamtkapazität auf bis zu 30000 Endgeräte zu erhöhen. Die Lösung ist ab sofort verfügbar, der Preis variiert je nach der Menge der angeschlossenen Systeme. Für eine Beispielkonfiguration mit 40 Mitarbeitern und ISDN-S0-Bus verlangt der Hersteller rund 14800 Euro.