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Neue Vollie-Version von ADR ersetzt ICCF unter DOSVSE

IPF mit Fremdträger viermal schneller

10.04.1981

STUTTGART- Die Interactive Productivity Facility (IPF), ein zentraler Bestandteil von IBMs DOS/VSE System Installation Productivity Option/ Extended (IPO/E), kann in wenigen Wochen anstelle der Interactive Computing and Control Facility (ICCF) unter dem Trägersystem "Vollie" laufen und wird dadurch in der Praxis erst sinnvoll einsetzbar. Diese Behauptung stellt die Applied Data Research {Deutschland) GmbH auf, nachdem die neue in den Softwarelabors der Konzernzentrale in Princeton entwickelte Vollie-Version 3.0 in Deutschland nun erstmals mehreren Praxistests unterworfen wurde.

Zuversichtlich macht die ADR-Leute nicht nur die Tatsache, daß die deutschen Vollie-Anwender auf die Vorführungen in mehreren deutschen Städten ganz überwiegend positiv reagierten- Release 3.0 wird ohnehin im Rahmen der Wartung kostenlos ausgeliefert -, auch Umsatzausweitungen im DOS/VSE-Bereich zeichneten sich ab.

Immerhin existiert schon seit August 1979 ein offizielles Schreiben von IBM, White Plains, an ADR Senior Vice President Marty Goetz, in dem es heißt, daß der DOS/VSE-Anwender auch dann mit IPO/E arbeiten kann; wenn er das Trägersystem ICCF durch ein anderes ersetzt. Da ADR erst die Freigabe von VSE Release 2 abwarten wollte - sie erfolgte im dritten Quartal 1980-, ist die zwischen dem Brief und der Freigabe von Vollie 3.0 liegende Zeitspanne erklärlich.

Garantie von ADR

"Zwar lehnt IBM für den Fall, daß ein Kunde von der Möglichkeit Gebrauch machen sollte, ICCF zu ersetzen, eine Garantie-Übernahme ab", bemerkt Johannes Thurner, ADR-Vertriebsleiter für DOS-orientierte Produkte, "aber die übernehmen wir ja." Der Lage (und dem damaligen Brief) angepaßt ist auch bereits IBMs Programming Announcement für DOS/VSE System IPO/E: Unter dem Stichwort "Availability" heißt es einleitend, daß IPO/E nur für DOS/VSE-Anwender gedacht ist; dann folgt in zwei gewundenen Sätzen das Eingeständnis, daß der Anwender IPO/E auch entbündelt erwerben kann - sogar was die "base licensed programs" betrifft; und zu denen gehört ICCF.

Was Vollie-Kunden immer wieder über die Argumentation deutscher IBM-VBs berichtet haben ("Es wird kein freies Softwarehaus IPF jemals unterstützen; denn das, um was es hier geht, kann niemand, weil wir Teile ins Betriebssystem übernommen haben", so Thurners Kurzfassung), gehört nach Meinung des ADR-Mannes jetzt der Vergangenheit an. Thurner: "Wir führen vor, und jeder kann sehen: Wir arbeiten mit dem Original-IBM-IPF, und es läuft viermal schneller, als wenn ICCF drüberliegt."

Anwender erteilen ICCF Absage

Zwar wird der Faktor vier nicht in jedem Einzelfall erreicht, aber, meint Thurner, eine von einer ganzen auf eine halbe Minute reduzierte Antwortzeit ist eben nur mathematisch gleich der Reduktion von zwei auf eine Sekunde; psychologisch mache dies einiges mehr aus. Der IPF User Guide Rel. 2 vom September 1980 bezeichne auf Seite 17 IPF-Antwortzeiten von einer bis zwei Minuten auf leicht geladener Maschine als normal. Dieser Hinweis, kommentiert Thurner, spreche für sich.

Das bisher reine IBM-Umfeld, in das mit dem interaktiven Programmiersystem "VS-Online-Librarian-Extended" (=Vollie) nun erstmals fremde Systemsoftware hineinwirkt, skizziert Thurner so: Den Einsatz von IPO/E legt IBM dem DOS/VSE-User wärmstens ans Herz, weil er bei der manuellen Generierung seines Systems große Risiken eingehe. Dies verlange dann die Installation des Job-Stream-Generators IPF, der wiederum ein Trägersystem benötigt bisher ausschließlich ICCF.

IPF, das als Subtask mit niedrigster Priorität in der SP-Monitor-Partition läuft, kann unter Vollie nach ADR-Angaben folgende Pluspunkte verbuchen: Besseres Antwortzeitverhalten (auch im CICS), Plattenplatzersparnis rund ein Drittel; bei Vollie-Absturz bleibt CICS aktiv, da es als Maintask läuft.

Und die Vollie-Anwender? Walter Gaßner, Systemprogrammierer bei der Heimstatt Bausparkasse AG in München und erfahren im Umgang mit ICCF und Vollie: "Zur Generierung von Dienstprogrammen wie etwa VSAM-Cluster ist IPF eine hilfreiche Einrichtung, aber erst durch Vollie ausreichend schnell geworden."

Hans-Werner Breuer, Systemprogrammierer bei der Gödecke AG in Freiburg, Vollie-Anwender seit drei Jahren und DOS/VSE-Pilotanwender: "Wir haben derzeit zwei 4341 installiert und steuern diese im Systemverbund unter DOS/VSE Release 2 - seit mehr als Jahr. Da seinerzeit IPO/E nicht zur Verfügung stand, erfolgte die Installation durch Einzelkomponenten.. In naher Zukunft werden wir eine IPO/B-Version der Betriebssoftware mit Hilfe des IPF installieren und diese damit auch warten. Darum kommt ADRs Ankündigung, das IPF mit Vollie zu unterstützen, zu einem für uns günstigen Zeitpunkt, so daß wir für den Einsatz von ICCF als Trägersystem für das IPF keinen AnIaß mehr sehen."

Reinhold Wiederoder, Anwendungs- und Systemprogrammierer bei der Stuttgarter Gebrüder Sulzer Heizungs- und Klimatechnik GmbH und Vollie-Anwender seit zwei Jahre: "Die Vollie-Befehlsstruktur ist eindeutig einfacher. Man kommt mit zwei bis drei Befehlen dorthin, wohin man sich im ICCF regelrecht durchturnen muß. Wie die Vollie 3.0-Demonstration in unserem Hause klar zeigte, brauchte am DOS/VSE nichts geändert zu werden."