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19.03.2010

IPO/Kabel Deutschland könnte IPO-Markt beflügeln

Von Rüdiger Schoß und Natascha Divac DOW JONES NEWSWIRES

Von Rüdiger Schoß und Natascha Divac DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Während die Beteiligungsgesellschaft Providence am Zuteilungspreis für den am Montag angestrebten Börsengang ihrer Tochter Kabel Deutschland (KDG) bastelt und parallel der Modekonzern Tom Tailor Investoren mit dem Versprechen einer attraktiven Dividende zur Zeichnung der neuen Papiere des Hamburger Modehauses ködert, hoffen Börsianer endlich auf das Ende der Dürreperiode am Markt für Neuemissionen. Immerhin ist der Börsengang des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland der größte seit dem des Hamburger Hafens 2007, und zudem kommt der Verkäufer aus dem Kreis der Private-Equity-Investoren, die 2010 vermutlich die meisten Börsenkandidaten zum Markt führen werden.

Einem Erfolg komme deshalb auch für den Gesamtmarkt eine große Bedeutung zu, sagt Jens Kurse, Generalbevollmächtigter und Leiter Corporate Finance bei M.M. Warburg & Co. "Wenn das Eis durch einen erfolgreichen Börsengang von Kabel Deutschland gebrochen wird, dann sind 2010 noch 10 bis 12 nennenswerte IPO's möglich." Ein Erfolg von KDG wäre ein Vertrauensbeweis für weitere Börsengänge.

Ein erfolgreicher Handelsstart von Kabel Deutschland würde aber auch signalisieren, dass Beteiligungsunternehmen wieder ein größeres Zutrauen in die künftige Marktentwicklung haben. Denn derzeit stehen sie bei ihren Ausstiegs-Überlegungen vor der Frage, sich entweder beim Verkauf an einen anderen Investor die gegenwärtige Bewertung des Unternehmens zu sichern, oder bei einem Börsengang einen Teilausstieg zu wagen und auf eine Wertsteigerung der restlichen Beteiligung zu hoffen, so die Analysten von UniCredit in einer jüngst veröffentlichten Studie.

Denn immerhin steht mit dem Chemiekalienhändler Brenntag, der am 29. März am deutschen Aktienmarkt starten will, schon der nächste Private Equity-Börsengang in den Startlöchern. Durch die Rezession und die folgende Finanzmarktkrise hatten die Beteiligungsgesellschaften seit mehreren Jahren keine Möglichkeit, die erworbenen Gesellschaften wieder zu verkaufen. Teilweise seit mehreren Jahren gelten Unternehmen wie der Chemiehersteller Cognis (Permira und Goldman Sachs), die Deutsche Annington (Terra Firma) oder die Werkstattkette A.T.U (KKR) deshalb als mögliche Kandidaten für einen Börsengang.

Ein erfolgreicher Handelsstart von KDG ist aber auch deshalb wichtig, weil ein Scheitern des rund 880 Mio EUR schwere IPO den Investoren die Lust auf weitere Börsengänge vergällen könnte. Einige Börsianer vermuten, dass der im so genannten Dual Track Verfahren durchgeführte Börsengang kurzfristig noch abgesagt werden könnte, falls gleichzeitig stattfindende Verhandlungen mit Investoren über einen vollständigen Verkauf laufen und diese erfolgreich abgeschlossen würden. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht erreichbar.

Käme es zu einer kurzfristigen Absage, weil das Unternehmen an einen Investor verkauft wird, könnte dies die Stimmung für weiter Börsengänge belasten, sagt ein Investmentbanker, der namentlich nicht genannt werden wollte. "IPO-Investoren würden auf die Barrikaden gehen, wenn Sie derart missbraucht werden, und das hätte auch negative Auswirkungen auf das Interesse bei zukünftigen IPOs. Es sind ja mit Brenntag und Tom Tailor noch zwei deutsche Private Equity IPOs im Bookbuilding."

Webseite: http://www.kabel-deutschland.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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