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Investor erteilt Absage

Iridium droht das endgültige Aus

17.03.2000
MÜNCHEN (CW) - Die Zukunft des Satellitendienstes Iridium steht mehr denn je in Frage. Letzte Hoffnung des Providers war eine Finanzspritze oder gar die Übernahme durch den milliardenschweren US-Mobilfunkpionier Craig McCaw und dessen Investmentgruppe Eagle River. Doch die hat ihr Engagement eingestellt.

Technisch gebe es zu wenig Gemeinsamkeiten zwischen dem McCaw-eigenen Satellitendienst Teledesic und Iridium, begründet ein Sprecher von Eagle River die Absage. Damit scheint ein Schlussstrich unter das verwirrende Zahlenspiel um die Übernahme Iridiums durch McCaw gezogen zu sein. Anfang Februar war noch die Rede von einer 600-Millionen-Dollar-Investition, mit der der Unternehmer die Kontrolle über Iridium hätte gewinnen können. Der Plan dahinter: McCaw wollte die beiden Satellitenspezialisten Iridium und die britische ICO Global Communications für einen Bruchteil ihres Marktwertes übernehmen und in die eigene Teledesic-Company integrieren. Geplant war ein Serviceportfolio, das neben der Sprach- auch die breitbandige Datenübertragung als Internet-Dienste via Satellit ermöglicht. Iridium hätte dazu jedoch nur bedingt beitragen können, da die 66 Satelliten des Unternehmens lediglich schmalbandige Services mit 4,8 Kbit/s zur Verfügung stellen.

Mitte Februar hatte der Investor nur noch knapp 75 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, um Iridiums Insolvenz gemäß den Schutzbestimmungen von Chapter 11 des US-Konkursrechts bis Juni zu überbrücken. Ein vor zwei Wochen mit Iridium-Teilhaber Motorola ausgearbeiteter Finanzierungsplan, der das Unternehmen bis 6. März retten sollte, sah dann lediglich fünf Millionen Dollar vor. Seitdem werden neue Investoren gesucht. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass selbst die Aussicht auf 50000 Iridium-Kunden nicht genügend Anreiz bietet, um die finanziellen Risiken der Wartung und Modernisierung des Satellitennetzes zu tragen.