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30.07.1999 - 

Motorola zieht finanzielle Notbremse

Iridium droht die Bruchlandung

MÜNCHEN (CW) - Der Satellitentelefondienst Iridium bekommt jetzt auch Druck aus den eigenen Reihen: Hauptinvestor Motorola hat die übrigen Anteilseigner aufgefordert, weitere Gelder für das Projekt lockerzumachen, ansonsten sei ein Konkurs wahrscheinlich. Die Partnerunternehmen sind wenig begeistert von dem Vorschlag.

Seit Anfang des Jahres kämpft der Mobil-Carrier Iridium um das wirtschaftliche Überleben. Vergangene Woche konnte die Firma eine Tilgungsfrist für Schuldzinsen in Höhe von 90 Millionen Dollar nicht einhalten. Insgesamt belaufen sich die Obligationen auf fast 1,5 Milliarden Dollar - zusätzlich zu den 800 Millionen Dollar Verbindlichkeiten bei verschiedenen Banken. Darauf sah sich der zu 18 Prozent an Iridium beteiligte Elektronikkonzern Motorola genötigt, die finanzielle Notbremse zu ziehen. Sollten sich die anderen Partner, darunter Lockheed Martin, Raytheon und Sprint, nicht in adäquater Weise an den immensen Verbindlichkeiten beteiligen, gebe es für Iridium nur noch drei Optionen: eine außergerichtliche Einigung, ein Vergleich mit den Gläubigern unter Chapter 11 oder die Liquidation.

John Richardson, der neue CEO von Iridium, bestritt die Notwendigkeit eines Konkursverfahrens und zeigte sich "irritiert" über den Motorola-Vorstoß. Von einem akademischen Standpunkt betrachtet sei zwar die Liquidation denkbar, sie komme für Iridium jedoch nicht in Frage. Auch Lockheed Martin, Lieferant der Satelliten, lehnte die Umstrukturierungswünsche Motorolas ab. Ein Sprecher teilte mit, daß der Konzern gegenwärtig nicht plane, weitere Gelder in die Satellitentelefon-Company zu pumpen.

Nun bleibt Iridium eine Gnadenfrist bis Mitte August, um die nötigen Mittel aufzutreiben. Leo Mondale, CFO des Unternehmens, versprach gegenüber dem "Wall Street Journal", innerhalb der Zeitspanne für die Auszahlung der Gläubiger "eine Bargeld-Alternative" zu finden. Aller Voraussicht nach werden die Außenstände in Anteilscheine der Satellitenfunker umgewandelt. Deren Kurs sank an der Wallstreet nach Motorolas Vorstoß um 18 Prozent, Credit Suisse First Boston stufte die Aktie von "halten" auf "verkaufen" herab.