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Viel Schulden, wenig Kunden


05.02.1999 - 

Iridium fliegt unter dem Sternbild des Kuckucks

MÜNCHEN (CW) - Der Betreiber des Satellitendienstes Iridium hat die Zahlen des letzten Quartals 1998 präsentiert. Die Nutzerzahl ist gering, Schuldenstand und laufende Kosten sind hoch.

3000 Kunden brachten dem Satellitendienst Iridium im vierten Quartal 1998 einen Umsatz von 186 000 Dollar ein. Im gleichenZeitraum häufte das Unternehmen Schulden in Höhe von 440 Millionen Dollar an. Im gesamten letzten Jahr mußten 1,26 Milliarden Dollar als Defizit ausgewiesen werden. Insgesamt wendete Iridium bis zum Start des Satellitennetzes am 1. November 1998 etwa fünf Milliarden Dollar als Startinvestition auf.

Doch es gibt noch Leute, die an den Erfolg des Satellitendienstes glauben. Das wäre zum einen Iridium-CEO Edward Staiano. Er war es, der die obigen Zahlen auf einer Bilanzpressekonferenz präsentieren, den mißglückten und verschobenen Start des letzten Jahres erklären und anhaltende Probleme mit der Fertigung von Iridium-Handies einräumen mußte. Dennoch rechnet Staiano mit einem Run auf seinen Dienst. 500000 bis 600000 Kunden werde der Service bis Ende des Jahres verzeichnen, so der Iridium-Chef. Das würde ausreichen, um zumindest die laufenden Kosten von 120 Millionen Dollar pro Monat zu decken. Hoffnung keimt beim Iridium-Chef auf, weil es eigenen Angaben zufolge gelungen ist, nach den Schwierigkeiten der vergangenen Monate die Kostenkontrolle zu straffen und somit den von den Analysten erwarteten Verlust von 3,46 Dollar pro Aktie auf 3,12 Dollar per Anteilschein zu drücken.

Die Anlaufschwierigkeiten scheinen auch Jack Frazee nicht abzuschrecken. Der CEO des US-Anbieters von Mobilfunkdiensten, Paging Networks Inc., gab den Start des weltweiten Paging-Dienstes "Iridium Page Service" bekannt. Das Unternehmen hat den Service gemeinsam mit Iridium North America eingerichtet und vertreibt ihn in den USA. Die Nutzer sind weltweit unter einer einheitlichen Nummer erreichbar. Sie können Textnachrichten mit bis zu 200 Zeichen empfangen und müssen dafür rund 160 Dollar monatlich bezahlen. Der dazugehörige Pager kostet knapp 500 Dollar. "Das ist eine Nischenanwendung", warnte Jeanine Oburchay, Analystin bei Bear Sterns, vor übertriebenem Optimismus. "So etwas wird niemals zu einem Schlüsselprodukt. Für Paging Networks wird es zu einer Herausforderung werden, Leute mit Bedarf an einem weltweiten Paging-Dienst zu finden."