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20.06.2003 - 

Vom ärmsten EU-Land zum gefragten Investitionsstandort

Irlands IT-Sektor trotzt der Konjunkturflaute

MÜNCHEN (CW) - Die irische Software- und TK-Industrie ist auf dem Vormarsch. In den letzten Jahren mauserte sich die grüne Inselrepublik zum Top-Exporteur für Computerwaren.Von CW-Mitarbeiterin Bettina Wirth

Irland darf sich als weltweit zweitgrößter Exporteur von Software nach den USA rühmen. Computerausrüstungen machten im Jahr 2001 gut 24 Prozent aller Exporte des Landes aus. Nur Chemikalien werden mit einer Quote von knapp 35 Prozent noch häufiger exportiert.

Das kleine Land hatte früh begriffen, dass die Binnennachfrage mit 3,8 Millionen Einwohnern nicht ausreicht, um die Aufwendungen für notwendige Einfuhren zu erwirtschaften. Die einst schwache Wirtschaft des Landes - Irland galt als Armenhaus Europas - wurde deshalb seit Mitte der 80er Jahre konsequent in Richtung IT umgebaut. In den 90er Jahren etablierte Irland sich schließlich als Vorreiter des europäischen Wirtschaftswachstums. Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,6 Prozent im Jahr 2002 liegt Irland vor den USA, die im gleichen Jahr 2,3 Prozent reales Wachstum vorweisen konnten.

Einen wichtigen Wachstumsmotor bilden die internationalen Software- und Technologiekonzerne: Dell beschäftigt als größter Arbeitgeber 5000 Leute, Intel gibt rund 4000 Iren Arbeit - zwei Beispiele, die seit längerem "Werbung" für die grüne Insel machen. Die Insel präsentiert sich vor allem dank der niedrigen Körperschaftssteuer von 12,5 Prozent als attraktiver Unternehmensstandort. Zwar sind die Lohnkosten in den letzten Jahren gestiegen, doch preist sich Irland, immer noch einen Lohnkostenvorteil von 30 Prozent gegenüber Deutschland zu besitzen.

Es geht den Iren aber nicht da-rum, nur ein billiger Standort zu sein. Angela Byrne, IT-Branchenexpertin des Irischen Zentrums für Handel und Technologie "Enterprise Ireland" rühmte unlängst vor Journalisten in München die Innovationskraft ihres Volkes: "Wir sind zusammen mit Finnen und Engländern das innovationsfreudigste Land Europas." Die These lässt sich begründen: Mit seiner jungen Bevölkerung - 50 Prozent der Iren sind unter 30 Jahre alt - weist Irland beispielsweise einen hohen Mobilfunknutzungsgrad auf. Außerdem richtet sich das Ausbildungs- und Hochschulsystem seit den 80er Jahren konsequent an den Bedürfnissen der Wirtschaft aus und entwickelt praxisnahe Studiengänge. Dass es die gut ausgebildeten Fachkräfte zu Taten drängt, zeigt die Zahl der Firmengründungen im Hightech-Sektor: Im Jahr 2002 unterstützte allein Enterprise Ireland 50 Neugründungen. Insgesamt entstanden 12300 neue Arbeitsplätze, die meisten davon im Telekommunikations- und Mobilfunksektor.

Als typisches Beispiel für das Portfolio der irischen Wirtschaft mag die kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit des Mobilfunkanbieters O2 mit Changing Worlds gelten. Changing Worlds entwickelte sich von einer Ausgründung des University College Dublin zu einem führenden Hersteller von Personalisierungstechnologie für mobile Anwendungen. Sein Produkt, ein intelligenter Informationsnavigator, ermöglicht dem Handybesitzer, bevorzugte WAP-Inhalte schneller, also mit weniger Tastenklicks, wiederzufinden.