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19.12.2003 - 

Jahresrückblick/Kommentar

Irrtum, Herr Carr!

Jan-Bernd Meyer Redakteur CW

Das Jahr 2003 war für die IT-Branche besinnlich. Nicht dass es beschaulich gewesen wäre. Im Gegenteil. Aber es war ein Jahr der Besinnung auf das, was IT möglich machen kann. Und wo Grenzen des Wunschdenkens existieren. Insofern muss man die abgelaufenen zwölf Monate positiv bilanzieren. Eine Branche findet zu sich selbst und zu einer realistischeren Sicht ihrer Potenziale und Defizite.

Dass diese Besinnung statt finden konnte, ist - nicht nur, aber auch - einem inzwischen berühmten Artikel im "Harvard Business Review" zu verdanken. Darin behauptete Nicholas Carr: "IT doesn''t matter anymore". Je verfügbarer IT-Technik sei und je billiger, desto mehr verkomme sie zum Allerweltsgut. Carrs Fazit sorgte prompt für heftige Erwiderungen, es hatte aber den Vorteil, eine wichtige Diskussion auf den Punkt zu bringen: IT, so Carr, schaffe keinen Wettbewerbsvorteil mehr, ergo sollten Unternehmenslenker bei Investitionen in IT auch sehr vorsichtig und zurückhaltend sein.

Es mag nun widersprüchlich sein, dass wir 2003 als Jahr der Pleiten, Pech und Pannen in der IT resümieren, gleichzeitig aber den Standpunkt vertreten, dass kaum ein anderes Metier so entscheidenden Anteil daran hat, dass unternehmerische Konzepte und Geschäftsmodelle ein Erfolg werden können, wie die Informationstechnologie. Im Umkehrschluss gilt natürlich dann auch, dass gescheiterte IT-Projekte ebendiesen Prozessen erheblich schaden.

Bewiesen ist damit nur eins: Kaum etwas anderes - zu denken wäre an die Bio- und Gentechnik - bewegt unsere Welt, unsere Unternehmen, letztlich unsere Gesellschaft mehr als Fortschritte und Entwicklungen aus der IT-Branche. Das gilt im Positiven wie im Negativen. Gerade auch die von der COMPUTERWOCHE ausgerichteten Wettbewerbe "Anwender des Jahres" und "IT-Executive des Jahres" beweisen schlagend, welche enormen Potenziale in der IT stecken. Deshalb gilt: Herr Carr, Sie haben sich geirrt.