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15.09.1988

Irrtum vom Amt

WUPPERTAL (bk) - So schnell kann's gehen: Nichtsahnend schlug Olaf Mertens, Geschäftsführer der Wuppertaler Micom-Computer GmbH, eines Morgens die Zeitung auf und entdeckte unter der Rubrik Handelsregister-Veränderungen eine Eintragung seiner eigenen Firma: "...nach rechtskräftiger Abweisung des Konkurseröffnungsantrages mangels Masse aufgelöst..."

Was war geschehen? Ein Besuch beim Amtsgericht, an dem das Register geführt wird, brachte Licht ins Dunkel. Die Micom-Computer GmbH hatte unlängst ein Konkursverfahren gegen eine andere Wuppertaler Firma eingeleitet - als Gläubigerin. Bei der Aufbereitung dieser Angelegenheit für die Tageszeitung hatte die zuständige Sachbearbeiterin des Amtsgerichts schlicht und einfach Gläubiger und Schuldner verwechselt. Somit war die falsche Gesellschaft aufgelöst worden. Irren, so Olaf Mertens mit Galgenhumor, ist ja bekanntlich menschlich, doch in behördlicher Form fatal.

Denn obwohl die Micom-Computer GmbH nicht in Konkurs gegangen ist und in diesem Jahr laut Mertens einen Rekordumsatz erwartet, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen, welchen Schaden dieser Irrtum vom Amt angerichtet hat. Zwar startete die Micom-Geschäftsleitung sofort eine große Aufklärungs- und Werbekampagne. Briefe mit entsprechender Richtigstellung wurden an alle Kunden und Lieferanten verschickt, über die Medien informierte man potentielle Neukunden - die Kosten trägt das Amtsgericht.

Dennoch scheint die Glaubwürdigkeit erschüttert, sehen sich die Micom-Leute bei Kundenbesuchen des öfteren unverhohlenem Mißtrauen ausgesetzt. Deshalb sind sie zur Zeit mit einer amtsgerichtlichen Bescheinigung unterwegs, um vor Ort beweisen zu können, daß ihr Unternehmen doch noch existiert. Darüber hinaus muß die Wuppertaler Gesellschaft mit Stornierung von Aufträgen rechnen; in welchem Ausmaß jedoch, das steht noch in den Sternen. Kleiner Trost: Auch in diesem Fall zahlt das Amtsgericht.