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30.10.1987 - 

Strategische Allianzen knüpfen intelligente Netze

ISDN bringt Siemens und IBM unter einen Hut

GENF (cmd) - Mit der Bekanntgabe wechselseitiger Zusammenarbeit rund um das Thema ISDN läuteten die Großen der Nachrichtentechnik- und DV-Branche auf der Telecom in Genf eine neue Runde im weltweiten Kooperationskarussell ein: Zu den augenfälligsten Partnerschaften zählen dabei zwei "Projektstudien", die Siemens mit IBM und dem AT&T-Ableger Bell Atlantic eingegangen ist, sowie eine Allianz zwischen DEC, Siemens und sechs weiteren PBX-Anbietern..

Die Zusammenarbeit zwischen Big Blue und den Münchnern ist inhaltlich vergleichbar mit der Anfang September zwischen IBM France und Ericsson bekanntgegebenen Kooperation und bezieht sich auf den Bereich der Value Added Network Services: Beide Unternehmen haben eine "Gemeinsame Studie über intelligente Fernmelde-Netze" angekündigt, in die IBM sein Datenbanktechnik- und Netzwerkmanagement-Know-how und Siemens seine Erfahrungen aus der (öffentlichen) Vermittlungstechnik einbringt. Vertragspartner sind auf seiten der Münchener der Unternehmensbereich Nachrichten- und Sicherungstechnik sowie die deutsche IBM-Tochter in Stuttgart.

Konkret geht es nach Aussage von Siemens darum, EWSD-Systeme in der ISDN-Version über standardisierte Schnittstellen mit IBM-Maschinen zu koppeln - wobei der Rechnertyp noch offen ist - und auf diese Weise neuartige Dienstleistungen zu realisieren. Zu den Anwendungen, die besonders ins Auge gefaßt sind, zählen unter anderem Telefonieren mit Kreditkarten, Gebührenübernahme durch den angerufenen Teilnehmer sowie, wenn auch nicht ausdrücklich erwähnt, die Einrichtung virtueller privater SNA-Netze.

Beide Partner, so wurde jedenfalls in Genf kolportiert, betrachten die "Studie" offenbar nur als Vorstufe zu einer weitergehenden Zusammenarbeit; im Unterschied zu dem IBM/ Ericsson-Agreement, das auf drei Jahre angelegt ist, sollen die Ergebnisse nämlich bereits nach einem halben Jahr auf dem Tisch liegen.

Parallel dazu haben sowohl IBM als auch Siemens jeweils eine inhaltlich nahezu gleiche "Studie" mit der Bell Atlantic, einer der sieben Bell Operating Companies in den USA, vereinbart. Ziel ist in beiden Fällen die Entwicklung neuer internationaler Fernmelde-Dienstleistungen auf ISDN-Basis. In Genf wurden denn auch schon Wetten abgeschlossen, wie lange es wohl dauern werde, bis die drei bilateralen Vereinbarungen zu einem gemeinsamen Vertrag gebündelt werden.

Im Unterschied zum Vorhaben mit IBM bezieht sich die Kooperation zwischen Siemens und DEC auf die Entwicklung neuer Büroanwendungen - und damit auf die Kopplung von VAX-Rechnern mit der ISDN-Nebenstellenanlage Hicom. Die hierzu notwendige standardisierte Schnittstelle wollen die beiden Unternehmen gemeinsam mit weiteren PBX-Anbietern erarbeiten. Mit von der Partie sind nach Angaben von DEC bisher noch die kanadische Northern Telecom Inc., Philips Telecommunication and Data Systems, British Telecom - über die Mitel Corp. - sowie die englische Plessey Business Systems, die schwedische Ericsson-Gruppe und NEC America Inc.