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24.04.1998 - 

ISDN fungiert als Backup-Lösung

ISDN fungiert als Backup-Lösung Anwender attestieren Frame Relay Flexibilität und Kostenvorteile

"Für uns war die Flexibilität von Frame Relay bei den Bandbreitenanforderungen und Verbindungsmöglichkeiten ausschlaggebend", erklärt Peter Groß, Manager Networking und Telecommunication Technologies bei der Braun AG, Kronstadt, die Entscheidung für den WAN-Service.Wenn erst einmal der Anschluß zum Frame-Relay-Netz des Carriers steht, schwärmt Groß, sind die Verbindungen zwischen verschiedenen Standorten via Permanent Virtual Circuits (PVC, siehe Glossar) sehr flexibel zu schalten.

Dabei sind Frame-Relay-Services in Deutschland längst keine Domäne einzelner Carrier mehr.Die Braun AG greift zum Beispiel auf das Angebot mehrerer Anbieter zurück.Die Ursache da-für: Der Provider Concert deckt nicht alle Länder ab, die Braun benötigt.Um Projekte in Osteuropa, Asien oder Afrika realisieren zu können, kauft das Unternehmen deshalb auch bei Equant Services ein.

Bei dem Hersteller von Elektrokleingeräten ist Frame Relay seit drei Jahren im Einsatz, weltweit sind rund 30 Standorte auf diese Weise vernetzt. Ausschlaggebend für den Umstieg von X.25 auf Frame Relay war die Einführung von R/3.Der alte Dienst X.25 wurde genutzt, um AS/400-Rechner an die Zentrale anzubinden.Diese Lösung, so Groß, sei jedoch zu unflexibel und nicht leistungsfähig genug gewesen, um darüber Applikationen wie R/3 laufen zu lassen.Neben den SAP-Anwendungen läßt Braun die Frame-Relay-Verbindung für eine Online-Manufacturing-Applikation des amerikanischen Partners Gillette betreiben, außerdem findet für die Unternehmenskommunikation die Software "cc:Mail" Verwendung.Mit IPX, SNA und TCP/IP kommen dabei verschiedene Protokolle zum Einsatz.

Da fast alle Anwendungen eine ständige Verbindung erfordern, wird bei Braun auf eine zuverlässige Absicherung Wert gelegt."Alle PVCs sind durch ISDN-Wählleitungen abgesichert", erzählt der Spezialist.Von allen Standorten aus erfolgt bei Leitungsausfällen die direkte Einwahl in einen der drei Zentralpunkte in England, Deutschland und Nordamerika.

Ganz reibungslos funktioniert das Frame-Relay-Netz allerdings nicht: "Leider müssen wir ziemlich oft auf das ISDN-Backup zurückgreifen, das ursprünglich nur für den Local Loop eingesetzt werden sollte", klagt Groß.Die Verantwortlichen mußten jedoch feststellen, daß es auch im Backbone öfter zu Ausfällen kam.Deshalb wurden die ISDN-Backup-Leitungen auch direkt an die drei zentralen Standorte angebunden.

Im Gegensatz zur Braun AG kommt die Commerzbank ohne einen Carrier aus."Wir haben Leitungen von der Telekom angemietet und betreiben unser Netz selbst", berichtet Roland Schneider, verantwortlich für Architektur und Planung DV.Das Finanzinstitut setzte in seinen 60 Knotenpunkten Backbone-Multiplexer ein, über die mit X.25, SNA, Frame Relay und Sprache bislang mehrere Dienste gefahren wurden."Jetzt haben wir alle diese Datenprotokolle auf Frame Relay zusammengefaßt", erläutert Schneider die Änderung.In der Vergangenheit war Frame Relay nur in einigen Außenstellen genutzt worden.Unterdessen, so der Netzwerker, ist das Backbone komplett umgestellt, und im Laufe des Jahres sollen die rund 1000 Filialen von X.25 auf Frame Relay wechseln."

Künftig auch Sprache über Frame Relay

Das Unternehmen verfolgt laut Schneider eine klare Strategie: Grundsätzlich kommt Frame Relay im Netz zum Einsatz.Wo im Backbone mehr Bandbreite nötig ist, soll überdies ATM Anwendung finden.Die Ausfallsicherheit wurde über die vermaschte Anbindung der Standorte realisiert."Bei den Filialen werden wir auf ISDN-Dial-Backup zurückgreifen", ergänzt Schneider.

Alle Anwendungen bei der Commerzbank, zum Beispiel die Geldautomaten, sollen das private Frame-Relay-Netz des Geldinstituts nutzen.Die Applikationen in diesen Geräten basieren noch auf X.25, das mittels Data Link Switching (DLSW) über Frame Relay gefahren wird.Laut Schneider wäre es zu kostspielig, all diese Maschinen auszutauschen.Andere Filialanwendungen sollen auf Windows NT portiert werden und dann direkt über Frame Relay laufen.Die Banker denken auch an die Zukunft: "Im nächsten Schritt übertragen wir Sprache direkt über Frame Relay", erzählt Schneider.

Ähnlich wie bei der Commerzbank stellt sich die Situation bei der BfG Bank dar.Reinhard Käsler, Zentralbereichsleiter Informationssysteme, berichtet, daß die Bank bis Mitte 1997 ihre rund 180 Filialen mit 210 Knoten über ein X.25-Netz verbunden hatte.Unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen habe sich das Unternehmen dann für Frame Relay entschieden.Dadurch sei es möglich gewesen, die Kosten für die Vernetzung annähernd zu halbieren, freut sich der Manager.