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20.02.1998 - 

Vorstoß in den Consumer-Markt gescheitert

ISDN-Schmiede Acotec meldet Konkurs an

Mit der Acotec GmbH steht eine der zahlreichen ISDN-Schmieden, die oft als Beleg für die Innovationskraft des Standorts Deutschland herhalten müssen, vor dem Aus. Das Unternehmen beantragte auf Wunsch der Geschäftsführung die Eröffnung des Konkursverfahrens.

Nach Angaben von Anselm Brinker, Public Relations Manager bei Acotec, sind mehrere Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten verantwortlich. So haben die Verbindlichkeiten ein Niveau erreicht, die ein Weitermachen nicht mehr sinnvoll erscheinen ließen. Im Geschäftsjahr 1997 brach ferner der Umsatz voraussichtlich um 50 Prozent ein und dürfte nur noch zwischen sieben und acht Millionen Mark betragen. 1996 hatte das Unternehmen noch 15 Millionen Mark erwirtschaftet.

Als einen der Gründe für den Rückgang sieht Brinker den fehlgeschlagenen Versuch, im Consumer-Markt Fuß zu fassen. Zudem habe man das insgesamt rauhere wirtschaftliche Klima zu spüren bekommen, in dem sich professionelle Anwender mit Investitionen zurückhielten. Außerdem sei der Wettbewerb für Microsoft-ISDN-Produkte durch neue Wettbewerber wie AVM härter geworden.

Trotz aller Probleme blickt die Acotec-Belegschaft optimistisch in die Zukunft. Bis zur CeBIT will man, die Zustimmung des Sequestors vorausgesetzt, mit einer Nachfolgegesellschaft das Geschäft wieder aufnehmen. Hierzu soll die Neugründung die Produkte beziehungsweise die Rechte an diesen von der alten Acotec GmbH kaufen und dann versuchen, mit OEM-, Projektgeschäft sowie Beratung und Betreuung von High-end-Kunden Umsatz zu generieren.

Bei Acotecs Wettbewerbern ist die Stimmung unterdessen gut. So sieht man bei Teles nach wie vor ein großes Interesse an ISDN-Produkten und hält das Potential noch nicht für ausgeschöpft. Auch bei AVM herrscht Optimismus vor. Das Unternehmen verbuchte im letzten Jahr ein Umsatzwachstum von 30 Millionen Mark auf 170 Millionen Mark. Laut Pressesprecher Uwe Scholz hat AVM, bislang für seine Netware-Produkte bekannt, mit der "Windows-NT-Series" sowie der "Fritz-Card" zwei neue Geschäftsfelder erschlossen. Derzeit beträgt das Umsatzverhältnis von Consumer- zu Profi-Bereich 50 zu 50. Allerdings gälten im Consumer-Geschäft, für das etwa die Fritz-Card gedacht ist, andere Gesetze, "hier muß ein Hersteller Millionen-Stückzahlen verkaufen, um auf seine Kosten zu kommen."

Insgesamt schätzt Scholz die Zukunftsperspektiven des ISDN-Business positiv ein, "denn dieses Marktsegment wächst immer noch überproportional gegenüber dem sonstigen IT-Geschäft". Die Zeiten, in denen sich die Umsätze jedes Jahr verdoppelten, seien allerdings vorbei.