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09.03.2001 - 

Kartellrechtsprozess gegen Microsoft

Ist Bill Gates wie Napoleon?

MÜNCHEN (CW) - Prozessbeobachter glauben, dass es im Rechtsstreit zwischen der US-Justizbehörde und 17 US-Bundesstaaten einerseits sowie Microsoft andererseits im Moment gut für die Gates-Company läuft. Thomas Jackson, Richter der ersten Instanz und Verfechter der Aufteilung des Softwareimperiums, wird Voreingenommenheit unterstellt.

Die Fortsetzung der Anhörung der beiden Parteien vor dem Berufungsgericht gerät für Microsoft nun doch zu einem Heimspiel - ganz anders als während der ersten Instanz. Der eigene Rechtsvertreter ist kaum Fragen des vorsitzenden Richters ausgesetzt. Dieser nimmt dafür die Rechtsanwälte des Justizministeriums in den Schwitzkasten (siehe CW 09/01, Seite 12). Besonders kontrovers debattierten Richter und Klagevertreter an den folgenden Verhandlungstagen die Frage, ob der Richter der ersten Instanz, Jackson, gegen Microsoft voreingenommen gewesen sei. Dieser soll gegenüber den Medien abfällige Bemerkungen in Richtung Microsoft gemacht haben. So habe er Bill Gates als arrogant bezeichnet und den Firmengründer mit Napoleon verglichen. Zumindest einer der sieben Richter des Berufungsgerichts sagte, er könne in diesem Verhalten keine Voreingenommenheit erkennen, Jackson habe lediglich darüber gesprochen, was ihn beschäftigt habe. Einige seiner Kollegen monierten allerdings, solcher öffentlichen Äußerungen habe sich ein Richter zu enthalten.

Derweil werden erste Befürchtungen laut, Microsoft könne zu seinem immer wieder heftig kritisierten rauen Geschäftsgebaren zurückkehren, sollte das Berufungsverfahren im Sinne des Unternehmens ausgehen. Tatsächlich habe Microsoft von seinen hemdsärmligen Methoden, mit Geschäftspartnern und Konkurrenten umzugehen, bis zum heutigen Tage nie abgelassen.

Kleine Erpressung?

Als Beleg wird der Fall der Crossgain Corp. angeführt: Crossgain wurde von ehemaligen Microsoft-Mitarbeitern gegründet und entwickelt Software auf Basis von Technologien, die von Microsofts erbittertem Gegner Sun Microsystems stammen. Die Gates-Company grämt sich außerdem beträchtlich darüber, dass Crossgain viele Spitzenentwickler von Microsoft abgeworben hat. Da einige von diesen Sperrklauseln mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber geschlossen haben, dürfen sie ein Jahr lang nicht für Crossgain arbeiten. Microsoft scheint in diesem Punkt außerordentlich strikt zu sein. Allerdings bot der Softwaregigant dem Neuling an, mit sich reden zu lassen, wenn Crossgain in Zukunft seine Softwareanwendungen auf Basis von Microsoft-Technologie entwickeln würde.