Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Noch hat sich kein anderer Standard für Massenspeicher durchgesetzt

Ist das Zeitalter der Disketten zu Ende?

18.09.1998

Nimmt man Jobs als Indikator für wahrscheinliche Entwicklungen, müßte man für den I-Mac schwarzsehen: Als der erste, also originale Macintosh am 22. Januar 1984 aus der Taufe gehoben wurde, besaß er keine Festplatte. Diesen Denkfehler mußte Apple bald korrigieren. Jobs legendär gewordener schwarzer Next-Würfel von Next Computer besaß ein optisches Massenspeicherlaufwerk. Es war so ungewöhnlich und seiner Zeit so weit voraus, daß es praktisch nur zu sich selbst kompatibel war. Wohl nicht nur, aber auch wegen dieser technologischen Kapriole geriet die Next-Maschine zum kapitalen Flop.

Nun also der I-Mac ohne Diskettenlaufwerk. Bei Apple ist man der Meinung, die 1,44 MB fassenden Medien seien für die Bedürfnisse im Computeralltag nicht mehr zeitgemäß. Heutzutage sprengten sogenannte Com- po-und-Dateien - die also verschiedene Datenformate wie beispielsweise Text, Grafik oder Photo beinhalten - die 1,44-MB-Limitierung leicht. Als Trägermaterial für Spiele haben Disketten ohnehin längst ausgedient.

Trotzdem sollten Anwender nicht leichtfertig davon ausgehen, mit einem CD-Laufwerk ausreichend bedient zu sein. Zum einen wird es noch eine Weile dauern, bis es Varianten von beliebig oft wiederbeschreibbaren CDs in Mengen und in einheitlichem Format gibt. Und auch Konkurrenzprodukte wie Iomegas und Sonys Superdisketten mit einem Fassungsvermögen von 200 MB stellen keinen Industriestandard dar. Iomegas "Zip"-Laufwerke sind zwar verhältnismäßig weit verbreitet, aber kein Allerweltsmedium. Das von Compaq favorisierte 120-MB-Superdiskettenlaufwerk hat sich - obwohl es 1,44-MB-Disketten lesen kann - ebenfalls nicht auf breiter Front durchgesetzt.

Mittlerweile entwickeln einige Firmen wie der holländische Elektronikriese Philips ein Floppy-Ersatzmedium, die wiederbeschreibbare CD. Die faßt 650 MB an Daten. Noch kosten diese Laufwerke allerdings 350 Dollar, also erheblich mehr als solche für Disketten.

1997 wurden einer Untersuchung der Magnetic Media Information Services zufolge weltweit 2,3 Milliarden Disketten verkauft, dieses Jahr sollen es unter zwei Milliarden sein. Der Rückgang ist in erster Linie auf die Verbreitung von CDs als Träger von Applikations-Software zurückzuführen. Trotzdem schätzen Analysten, daß Floppys samt deren Laufwerke so schnell nicht aussterben werden. Und auch für den I-Mac muß man nicht wirklich schwarzsehen: Für ihn bieten Drittanbieter mittlerweile externe Diskettenlaufwerke an.