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09.11.2004

Ist die Abzocke mit Druckertinte 2006 zu Ende?

Jahrelang haben die Anbieter von Printer-Zubehör bestens verdient. Damit könnte es bald vorbei sein.

Als das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" auf einem Technologieforum ausrechnen ließ, welche Flüssigkeit am teuersten ist, kamen die Experten des Innovationsgipfels auf einige exklusive Weinsorten, den Parfumklassiker "Chanel No. 5" - und auf Druckertinte. 1700 Dollar kostet ein Liter hiervon.

HP erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2003 bei einem Gesamtumsatz von 73 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 4,8 Milliarden Dollar den mit Abstand größten Anteil seines Umsatzes und Profits in der Sparte Imaging and Printing Group. Einnahmen von 22,6 Milliarden Dollar und ein Gewinn von 3,57 Milliarden Dollar schlugen allein für dieses Geschäftssegment zu Buche. Mit anderen Worten: 74,3 Prozent des gesamten Firmenprofits stammen von der Druckersparte. Und innerhalb dieser wiederum macht der Umsatz und Profit, den HP aus dem Verkauf von Ersatzpatronen und Kartuschen erzielt, den Löwenanteil aus.

Dem Kundenbedürfnis nach preiswerter Tinte befriedigen nun Anbieter wie "Cartridge-World" oder "Tintenplanet". Sie betanken gebrauchte Patronen zu einem Preis, der bis zu 80 Prozent unter dem Kauf neuer Patronen liegt, die vom Originalhersteller stammen.

Anbieter von billigeren Ersatzpatronen wie Pelikan oder Geha sahen sich in der Vergangenheit immer wieder mit gerichtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Ihnen wurde von den großen Druckeranbietern vorgeworfen, sie verletzten Patente der Printer- Hersteller, indem sie Ersatzpatronen nachbauten und kostengünstiger anboten. Das Problem ist alles andere als trivial: Auf eine einzige Tintenpatrone können bis zu 150 Patente angemeldet sein.

Hilfe für Druckerbesitzer kommt möglicherweise auch aus Brüssel. Die EU-Kommission prüft gerade, ob es unter den Druckerherstellern Preisabsprachen gibt. Einen Nachweis hierfür zu erbringen dürfte aber schwer sein. Da könnte eine weitere Initiative der EU-Kommission mehr Erfolg versprechen: Geht es nach ihr, dürfen ab 2006 nur noch solche Drucker auf den Markt kommen, die auch mit wieder auffüllbaren Patronen arbeiten. Dann wird der Druckerbetrieb richtig günstig. (jm)