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21.11.2003 - 

Kolumne

"Ist die IT noch Innovationstreiber?"

Christoph Witte Chefredakteur CW

In den letzten Jahren war Schmalhans Küchenmeister. In der IT war Sparen angesagt, eher an als mit der IT. Die Budgets sanken, das Misstrauen gegenüber den Fähigkeiten der IT, Wettbewerbsvorteile zu schaffen, stieg massiv an und gipfelte in dem Aufsatz von Nicolas Carr, "IT doesn''t matter", den er im Mai dieses Jahres im "Harvard Business Review" veröffentlichte.

Sicher sind die unerfüllten Versprechen der IT ein Grund für dieses Misstrauen. Den Geschäftsverantwortlichen sind hohe Automatisierungsgrade in Aussicht gestellt worden, einfachere Abläufe und mehr Effektivität, wenn sie nur genügend in IT investierten. Vieles davon lässt immer noch auf sich warten. Vieles hat sich als schwieriger herausgestellt als ursprünglich gedacht. In der angespannten wirtschaftlichen Lage, in der sich die Unternehmen heute befinden, stehen diese "Wortbrüche" natürlich auf der Minusseite der IT-Bilanz. Nach dem Motto "Mit viel Geld hat die IT wenig erreicht, schauen wir mal, wie viel sie mit wenig Geld erreicht", wurden die Budgets rigoros nach unten korrigiert. Nun wurde vor allem auf Ausgabenkontrolle, Return on Investment und Total Cost of Ownership sowie andere Messinstrumente Wert gelegt. Man wollte das Ausufern der IT-Budgets schon im Ansatz verhindern.

Allerdings könnten die Kritik und die Streichungen der Mittel auch auf einem zu geringen IT-Verständnis des Managements beruhen. Zum Teil wurden Budgets mit der Rasenmähermethode gekürzt, ohne die Struktur der IT im Unternehmen zu berücksichtigen. Die Geduld für Projekte, die länger dauern und nicht nach sechs Monaten einen Return on Investment bringen, hat kaum noch ein Unternehmen. Auf diese Weise kann ein Abwärtsstrudel entstehen, der sich selbst beschleunigt und tatsächlich zu starkem Bedeutungsverlust der IT führt, weil keine großen Projekte mehr angegangen werden.

Doch auch wenn einige Kritiker ihr das Image eines Geldverschwenders verpasst haben und das Risiko von Investitionen in Informationstechnik übertrieben darstellen, bleibt die IT weiterhin Motor für Innovationen. Man denke nur an die Fortschritte, die zurzeit im E-Commerce gemacht werden, an die massive Unterstützung der Lieferketten durch IT oder die Leistungen der Informationstechnik in der Geschäftsanalyse und dem Kunden-Management. Ohne engagierte IT in den Unternehmen wäre das alles nicht möglich. Außerdem wird auch künftig der wirtschaftliche Druck der Rahmenbedingungen und des globalen Mitbewerbs dafür sorgen, dass die Unternehmen Effizienzgewinne durch die noch weitergehende Automatisierung ihrer Prozesse benötigen. Und das geht nicht ohne IT.

Wer das nicht glauben mag oder wem das als rein theoretisches Argument gilt, dem seien die Titelgeschichte und der Schwerpunkt dieses Heftes zur Lektüre empfohlen. Die für den COMPUTERWOCHE-Preis "Anwender des Jahres" nominierten Unternehmen beweisen ganz praktisch, dass nach wie vor sehr viel geht mit IT. Ganz besonders gilt das natürlich für den diesjährigen Gewinner, das IT-Team des Versicherungsdienstleisters Mercur Assistance GmbH, München. Dort hat man es nicht nur geschafft, Kosten zu sparen, sondern den Kunden gleichzeitig mehr und schnelleren Service anzubieten. Herzlichen Glückwunsch!