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20.04.1979

Ist EDV außer Haus noch zeitgemäß?

Über viele Jahre hinweg stellten die Service-Rechenzentren für kleinere bis mittlere Unternehmen die einzige Möglichkeit wirtschaftlicher Nutzung der EDV dar. Infolge einer in ihrem Ausmaß kaum erwarteten stürmischen Entwicklung im Bereich der Computersysteme sowie der damit einhergehenden enormen Verbilligung jeder Art von Computerkomponenten ist die EDV für kleinere Unternehmen heute auch in Form hauseigener Installationen zu vertretbaren Kosten möglich geworden.

Was sieht seit den Gründerjahren der Rechenzentren geändert hat, ist vor allem der Rundenkreis: Waren es früher hauptsächlich kleine und mittlere Betriebe, die mittels

Batchverarbeitung die EDV außer Haus nutzten, so sind es heute in viel stärkerem Maße Firmen, die mit verhältnismäßig großem Datenvolumen - und je länger je mehr

dialogorientiert - die Leistungen des Rechenzentrums in Anspruch nehmen.

So gesehen, ist es nicht erstaunlich festzustellen, daß sich entsprechend den Kundenbedürfnissen auch das Leistungsangebot der Service-Rechenerzentren wesentlich gewandelt hat. Längst stellen Rechenzentren nicht mehr nur Computer und Programmierkapazität zur Verfügung; sie bieten heute viel mehr das komplette Leistungsspektrum eines auf EDV als Ganzes spezialisierten Dienstleistungsunternehmens an. Dies umfaßt neben Organisationen und Beratung selbstverständlich auch die Vor- und Nachbearbeitung ebenso wie Distributed Data Processing und Facilities Management.

Partner statt Lieferant

Einige Rechenzentren, die dank einem derart umfassenden Leistungsangebot aus der Rolle des Nur-Lieferanten herausgewachsen sind, müssen jetzt wohl viel eher als eigentliche Partner in Fragen der EDV gesehen werden. Unter diesen Umständen ist EDV außer Haus heute als durchaus zeitgemäß zu erachten. Wir möchten das an Hand von einigen Argumenten beweisen. Interessanterweise sind darunter auch Argumente, die schon Jahren für eine Inanspruchnahme von Rechenzentren sprachen und die seither fast nichts an Aktualität eingebüßt haben.

1. Der Kunde eines Service-Rechenzentrums möchte nach Möglichkeit wenig, besser noch gar nichts, spezifischen Problemen der EDV zu tun haben.

Wer die unbestreitbaren Vorteile der EDV für sich in Anspruch nehmen möchte, kann dies nicht tun, ohne sich beziehungsweise sein Unternehmen zuvor konsequent auf die EDV- technischen Anforderungen hin einzustellen. Mit diesem - unvermeidbaren - Aufwand möchte man es jedoch möglichst bewenden lassen.

Genau an diesen Punkt beginnt die Idee des umfassenden Rechenzentrumservices attraktiv zu werden, sind es doch die Rechenzentren, die durch ihre bestehende Dienstleistungsorganisation, welche die Summe aus Hard- und Software, Know-how und Manpower darstellt, es verhindern können, daß die EDV für den Anwender zur Firma innerhalb der eigenen Firma oder sogar zu einem Fremdkörper in der betrieblichen Struktur wird

2. Die zu erwartenden, relativ großen Investitionen in Hard- und Software erscheinen dem Unternehmen im Hinblick auf eine unsichere wirtschaftliche Entwicklung als problematisch.

Auch wenn Reckenzentrumlösungen heute nicht mehr mit einer "kostenlosen lnvestition" gleichzusetzen sind, kann doch davon ausgegangen werden, daß die Einmalkosten für die Realisation der EDV außer Haus in jedem Fall weitbescheidener sein werden, als dies von einer hauseigenen Lösung erwartet werden kann. Ein weiterer Vorteil, der hier stellvertretend für eine ganze Reihe zu nennen wäre, ist der, daß bei stufenweiser Einführung der EDV, welche als Normal fall gelten dürfte, Kapazitäten, die erst viel später nutzbringend eingesetzt werden können, nicht schon von allem Anfang an Kosten verursacht. Wer zu dem langfristig plant, und das sollte man beim Einsatz der EDV unbedingt tun, wird erkennt, daß wegen der nicht abzuschätzenden zuschätzenden technologischen Entwicklung irgendwann in gar nicht ferner Zukunft an den Ersatz von Hard- und Software gedacht werden muß. Vor solchen Investitionen ist das Unternehmen, das mit einem Rechenzentrum arbeitet, wahrend der ganzen Dauer der Zusammenarbeit geschützt. Dieses aber wird, da es als spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen im Markt bestehen muß, kaum je mit veralteten Methoden oder Einrichtungen arbeiten.

3. Die Einrichtung einer eigenen EDV impliziert Einstellung, Einarbeitung und fortwährende Schulung von EDV-Spezialisten. Das alles kann eine gefährliche Personalabhängigkeit heraufbeschwören.

Die EDV außer Haus befreit das Unternehmen von der Sorge um das bestgeeignete EDV-Personal. Dieses ist auch im Zeichen rezessiver wirtschaftlicher Entwicklungen kaum je in ausreichender Zahl zu kommen, zu schweigen davon, daß die Salärkosten für EDV-Spezialisten erheblich über denen für andere Angestellte liegen.

4. Mangelnde EDV-Markttransparenzund die Möglichkeit von stellen bei EDV-Projekten Unsicherheitsfaktoren dar, die man gerne vermeiden würde.

Das Angebot eines Rechenzentrums reicht heute von der Datenvorverarbeitung (Datenerfassung, Plausibilitäten und so weiter) über Computerleistungen bis hin zur Datennachbearbeitung (Papierbearbeitung, Mikroverfilmung, Lettershop und so weiter). Über die ganze Breite dieser Angebotspalette kann das Rechenzentrum auf eine außerordentlich reiche Erfahrung zurückgreifen, die jedem Kunden fortwährend zu Nutzen kommt. Die vom Rechenzentrum eingesetzten Organisationsberater sind erfahrene Spezialisten, die nicht nur die Risiken von EDV-Projekten genau kennen, sondern vor allem über einen guten Marktüberblick verfügen. Ihre Empfehlungen wirken deshalb direkt kostenoptimierend und bieten Gewähr dafür, daß es nicht zu unzweckmäßigen Anschaffungen kommt. Die umfassend ausgelegte Basisorganisation des Rechenzentrums, zu der weit mehr als nur der Computer zählt, ist hierbei von entscheidender Bedeutung.

5. Die Siecherheitsauflagen, die bei Einrichtung and Betrieb eines Computers zu beachten sind, erfordern einen unverhältnismäßig großen Aufwand.

Auch ohne gesetzliche Regelung des Datenschutzes und der Datensicherung kommt doch kein EDV-Anwender darum herum, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen, es sei denn als Kunde eines Rechenzentrums. Dann nämlich stellt dieses für ihn das Datensicherheitsdispositiv. Daß dazu wesentlich mehr gehört als die Anschaffung eines feuersicheren Datensafes, vermag am besten erkennen, wer einmal Gelegenheit hatte ein Sicherheitsdispositiv aus der Nähe zu betrachten. Für das Rechenzentrum stellt eine solche Einrichtung etwas Alltägliches dar von dem nicht zuletzt sein guter Ruf abhängt.

6. Das große Problem einer jeden EDV-Installation heißt heute und in absehbarer Zeit Software. Es ist weder in den Kosten noch in seinen Auswirkungen klar abzugrenzen.

Wie kaum anders zu erwarten, muß hierzu festgestellt werden, daß selbst Rechenzentren über keine Wunderformel verfügen. Aber sie können durch ihren Einsatz Wesentliches zur Verbesserungen der Situation leisten. Da sie ihre Leistungen in der Softwareerstellung und auch in der später darauf basierenden Verarbeitung schon vor Vertragsabschluß verbindlich offerieren müssen, könne sie es sich nicht leisten, die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Letztlich müssen sie zu den in der Offerte angegebenen. Kosten stehen - und nicht nur das: sie müssen auch noch davon leben können. Das große Plus der Rechenzentren besteht sicherlich darin, daß sie wie kaum ein anderer EDV-Anwender zu bereits vielfach verwendeten EDV-Lösungen Zugriff haben.

Die Reihe der von uns angeführten Argumente erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch dürfen wir annehmen, daß wir damit die wesentlichen Punkte zu der eingangs gestellten Frage, ob die EDV außer Haus noch zeitgemäß sei, berücksichtigt haben.

Roman Rosenstein, Verkaufsleiter bei Systor, Gesellschaft für elektronische Datenverarbeitung, Stuttgart, Zürich, Bern