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11.02.1977 - 

SCHOLZ REPORT

Ist ein Leiter des Operatings noch zeitgemäß?

Eine Vielzahl von Rechenzentren kennt noch die Funktion eines Leiters des Operatings. Es stellt sich angesichts einer Schicht-Organisation durchaus die Frage, ob die Position eines Leiters des Operatings überhaupt noch eine Berechtigung hat. Allerdings stellt sich dieses Problem nur dann, wenn das installierte EDV-System zu mehr als einer Schicht ausgelastet ist. Bei allen Systemen, die nur bis zu einer Schicht belastet sind, ist der Leiter des Operatings zugleich Leiter der Schicht, möglicherweise auch gleichzeitig Leiter der Arbeitsvorbereitung und durchführender Operator. Er kann sogar bei kleinen Rechenzentren gleichzeitig Leiter des gesamten Rechenzentrums sein. Dieser Report behandelt daher die Frage des Leiters eines Operatings nur für diejenigen Rechenzentren, die zu mehr als einer Schicht ausgelastet sind, da sich nur hier ein direktes personelles Problem zwischen Schichtführer und Leiter des Operatings stellt.

Ich möchte die grundsätzliche Behauptung aufstellen, daß die Funktion eines Leiters des Operatings bei allen Rechenzentren mit Auslastung über einer Schicht gezielt zu überdenken ist. Der Leiter des Operatings ist eigentlich überflüssig. Dies möchte ich anhand der folgenden Einzelaufgaben begründen:

1. Eine Ausfallquotenerfassung im Rechenzentrum kann entweder vom Schichtführer oder vom Leiter des RZ vorgenommen werden.

2. Die Systemkonsole wird entweder vom Schichtführer oder von einem anderen qualifizierten Operator bedient.

3. Beurteilungen der Operator können durchaus vom Leiter des RZ vorgenommen werden.

4. Laufende Eintragungen in eine Liste fertiggestellter Arbeiten nimmt am besten der Schichtführer vor.

5. Störungen der Elektrotechnik kann auch der Schichtführer weitergeben.

6. Eine Fehlerdiagnose vor Ort kann der Schichtführer durchführen; er veranlaßt das Herbeirufen eines Systemprogrammierers. 7. Bei Feueralarm verständigt der Leiter des Rechenzentrums alle im Katastrophenhandbuch vorgesehenen Mitarbeiter bzw. Firmen; zur Nachtzeit tut dies der Schichtführer.

8. IPL bei Arbeitsbeginn wird meist vom Konsoloperator veranlaßt und überwacht.

9. Störungsmeldungen hinsichtlich der Klimatechnik gibt der Leiter des RZ weiter; er nimmt am besten auch überwachende Funktionen wahr.

10. Pausenregelungen werden für das Operating vom Leiter des Rechenzentrums aufgestellt und während des Tages überwacht. Während der Spät- und Nachtschicht fällt dies in den Verantwortungsbereich des Schichtführers.

11. Programmabstürze gibt der Schichtführer an die Arbeitsvorbereitung bzw. die Programmierung weiter; der Leiter des RZ wird zusätzlich verständigt.

12. Bei Systemausfall wird der Leiter des RZ vom Schichtführer verständigt; dieser übernimmt dann weitere Maßnahmen. Der technische Service des EDV-Herstellers kann tagsüber vom Leiter des Rechenzentrums und nachts vom Schichtführer gerufen werden. 13. Ausfallmitteilungen des TP-Systems an die Fachbereiche bzw. TP-Koordinatoren der Fachbereiche kann der Schichtführer weitergeben; er gibt auch die Information des voraussichtlichen Restarts weiter.

14. Das TP-System selbst wird meist vom Schichtführer gesteuert.

15. Die sachliche Arbeitsabwicklung incl. der Überwachung der gesetzten Termine ist Aufgabe des Schichtführers in Zusammenarbeit mit der AV.

16. Wenn die Arbeitsvorbereitung nicht anwesend ist, muß der Schichtführer gegebenenfalls Umdispositionen vornehmen, falls dies notwendig ist.

17. Ein Programmierer-Notdienst wird zur Nachtzeit vom Schichtführer direkt verständigt, damit zeitkritische Arbeiten nicht unnötig lange ausfallen.

18. Die Systemprogrammierung wird zweckmäßigerweise von Ausfällen des Betriebssystems direkt vom Schichtführer verständigt.

Betrachtet man einmal den vorstehenden Aufgabenkatalog, so wird klar, daß die entscheidenden Aufgaben im Operating auf den Schichtführer und den Leiter des Rechenzentrums aufzuteilen sind. Der Leiter des Operatings ist bei mittleren und großen Systemen im Prinzip nur eine Versögerungsinstanz. Er kann unmöglich alle dargestellten Aufgaben wahrnehmen, da er nicht während der gesamten Schichtzeit anwesend ist. Gerade dieser Gesichtspunkt macht die Funktion des Leiters eines Operatings bei allen Systemen mit Schicht-Organisation überflüssig.

Wer noch einen Leiter eines Operatings hat, sollte sich Gedanken darüber machen, wie er mittelfristig umzufunktionieren ist. Vielfach bietet sich eine sinnvolle Aufgabe in der Arbeitsvorbereitung an. Ebenso kann er zum Sicherheitsbeauftragten ernannt werden, falls entsprechende Kenntnisse vorhanden sind. Zum Datenschutzbeauftragten wird wohl meist die Qualifikation fehlen, oder es fehlt das persönliche Format, welches für eine derartige Position erforderlich ist.