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29.11.2006

Ist Vista das letzte Windows seiner Art?

Microsoft will sein Software-Business mit Hilfe kürzerer Update-Zyklen dem Web-Zeitalter anpassen. Über die nächste Windows-Version kann Steve Ballmer aber noch nichts sagen.

Aufgrund der verspäteten Fertigstellung von Windows Vista feiert Microsoft die Freigabe der Software gleich zweimal, jetzt für Firmenkunden und im Januar für alle Anwender. Parallel zum Vista-Start für professionelle Nutzer gaben die Redmonder auch noch den Startschuss für Office 2007 und Exchange 2007. Das Messaging-System ist aber in der neuesten Ausführung noch nicht zu haben, sein Code wird voraussichtlich im Dezember vollendet.

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Anlässlich der Freigabe des XP-Nachfolgers sieht sich Microsoft wieder mit grundsätzlichen Einwänden konfrontiert. Besonders die amerikanische Presse wirft erneut die Frage nach der Zukunft von Windows im Web-Zeitalter auf. Der Erfolg von Unternehmen wie Google scheint die Zukunft des Desktop-Computing in Frage zu stellen, weil sie traditionelle PC-Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Fotoverwaltung ins Netz verlagern. Microsoft widerlegte bis dato alle Abgesänge auf Windows und Office mit immer höheren Gewinnen aus seinem Monopol. Dennoch ist dem Management bewusst, dass angesichts zunehmend besserer Web-Alternativen eine reine Produktpflege wie bei Vista zukünftig nicht mehr reichen wird. Das neueste Windows kommt fünf Jahre nach XP auf den Markt und bringt keine bahnbrechenden Neuerungen.

Verglichen mit dem Distributionsmodell von Software, das im Web üblich ist, erscheinen mehrjährige Update-Intervalle als eine halbe Ewigkeit. Während Google, Yahoo oder Ebay neue Funktionen über Nacht einspielen und den Anwendern sofort zur Verfügung stellen, folgt Windows noch dem traditionellen Ansatz: Eine aus Millionen von Zeilen Quellcode bestehende Software wird in einem langwierigen Großprojekt über Jahre modifiziert und erweitert. Nach dem "Release to Manufacturing" gelangt sie auf CD oder DVD über die herkömmlichen Vertriebswege an den Kunden.

Steve Ballmer wiederholte nun gegenüber Finanzanalysten seine Ankündigung, dass die wichtigsten Produkte des Unternehmens zukünftig in kürzeren Abständen erscheinen würden. Angeblich arbeiten die Redmonder an neuen Entwicklungsprozessen, die komplexe Projekte beschleunigen sollen. Laut "Wall Street Journal" plant Microsoft die schon oft geforderte Modularisierung des Betriebssystems, so dass einzelne Komponenten separat ausgeliefert werden können.

Web-Dienste gegen Windows

Neue Entwicklungsmethoden und partielle Updates entheben Microsoft indes nicht der Aufgabe, den Kurs für seinen Goldesel neu zu bestimmen. Die Notwendigkeit dafür entspringt jedoch nicht nur der Konkurrenz durch schnellere Web-Companys. Microsoft selbst möchte im Rahmen seiner "Live"-Ambitionen mehr Web-Anwendungen entwickeln und sich damit ein Stück vom Online-Werbekuchen abschneiden. Dabei setzen die Redmonder auf ihre Marken Windows und Office. Allerdings handelt es sich bei "Windows Live" keineswegs um ein Web-Betriebssystem, sondern zum Großteil um Dienste, die es schon unter MSN gibt (Suche, Mail, Wetter, Aktienkurse etc.).

Besonders in diese Online-Services will Microsoft das zusätzlich eingeplante Budget für Forschung und Entwicklung stecken. Eine führende Rolle spielt dabei der Erfinder von Lotus Notes und jetzige Chief Software Architect Ray Ozzie. Beobachter sehen eine Rivalität zwischen dieser Abteilung und konservativeren Vertretern des Windows-Lagers. Wie der Vista-Nachfolger mit dem Codenamen "Vienna" aussehen wird, hängt wesentlich davon ab, wie sehr Microsoft sein Desktop-Betriebssystem als Internet-Software definiert. Simples Bundling von Messaging-Software und Web-Browser mit Windows dürfte nicht die Antwort auf diese Frage sein. Alternative Konzepte muss Microsoft aber offenbar erst ersinnen - obwohl Ballmer kürzere Update-Zyklen für Windows versprach, konnte er über die Pläne für Vienna keine Angaben machen. (ws)