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Kolumne


04.06.2004 - 

"IT 2004 - Anwender helfen sich selbst"

Heinrich Vaske Chefredakteur CW

Nicholas Carr ist wieder da - der Mann, der mit seinem Aufsatz "IT Doesn''t Matter" im "Harvard Business Review" für einen Aufschrei in der IT-Branche gesorgt hatte, weil er den Innovationsbeitrag der IT und den Nutzen entsprechender Investitionen grundsätzlich in Frage stellte. Carr verkündet seine alte Botschaft in einem neuen Buch mit dem einfallsreichen Namen "Does IT Matter?" Seine Zweifel sind, anders als der Titel vermuten lässt, eher noch gewachsen. An den Unruhestifter hat sich die IT-Branche gewöhnt. Dass er seine Popularität genießt und nun Kapital daraus schlagen will, ist nachvollziehbar. Vor allem die großen IT-Hersteller hatten sich seinerzeit über ihn geärgert. Immerhin hatte es sich in deren Marketing-Abteilungen eingeschliffen, den Einsatz der neuesten Produkte stets mit dem Etikett "wettbewerbskritisch" zu verkaufen - selbst wenn es sich nur um eine Office-Suite oder ein Virenschutzprogramm handelte.

Carr hat mit seinem Zweifel am Wertschöpfungsbeitrag der IT bei vielen Anwendern den richtigen Ton getroffen. Sie hatten dieses Pauschalversprechen - insbesondere in Zeiten, in denen jeder Euro zweimal umgedreht werden muss - gründlich satt. Zu häufig waren ihre Erwartungen enttäuscht worden. Ein Beispiel: In einer aktuellen Studie zum Thema ERP-Einsatz in Unternehmen befragten die Analysten von Rethink Research Associates 100 CIOs aus europäischen Großkonzernen nach ihrer Zufriedenheit. Nur 30 von ihnen würden das ERP-System, das sie zurzeit einsetzen, noch einmal kaufen (siehe Seite 50). Das wichtigste Ziel, eine bessere Kontrolle über das Geschäft zu bekommen, sehen nur 43 erreicht.

Und doch scheint es, als werde bei allem Frust gerade in diesen Zeiten die IT als Wettbewerbsfaktor wieder entdeckt. Das Neue daran: Die Hersteller spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle. Wal-Mart und Metro treiben beispielsweise mit großem Engagement ihre RFID-Projekte voran, um mittels Funketiketten den Warenfluss zu verbessern. Starbucks und McDonalds statten ihre Filialen mit WLAN-Netzen aus, um Zusatzgeschäft zu generieren oder ihre Kunden zu längerem Aufenthalt zu bewegen. Innovative Projekte lassen sich auch im Mobile-Computing oder bei individuellen Portallösungen beobachten.

Die Anwender betreiben diese Projekte zunehmend in Eigenregie, weil starke Auswirkungen auf Organisation, Prozesse oder sogar Geschäftsmodell die Folge sind. Die vorhandene IT-Infrastruktur betrachten sie dabei als das Korsett, das notwendig ist, um im Kerngeschäft weiter eine gute Figur zu machen. Allerdings schränkt es auch die Bewegungsfreiheit ein - eine Lektion, die viele CIOs in diesen Tagen schmerzhaft lernen.