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31.01.1997 - 

Zahl der Stellenangebote stieg 1996 um 64 Prozent

IT-Arbeitsmarkt fest in den Händen von Akademikern

Das positive Resümee wird allerdings getrübt durch einige quantitative und qualitative Veränderungen. So konzentrierte sich ein Großteil der Stellenangebote auf den Jahresbeginn. Im Verlauf des Jahres gingen die Zuwachsraten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von Quartal zu Quartal zurück. Für das Gesamtjahr errechnete EMC ein durchschnittliches Plus von 64 Prozent. Auf das jeweilige Quartal bezogen, ergaben sich dabei folgende Veränderungen:

1. Quartal: + 95 Prozent,

2. Quartal: + 83 Prozent,

3. Quartal: + 52 Prozent sowie

4. Quartal: + 43 Prozent

Diese Entwicklung läutet offensichtlich das Ende des über zwei Jahre andauernden Booms auf diesem Markt ein, der sich noch aus dem Nachholbedarf von Ende der 80er beziehungsweise Anfang der 90er Jahre speiste.

Die qualitative Veränderung deutet auf die wachsende Bedeutung der IT-Anbieter am Stellenmarkt hin. Im Zuge dieser Entwicklung verschoben sich auch die Gewichte am IT-Arbeitsmarkt. Während die Anwenderfirmen immer stärker auf den PC setzten und Outsourcing betrieben, sank ihr Bedarf an IT-Experten. Die Informationstechnik-Anbieter dagegen veröffentlichten im vergangenen Jahr etwa doppelt so viele Stellenanzeigen für Soft- und Hardwarespezialisten als im Jahr zuvor. Insgesamt kamen 55 Prozent der IT-Jobanzeigen aus der Medienwirtschaft und von IT-Firmen gegenüber 49 Prozent im Vorjahr.

Innerhalb dieser Gruppe verstärkten die IT-Beratungs- und Software-Anbieter erneut ihr Gewicht. Mit über 18000 ausgeschriebenen Positionen stellten sie das bei weitem größte Kontingent neben der Telekommunikation, das sein Stellenvolumen um beinahe das Dreifache auf jetzt annähernd 2300 ausweitete. Auch Banken und Sparkassen steigerten die Zahl der Stellenangebote für IT-Profis überdurchschnittlich, nämlich um 85 Prozent. Interessant ist auch, daß die Behörden 19 Prozent weniger Offerten für Fach- und Führungspersonal veröffentlichten, jedoch um die Hälfte mehr für IT-Spezialisten.

Eines haben die Branchen IT-Beratung, Software, Medien, Online-Services und Telekommunikation gemeinsam: Sie kaufen IT-Wissen ein, lassen es in ihre Produkte und Dienstleistungen eingehen und verkaufen sie dann.

Da dieser Markt wächst, wird auch der Personalbedarf in diesen Branchen wachsen. Ebenfalls gehen in immer mehr Produkte des Maschinen- und Fahrzeugbaus IT- und Elektronikkomponenten ein. Auch in diesen Branchen verschieben sich also die Akzente für IT-Fachleute.

Hier werden nicht mehr vorrangig Spezialisten für Organisation und IT-Aufgaben gesucht, sondern Experten, die sich in der Digitalisierung der jeweiligen Branchenprodukte auskennen. Das Ergebnis wird sein, daß anteilig immer weniger IT-Fachkräfte für Organisation und DV in Unternehmen benötigt werden, dafür aber der Bedarf dort steigt, wo das Know-how weitervermarktet wird.

Dieser Prozeß spiegelt deutlich die stark gestiegene Nachfrage nach Computerfachleuten mit ingenieurwissenschaftlichem Ausbildungshintergrund wider. An diesen Kreis richtete sich ein um fast 90 Prozent höheres Stellenangebot. Diese Steigerung übertraf sogar den Zuwachs an IT-Profis mit Informatikhintergrund. Dennoch wurden für diese Fachleute im vergangenen Jahr die bei weitem meisten Stellen auf diesem Markt ausgeschrieben: 27300, was einem Plus von 63 Prozent entspricht.

Ein nennenswertes Angebot richtete sich auch an IT-Fachleute mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung und mit erheblichen Abstrichen zwar - auch an Mathematiker. Insgesamt läßt sich feststellen, daß der Arbeitsmarkt für Datenverarbeiter mehr denn je in der Hand von Akademikern ist. 88 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent) der Positionen richteten sich an Absolventen mit einem abgeschlossenen Studium.

Im Topmanagement kommen immer mehr IT-Führungskräfte zum Zuge, während sie - wohl Ausdruck von fortbestehenden Lean- und Downsizing-Prozessen - im mittleren Management auf dem Rückzug sind.

*Dr. Sigmar Glaser arbeitet in der Arbeitsmarktinformationsstelle der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Frankfurt.