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30.03.2001 - 

Widersprüchliche Aussagen zur Konjunkturentwicklung

IT-Branche hat Perspektiven im Mittelstand

MÜNCHEN (CW) - Die Konjunkturabkühlung in den Vereinigten Staaten hat unmittelbare Auswirkungen auf den deutschen Markt. In diesem und im nächsten Jahr ist Investitionszurückhaltung zu erwarten - so zeigt eine von der COMPUTERWOCHE in Auftrag gegebene repräsentative Studie.

"Allen Unkenrufen zum Trotz scheint das Wirtschaftswachstum in Europa und in Deutschland hinreichend robust, um sich gegenüber dem Abschwung in den Vereinigten Staaten zu behaupten", zeigte Siemens-Manager Volker Jung, Sprecher des IT-Verbandes Bitkom, auf der CeBIT Zweckoptimismus. Westeuropa sei derzeit der Motor der weltweiten Marktentwicklung.

HP-Chefin skeptischDiese Aussagen standen in deutlichem Kontrast zu den Prognosen von Carleton Fiorina, Chief Executive Officer (CEO) von Hewlett-Packard, die sich auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der CeBIT zu Wort meldete. "Der konjunkturelle Rückgang breitet sich eindeutig auf andere Erdteile aus", so die HP-Chefin. Sie erwarte nicht, dass sich die Lage schon in der zweiten Jahreshälfte entspanne. Ähnlich düster sieht Michael Dell, Chef des PC-Direktvermarkters Dell, die Perspektiven. Die Annahme, in der zweiten Jahreshälfte belebe sich der Markt wieder, sei durch nichts belegt.

Skeptische Worte zur Konjunktur sind derzeit überall zu hören - dabei kommt die Investitionszurückhaltung eigentlich unerwartet. Weil viele Unternehmen 1999 ihre IT-Ausgaben langsam zurückgefahren hatten, um sich kurz vor dem Jahrtausendwechsel auf keine Risiken mehr einzulassen, hatten Analysten spätestens für 2001 und 2002 mit einem Investitionssprung gerechnet. Diese Belebung bleibt aus, so das Ergebnis einer Erhebung der COMPUTERWOCHE, die von der Tech Consult GmbH, Kassel, realisiert wurde. Das Wachstum ist gegenwärtig nur noch als "solide" zu bezeichnen.

Wachstum von 8,5 ProzentDie Auguren haben 5000 deutsche Anwenderunternehmen befragt, davon je 2500 Kleinbetriebe und 2500 mittlere und größere Unternehmen. Insgesamt wird die deutsche Wirtschaft demnach im Jahr 2001 zirka 57 Milliarden Euro für Informations- und Kommunikationstechnik ausgeben. Im Jahr darauf sollen die Ausgaben 62 Milliarden Euro betragen - eine Steigerung um 8,5 Prozent.

Der Mittelstand investiert laut Marktanalyse etwa die Hälfte dieser Summe, beschäftigt aber mehr als zwei Drittel aller Arbeitnehmer. Größere Unternehmen sind also in Sachen IT wesentlich spendabler. Sie sind laut Erhebung innovativer, was die Nutzung neuer Technik angeht, während der Mittelstand an die "großen Themen" mit zwei bis drei Jahren Verzögerung herangehe.

In den kleinen und mittleren Unternehmen bestimmen häufig eher unspektakuläre Projekte das IT-Geschehen. So kostet diese Betriebe allein die Umstellung auf Windows 2000 im laufenden Jahr 270 Millionen Euro an Server-Software. Der Mittelstand investiert außerdem kräftig in ERP: Hier wachse der Markt mit 16,7 Prozent stark, vor allem Erstinvestitionen würden getätigt. Anders in größeren Unternehmen: Der Markt legt hier nur noch um sieben Prozent zu, vorwiegend wegen Erweiterungsinvestitionen.

Rasantes Wachstum im Mittelstand werden auch die Marktsegmente Supply-Chain-Management (plus 33 Prozent) sowie Customer-Relationship-Management (plus 43 Prozent) verzeichnen.

Tech Consult kommt daher zu dem Schluss, dass die deutschen IT-Unternehmen mit einer stärkeren Konzentration auf den Mittelstand die sich abzeichnende Konjunkturdelle besser überwinden könnten. Bisher seien diese Betriebe gerne als "verschlafen" bezeichnet worden, die Industrie habe den Kontakt gescheut.